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Stop wars like it’s 1917! Gegen die Kriegskonferenz in München 2018!

 

Demonstration gegen die “Sicherheits”Konferenz in München 2018

17.02.2018 – 13 Uhr – Karlsplatz/Stachus

Antikapitalistischer Aufruf

Auf der 54. Münchner “Sicherheitskonferenz” (SiKo) treffen sich vom 16. bis 18. Februar im Hotel Bayrischer Hof unter Militär- und Polizeischutz die Verwalter von Krieg und weltweitem Elend: PolitikerInnen, Rüstungsfirmen, KriegsministerInnen, LobbyistInnen, IT-Unternehmen, Militärs. Einige geladene NGO’s sollen dem Ganzen einen humanistischen Anstrich verleihen. Medial glamourös inszeniert wird dabei über die weltweite „Sicherheitslage“ geredet. Inzwischen machen die SiKo-Geladenen keinen Hehl mehr daraus, was sie darunter verstehen: zum Beispiel forderte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Eröffnungsrede 2014 Deutschland auf, endlich wieder mehr „Verantwortung“ in der Welt zu übernehmen, explizit auch militärisch.

Aber zum Glück bleibt das Ganze nicht ohne Widerspruch: Seit 2002 gibt es jährlich antimilitaristische Aktionen und eine Großdemonstration am Wochenende der „SiKo“. Auch wir rufen dazu auf, den Protest gegen den Krieg auf die Straße zu tragen und mit gesellschaftlichen Perspektiven zu verknüpfen.

Riesige Gebiete der Welt werden von Bürgerkriegen, Umweltzerstörung und Anschlägen verwüstet, die Zeitungen sind voll mit Kriegsmeldungen und -bildern, Millionen Menschen sind auf der Flucht, die Bundeswehr ist im aktiven Kriegseinsatz und wirbt offensiv für Unterstützung und Nachwuchs.

Auch in Deutschland werden wir immer mehr mit der Realität des Krieges konfrontiert: Menschen fliehen und kommen zu uns. Wir hören von ihnen, dass Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht Gewalt, Hunger, Erpressung und Sklavenhandel ausgesetzt sind. Wir sehen, wie sie im reichen Deutschland zusammengepfercht in Lagern und maroden Unterkünften unter inakzeptablen Bedingungen leben müssen. Permanent bedroht von rechten Brandstiftern, von der Öffentlichkeit unter Generalverdacht gestellt und begleitet von der ständigen Angst, zurück in Kriegs- und Krisengebiete abgeschoben zu werden.

Empörung darüber flammt in der Öffentlichkeit höchstens kurz auf, um dann im allgemeinen Sturm der Nachrichten unterzugehen. Gleichzeitig scheinen sich auf politischer Ebene alle moralischen Bedenken schnell in Luft aufzulösen, sobald es um Rüstungsexporte und internationale Handelsbeziehungen geht.

Die meisten Menschen kennen diese Zusammenhänge und die dafür verantwortliche Politik. Es breitet sich Hilflosigkeit und Frustration aus. „So ist das nun mal“, „ Das kann man nicht ändern – ich schon gar nicht“ ist oft die automatische Reaktion.

Aber das stimmt nicht! Die Hilflosigkeit, die wir angesichts der Beschissenheit der Welt fühlen, ist nur ein Ausdruck fehlender Solidarität. Solidarität, die uns die Kraft geben kann, alles zu ändern, alles umzustürzen und neu zu machen. Was meinen wir damit?

Vor 100 Jahren hat die russische Bevölkerung nach jahrelangen Qualen des Ersten Weltkriegs den Aufstand begonnen. SoldatInnen, BäuerInnen, Frauen, Kinder und ArbeiterInnen haben gemeinsam in der Oktoberrevolution für ihre Interessen gekämpft. In basisdemokratischen Räten (Sowjets) organisiert, haben sie die Macht übernommen und den Krieg beendet.

Das war ein großer Erfolg! Aber sie mussten noch weiter gehen: um Kriege dauerhaft zu verhindern, durften sie die Macht nicht denen zurückgeben, die den Krieg angefangen hatten und daran verdienten. Die RevolutionärInnen in Russland hatten in früheren Kämpfen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es mit bürgerlichen Parteien nur ein „weiter so“ mit minimalen Verbesserungen geben kann. Dass, wenn sie wirklich eine ganz andere, eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung schaffen wollten, sie diese nur selber, mit ganz neuen Arten der Selbstverwaltung und des gesellschaftlichen Zusammenlebens erreichen konnten. Denn so lange es Menschen gibt, die an Rüstungsexporten, Expansion und dem Kreis von Zerstörung und Wiederaufbau Geld verdienen, so lange wird es Kriege geben. Dauerhafter Frieden kann nur erreicht werden, wenn die Massen der Bevölkerung die alten Machtstrukturen zerstören und eigene aufbauen.

So haben damals Menschen wie du und ich aus eigener Kraft den bis dahin größten Krieg der Geschichte beendet. Die Kraft für diesen revolutionären Umsturz haben sie damals aus der Erkenntnis gezogen, dass Krieg niemals zum Wohle der Bevölkerung geführt wird, sondern immer nur auf Kosten dieser. Er ist nur möglich, solange sich genug Menschen als SoldatInnen verarschen und dazu bringen lassen, gegen ihre eigenen Interessen zu kämpfen. Feinde sind nämlich nicht die Menschen aus anderen Ländern, sondern diejenigen, die uns in den Krieg führen und von ihm profitieren. Vereint gegen sie: So beendet man Krieg! So kämpft man für seine Interessen! So macht man eine Revolution!

Auch wenn dieser Versuch der Sowjetunion durch vielfältige Gründe und Fehler gescheitert ist, bleibt uns die Oktoberrevolution als Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Menschen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Die Geschichte wird oft so dargestellt, als wäre sie eine Abfolge von mächtigen Männern mit mehr oder weniger schlauen Ideen für die Gesellschaft – so, als hätte die Masse der Menschen eh keinen Einfluss auf ihren Verlauf. In Wirklichkeit ist Geschichte aber ein dynamisches, sich ständig veränderndes Gebilde, das durch unsere Lebensbedingungen, den Kampf der gesellschaftlichen Klassen und gemeinsames Handeln der Menschen gemacht wird. Auch heute! Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte und der permanente Kriegszustand keine Notwendigkeit. Kriege und gesellschaftliche Systeme werden von Menschen gemacht und sie können auch von Menschen beendet werden!

Aber wie?

Wir stellen uns mit unserem Mut, unserer Hoffnung, unserer Solidarität gegen Krieg und Zerstörung, gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Panzer und automatische Waffen, gegen Polizei und Knäste, gegen riesige Konzerne mit scheinbar unerschöpflichen Ressourcen, gegen einen Staatsapparat mit umfassenden Möglichkeiten zur Überwachung und Repression, gegen das Mantra des Profitstrebens und der Konkurrenz, das jeden Teil unseres Lebens durchzieht. Wieso? Ist das nicht total verrückt?

Nein, ist es nicht. Weil wir überzeugt sind, dass eine andere Welt möglich ist. Heute wie vor 100 Jahren.

Auch wenn sich die Welt oberflächlich stark verändert hat, sind die Prozesse der Ausbeutung dieselben: die große Masse der Menschen arbeitet für den Profit einer kleinen Minderheit von KapitalistInnen. Diese stehen auf einem weltweiten Markt in Konkurrenz zueinander und müssen ihre Profite konstant steigern, um nicht unterzugehen. Das wird umso schwieriger, je mehr sich die Krisen des Kapitalismus verschärfen.

Folglich werden die Auseinandersetzungen zwischen imperialistischen Ländern immer schärfer. Aggressive Expansion, die Konkurrenz um Absatzmärkte und der aggressive Zugriff auf Rohstoffe sind Versuche, die Steigerung des Profits aufrecht zu erhalten und somit im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Wortreich umschrieben heißt das: Krieg für den Profit!

Dabei sind es nicht wir die profitieren, es sind die Herrschenden! Wir sind diejenigen, die mit niedrigen Löhnen, Mindestlohn und befristeten Arbeitsverträgen, die Profite der KapitalistInnen steigern! Wir sind die Ausgebeuteten. Die, deren Sozialleistungen immer weiter gekürzt werden, während die Steueausgaben für Rüstung jedes Jahr steigen! Heute wie vor 100 Jahren.

Und genauso wie damals sind wir diejenigen, die sagen können: Es reicht. Wenn wir gemeinsam handeln, muss es nicht so weiter gehen. Flucht, Krieg, Hunger, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung sind kein Schicksal, es sind Konsequenzen eines weltweiten Systems, das wir abschaffen müssen.

Wir denken nicht, dass man die Eliten, die sich im Bayrischen Hof zur Sicherheitskonferenz treffen, zum Frieden überreden kann, dass „Appelle“ an die Politik etwas bringen. Aber wenn wir am 17. Februar auf die Straße gehen, dann können wir ein Zeichen setzen: Wir sind viele und wenn wir wollen, kann sich alles ändern.

Wie vor 100 Jahren geht das nur gemeinsam: wenn wir uns organisieren, unsere eigenen Strukturen aufbauen, Solidarität leben als Gegenpol zur kapitalistischen Gesellschaft und schließlich ein anderes System erkämpfen!

Denn so wie es ist, muss es nicht bleiben. Jede Aktion ist ein Schritt dahin.

Für ein Ende aller Kriege!
Für die Revolution!

Wir rufen dazu auf, am Samstag den 17.2. zusammen mit uns im Antikapitalistischen Block auf der Großdemo gegen die “Sicherheits”konferenz zu demonstrieren und zu zeigen: eine andere Welt ist möglich.

17.02.2018 – 13 Uhr – Karlsplatz/Stachus

Unterstützt durch:
Antikapitalistische Linke München | Arbeitskreis Internationalismus Stuttgart
Antimilitaristisches Treffen Villingen-Schwenningen | La Resistance Ingolstadt
Linke Aktion Villingen-Schwenningen | Offenes Treffen gegen Krieg & Militarisierung Karlsruhe | Revolutionär Organisierte Jugendaktion Nürnberg

100 Jahre Oktoberrevolution – Ein Grund zum Feiern!

Heute am 7. November bzw. je nach Zeitrechnung am 25. Oktober jährt sich die große sozialistische Oktoberrevolution in Russland zum 100. Mal.

In Russland mitten im millionenfachen Gemetzel des 1. Weltkrieges zeigten die ArbeiterInnen, BäuerInnen und Soldaten erstmals, dass es möglich ist, die Macht des Kapitals zu brechen und eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen. Unter den Losungen „Alle Macht den Sowjets“1 und „Frieden, Brot und Land“ waren die Bolschewiki2 die AnführerInnen dieser Revolution.

Der bis dahin grausamste Krieg der Menschheitsgeschichte wurde beendet, die herrschende politische Klasse aus Adel und Bürgertum entmachtet, Fabrik-, Bank- und Großgrundbesitzer enteignet und die kapitalistische Ausbeutung beendet.

Für uns ein Grund zum Feiern und ein Vorbild in der Geschichte, aus dem wir unheimlich viel für unseren Kampf in der Gegenwart lernen können.

Eine Gegenwart, in der wieder mehr den je Kriege um billige Rohstoffe und den Zugang zu freien Märkten für die grenzenlose Ausbeutung des Kapitals geführt werden, in der sich deshalb Millionen von Flüchtlingen gezwungen sehen ihre Heimat zu verlassen, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer unverschämter auseinander klafft. Eine Gegenwart, in der die Krisen von Konzernen und Banken auf der Jagd nach immer mehr Profit in Form von Staatsschulden, Sozialabbau, Naturzerstörung, Klimaerwärmung und Verelendung immer größerer Teile der Weltbevölkerung hier und anderswo bezahlt werden.

Und ein bürgerlicher Staatsapparat mit seinen etablierten Parteien, mit seiner Justiz, seiner Armee, seiner Polizei, seinen Arbeitsagentur- und Hartz-IV-Behörden, die die willfährigen Helfer des Kapitals sind, und Angst haben vor sozialen Unruhen und Aufständen, die die herrschende Ordnung in Frage stellen könnten. Deswegen auch der immer massivere Ausbau des Polizeiapparats und der Überwachung, der Abbau demokratischer Rechte unter dem propagandistischen Deckmantel der Terrorabwehr.

In solch einer Situation könnte die Oktoberrevolution als Vorbild brandgefährlich werden. Deswegen wird vom Bürgertum und seinen Medienkonzernen nichts unversucht gelassen, die Darstellung der Geschichte ideologisch mit Lügen und Diffamierungen zu verfälschen.

Immer wieder wird behauptet, die Oktoberrevolution sei ein Putsch der Bolschewiki gegen die gewählte Regierung Kerenski gewesen.

Die parlamentarisch gewählte Regierung Kerenski, durch die Februarrevolution 1917 im Zuge des Sturzes des Zarenregimes an die Macht gekommen, hielt eisern an der Fortsetzung des Krieges fest. Ebenso weigerte sie sich das Land der adeligen Großgrundbesitzer an die Bauern zu verteilen. Gegen Ende ihres Bestehens ließ sie auf ArbeiterInnendemonstrationen schießen: die Folge mehrere hundert Tote. Sie stand damit immer mehr den Interessen der ArbeiterInnen und Bauern, also dem Großteil der Bevölkerung, entgegen. Vom Februar bis Oktober 1917 spitzte sich die Lage immer weiter zu: eine zunehmend despotische parlamentarische Regierung, der Krieg löste Hungersnöte in den Städten aus und es gab kein Land für die Bauern. Parallel zum gewählten Parlament bestanden seit der Februarrevolution die Sowjets, gewählte und jederzeit absetzbare Delegierte der ArbeiterInnen, BäuerInnen und Soldaten. Durch die richtige revolutionäre Strategie und Taktik gelang es den Bolschewiki in dieser Situation die Mehrheit in den Sowjets zu erlangen. So hatten sie eine breite und direkte Unterstützung in der Bevölkerung und nur so konnte die Revolution in einem riesigen Reich wie Russland überhaupt gelingen. Die Oktoberrevolution durch die Sowjets hatte deshalb eine weitaus demokratischere Basis als es jemals eine parlamentarisch gewählte, bürgerliche Regierung haben kann.

Eine andere Propagandalüge der herrschenden Meinungsmacher ist die Behauptung, die Bolschewiki und die Akteure der Oktoberrevolution seien verantwortlich für Millionen von Toten.

Richtig ist, dass die gestürzten Adligen, das enteignete Großbürgertum und die ehemalige zaristische Generalität sich mit dem Verlust ihrer Macht und Privilegien nicht abfinden wollten und einen blutigen Bürgerkrieg begannen. Dieser forderte bis 1921 tatsächlich Millionen von Menschenleben und hinterließ nach dem Ende des ersten Weltkriegs weitere unermessliche Verwüstungen in Russland. Richtig ist auch, dass die sogenannten weißen Konterrevolutionäre von 22 Staaten außerhalb Russlands mit Waffen, Geld und Militärkontingentens unterstützt wurden. Trotzdem konnte sich die junge Sowjetunion behaupten!

Letzten Endes ist trotzdem, und auch das stellt eine historische Wahrheit dar, der erste große Versuch einen Sozialismus aufzubauen, gescheitert. Dies lag aber nicht am „totalitären und antidemokratischen Wesen der kommunistischen Bewegung im Allgemeinen“ wie es uns bürgerliche Geschichtsschreiberlinge immer wieder einhämmern wollen, sondern an anderen historischen Fakten und folgenreichen Fehlern, die im Entwicklungsprozess gemacht wurden:

Russland war zur Zeit der Oktoberrevolution ein halbfeudaler Agrarstaat ohne ausreichende industrielle Basis, um einen entwickelten Sozialismus aufzubauen. Der Anteil der Arbeiterklasse an der Gesamtbevölkerung war klein, die Industrialisierung lag weit hinter der anderer imperialistischer Länder zurück. Unter den Bolschewiki der ersten Generation war es unumstritten, dass sich Sowjet-Russland auf Dauer nur halten kann, wenn in mindestens einem entwickelten Industrieland, und da dachte man vor allem an Deutschland, mit der in den 20er Jahren zweitstärksten kommunistischen Partei, ebenfalls eine revolutionäre Umwälzung stattfindet. Diese blieb aber aus.

Im Gegenteil: Der Überfall des faschistischen Deutschlands 1941 auf die Sowjetunion hinterließ wieder ein verbranntes Land mit 20 Millionen Toten. Und im Anschluss der kalte Krieg, der aggressiven Einkreisung durch die NATO-Staaten und das Wettrüsten, das enorme wirtschaftliche Kapazitäten band, stellten das Land immer wieder vor enorme Schwierigkeiten.

Wenn es um das Scheitern der Bolschewiki und der Oktoberrevolution geht, dann wissen viele deutsche Linke immer nur all zu gut, wie es andere, weit weg in ferneren Ländern, hätten besser machen können. Dabei vergessen sie nur allzu gerne, dass die Entwicklung in der Sowjetunion engstens mit den Verhältnissen in Deutschland – Novemberrevolution 1918/19, gescheiterte Revolution im Oktober 1923, Niederlage der Arbeiterbewegung gegen den Faschismus, Westdeutschland als NATO-Pfeiler im kalten Krieg usw. – verwoben war. Daraus lernend können wir nur immer wieder betonen: die Hauptfrage damals wie heute ist die des revolutionären Aufbauprozesses im eigenen Land!

In den frühen Jahren der Sowjetunion wurden, und auch das soll nicht verschwiegen werden, einige schwerwiegende Fehler gemacht: zunehmende Bürokratisierung und Zentralisierung sowie das Abwürgen von einzelnen, gerade erst erkämpften demokratischen Freiheiten, sollte eine scheinbare Einheit im Bürgerkrieg schaffen und entstanden aus der (mehr oder weniger berechtigten) Angst heraus, diese demokratischen Freiheiten könnte der kapitalistische Gegner ausnutzen, um die Entwicklung des Sozialismus zu sabotieren. Im Zuge der notwendigen und oft blutigen Niederwerfung der Konterrevolution sind aber auch viele Revolutionäre und GenossInnen verfolgt worden, die sich auf ehrliche Weise um den richtigen Weg zum Sozialismus gestritten haben, und berechtigte Einwände am politischen Kurs fanden kein Gehör. Das Maß an breiter, demokratischer Entscheidungsgewalt durch die Sowjets, wie es kurz nach der Revolution herrschte, wurde später nie wieder erreicht. Wir lernen daraus, dass ein Zurückfallen hinter die Errungenschaften einer revolutionären Bewegung, besonders was demokratische Kontrolle angeht, unbedingt zu vermeiden ist.

Es gilt, aus den historischen Erfahrungen, Fehlern und Erkenntnissen zu lernen, um unsere eigene Bewegung zu bereichern. Die Oktoberrevolution hat gezeigt, dass eine andere Welt ohne Ausbeutung, eine menschenwürdige Welt für Alle, möglich ist. Wir als KommunistInnen und Revolutionäre sind es den dafür gestorbenen GenossInnen, den immer noch unter dem weltweiten kapitalistischen System Leidenden und Sterbenden und den zukünftigen Generationen schuldig, die Hoffnung daran nicht zu verlieren und den Kampf weiterzuführen.


1Demokratisch gewählte Räte, deren Delegierte jederzeit abgewählt werden konnten

2Kommunistische Partei in Russland

Ohne Hochmut

Der oberbayerische Schauspieler und Autor Josef Bierbichler und sein Roman Mittelreich wird zumindest in der linksbürgerlichen Presse hochgelobt („Er ist ein Ereignis in diesem Bücherjahr“ Spiegel, „Ein archaisches Generationenbuch ohne Heimatnostalgie“ Die Zeit). In der konkrekt bezieht der Autor, der „wie die Axt im Walde gegen Gschaftlhuberei und Nationalsozialismus wütet“ (FAZ), in klaren Worten [...]

Ro: „Bayerische Amazonen“ (Lesung von und mit Michaela Karl)

Am Sonntag den 11. Dezember liest die Autorin Michaela Karl1 im Rosenheimer „Z“ (Innstraße 45a, ehem. Buchhandlung Irrlicht) aus ihrem Buch „Bayerische Amazonen“. Bayerische Amazonen, das waren mutige Rebellinnen, die die Grenzen der traditionellen Geschlechterrollen sprengten.
In ihrem Werk porträtiert Michaela Karl zwölf aus Bayern stammende Frauen, die alle emanzipiert und radikal für die Verwirklichung ihrer Ziele eingetreten sind, als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die patriarchale Welt ins Wanken geriet. Die Entwicklung zum modernen Staatswesen ging Hand in Hand mit der Modifizierung des traditionellen Rollenverständnisses. In diese Aufbruchsstimmung hinein wurden die Protagonistinnen dieses Buches geboren. Jene zwölf aus Bayern stammenden Frauen, die exemplarisch für viele “Amazonen” stehen, waren in ihrer Radikalität, mit der sie Neues wagten, eine Herausforderung an die Gesellschaft.
Die Lesung ist eine Veranstaltung der infogruppe rosenheim in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V.. Der Eintritt zu der Veranstaltung, welche um 19:00 Uhr beginnt, ist frei. Das „Z“ hat bereits ab 18:00 Uhr geöffnet, weitere Informationen gibt es im Internet unter www.z-rosenheim.net

1Dr. phil. Michaela Karl, geb. 1971 in Straubing, studierte Politologie, Geschichte und Psychologie in Berlin, München und Passau. Sie promovierte 2001 an der Freien Universität Berlin und ist derzeit Lehrbeauftragte für politische Theorie an der Hochschule für Politik in München.

 

Ro: Bayerische Enziane (Lesung)

Rosenheim (re). Am Sonntag, den 13. November findet im „Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung“ (Innstr. 45a, ehem. Buchhandlung Irrlicht) eine Lesung von und mit Egon Günther statt. Egon Günther liest aus Bayerische Enziane. Ein Heimatbuch (Edition Nautilus) und stellt die im BasisDruck Verlag erscheinende Autobiographie von Hilde Kramer vor: Rebellin in München, Moskau und Berlin. 1900-1924.
Bayern hat auch eine freiheitliche Tradition, die gegen provinzielle Enge und verkitschte Trachtenrührseligkeit steht. In Bayerische Enziane schreibt Egon Günther über das Liegengelassene, er bringt das Verdrängte ans Tageslicht. Das Vergessene, aus dem Blick Geratene, wird zu neuem Leben erweckt: Wilderer, Spartakisten, Wessobrunner Bauhandwerker, Grenzgänger, Revolutionäre der Bayerischen Räterepublik, Literaten, Alpinisten, Maler, Einödbauern und Antifaschisten. Egon Günther beschreibt den Penzberger Aufstand 1945, die Rebellen aus Kolbermoor, den Oberländer Bauernaufstand und die Sendlinger Mordweihnacht. Er spürt Verbindungslinien und wundersame Zusammenhänge auf. Die Sehnsucht nach Freiheit und Autonomie, der Kampf für soziale Existenz und moralische Integrität bilden das Garn, aus dem die Geschichte von unten gewoben ist. Bei seiner Wanderung durch die Zeitläufe legt der Autor eine Kultur frei, in der ein rebellisches Selbstbewusstsein wider jegliche Obrigkeit entstanden ist, und das, durch alle Verwandlungen hindurch, bis heute wirkt – nicht nur in Bayern.
Bei der Lesung in Rosenheim wird Egon Günther auch die im November erscheinende Autobiografie von Hilde Kramer vorstellen. Dieses Werk umfasst die Jahre 1900 bis 1924, es schildert ihre Kindheit u. a. bei reformpädagogisch orientierten Stiefeltern am Ammersee bis in die revolutionsschwangere Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Hilde Kramer gehörte als 18-Jährige zum innersten Kreis der Akteure in den Münchener Revolutionsjahren 1918/1919. Oskar Maria Graf nannte sie das “hünenhafte Mädchen mit dem Tituskopf”. Sie nimmt von Anfang an teil an den Münchener revolutionären Ereignissen, arbeitet später als Sekretärin unmittelbar in der Räteregierung Leviné mit, wird als Verbindungsfrau im Januar 1919 nach Berlin geschickt, wo sie an Beratungen mit Liebknecht, Jogiches und Luxemburg teilnahm. Sie erlebt Höhepunkte wie Niederlagen der Revolution aus nächster Nähe, lernt deren Protagonisten Johann Knief, Lotte Kornfeld, die Mühsams, Pol Michels, Franz Pfemfert, Borodin u. v. a. kennen. Längeren Gefängnisstrafen entgeht sie durch ihre Nichtvolljährigkeit und die Sympathie, die ihr offener Charakter auf vielen Seiten des politischen Spektrums hervorruft. Schließlich wird sie als Stenographin 1920 für den zweiten Kongress der Kommunistischen Internationale angefordert, wo sie mit einer einzigen russischen Kollegin sämtliche Debatten der vierwöchigen Beratungen aufzeichnen muss. Es ist zugleich das Dokument eines selbstbestimmten Frauenlebens, dessen Wurzeln noch im wilhelminischen Deutschland liegen und dessen Radikalität in der Weimarer Republik nachhaltig beeindruckt. Hilde Kramer ist 1974 in England gestorben.
Die Lesung ist eine Veranstaltung der infogruppe rosenheim in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V.. Der Eintritt zu der Veranstaltung, welche um 19:00 Uhr beginnt, ist frei. Das Z hat bereits ab 18:00 Uhr geöffnet, weitere Informationen gibt es im Internet unter www.infogrupperosenheim.tk

Lesung: Spuren des Nationalsozialismus im bayerischen Oberland

Gefunden auf: annaberg.blogsport.de Veranstaltungsort: Pfarrheim St. Sixtus, Schliersee Termin: 16.11.2011 (Mi.) , 20:00 Uhr – 21:30 Uhr Der ehemalige Miesbacher Gymnasiallehrer Reinhold Friedrich liest aus seinem Buch „Spuren des Nationalsozialismus im bayerischen Oberland – Schliersee und Hausham zwischen 1933 und 1945 “. Schliersee war in den Jahren des Nationalsozialismus keine gewöhnliche Landgemeinde. Schon 1938 konnte die dortige Ortsgruppe der [...]

Lesung: Spuren des Nationalsozialismus im bayerischen Oberland

Gefunden auf: annaberg.blogsport.de Veranstaltungsort: Pfarrheim St. Sixtus, Schliersee Termin: 16.11.2011 (Mi.) , 20:00 Uhr – 21:30 Uhr Der ehemalige Miesbacher Gymnasiallehrer Reinhold Friedrich liest aus seinem Buch „Spuren des Nationalsozialismus im bayerischen Oberland – Schliersee und Hausham zwischen 1933 und 1945 “. Schliersee war in den Jahren des Nationalsozialismus keine gewöhnliche Landgemeinde. Schon 1938 konnte die dortige Ortsgruppe der [...]

„Aktion Farbtopf“ für Schliersee

… hatten Tourismus- und Gewerbeverbände in Schliersee letztens gefordert, als sie – Überraschung! – feststellten, dass Schliersee seiner Zeit alles andere als Vorraus ist. „Schliersee befindet sich noch in den Siebzigern“ zitiert das Gelbe Blatt Miesbach. Die Verbände forderten Gegendmaßnahmen, wörtlich eine „Farbtopf Aktion“ für das Dorf (Artikel aus dem Gelben Blatt). Auch wir [...]

Garmisch-Partenkirchener Geschichtsaufarbeitung

Medium darüber, wie Garmisch-Partenkirchen, Austragungsort der olympischen Winterspiele 36, einen Nazi damit betraut die Ortsgeschichte im NS aufzuarbeiten. Genauso siehts da auch aus.