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Aufruf zum Urteil im NSU Prozess: Den antifaschistischen Widerstand & Selbstschutz organisieren!

Gegen Nazi-Terror & Rassistenstaat Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren! Proteste zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess Im München & bundesweitIn wenigen Wochen fällt in München das Urteil im Prozess gegen den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). Vermutlich wird es etwa so lauten: Lebenslänglich für Beate Zschäpe. Mehrjährige Haftstrafen für Ralf Wohlleben, André Eminger und Holger Gerlach. Bewährungsstrafe für den Aussteiger Carsten Sch. Damit wäre das Kapitel NSU-Terror aus Sicht von Justiz und Staat abgeschlossen.

Die Angehörigen der vom NSU ermordeten Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter, die Überlebenden der Bombenanschläge werden nicht erfahren, wer noch zum NSU-Netzwerk gehörte und mithalf. Der Staat wird freiwillig nicht offenlegen, inwieweit Polizei und Geheimdienste Verantwortung dafür tragen, dass die Nazi-TerroristInnen 13 Jahre ungehindert morden konnten.

RegierungspolitikerInnen, Polizei und Verfassungsschutzämter ermöglichten der militanten Nazi-Szene, sich zu organisieren. Viele führende Neonazis arbeiteten als bezahlte V-Leute. Der Verfassungsschutz beobachtete den NSU zumindest in seiner Entstehung und schirmen beimte die untergetauchten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe vor Verhaftung ab. Sicherheitsbehörden hatten bis zu 43 Spitzel im Umfeld der Terrorgruppe. Der V-Mann Thomas Starke lieferte TNT-Sprengstoff und versteckte die Untergetauchten. V-Mann „Otto“ alias Tino Brandt lieferte im Auftrag des Thüringer Verfassungschutz Geld für falsche Pässe. Carsten Szczepanski (V-Mann „Piatto“) war beteiligt an Waffenbeschaffung für das NSU-Kerntrio und berichtete das seiner Behörde. Unklar ist: wie weit ging die staatliche Begleitung des rassistischen NSU-Terrors? VerfassungsschutzbeamtInnen vernichteten massenhaft Aktenbeweise. Ex-Verfassungsschef-Vize Klaus-Dieter Fritsche erklärte unverblümt: „Es dürfen keine Staatsgeheimnisse bekannt werden, die ein Regierungshandeln unterminieren.“ PolizistInnen unterdrückten derweil Hinweise auf den Nazi-Hintergrund der NSU-Morde und ermittelten in rassistischer Weise gegen die migrantischen Opfer und ihre Angehörigen. Das zeigt: Grundsätzlich haben Verfassungsschutz und Staat nicht das Ziel, militante faschistische Strukturen zu zerschlagen. Sie wollen sie lediglich unter Kontrolle halten.

Dieser Staat schützt nicht vor faschistischem Terror, er ermöglicht ihn. Die gesellschaftliche Situation hat sich seitdem weiter verschärft. Deutschland ist eine rassistisch strukturierte Klassengesellschaft. EinwandererInnen und ihre hier aufgewachsenen Kinder gelten als Menschen zweiter Klasse, die nie richtig dazugehören dürfen, besonders wenn sie durch Haut, Haarfarbe oder Religion als „fremd“ ausgrenzbar sind. Diskriminierung in der Schule, bei der Suche nach Wohnung oder Jobei unsb ist ihre Realität. Das Aufenthaltsgesetz ist ein Hebel, um MigrantInnen zu meist viel mieseren Löhnen und Arbeitsbedingungen auszubeuten als Deutsche. Ob auf dem Bau, in der Putzkolonne oder bei McDonalds.

Der globale Kapitalismus ist in der Krise. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich wird täglich größer. Deutsche Unternehmen fahren Rekordgewinne ein. Doch den Reichtum der Gesellschaft eignen sich einige wenige Kapitalbesitzende an. Für den großen Rest wird das Armutsrisiko immer größer. Immer mehr Menschen könnten auf den Gedanken kommen, dass es besser wäre, den Kapitalismus zu stürzen und ihn durch ein solidarisches System zu ersetzen. Doch je mehr Lohnabhängige sich stattdessen über ihre Herkunft mit ihren AusbeuterInnen identifizieren und die Schuld für ihre Lage auf MigrantInnen abwälzen, desto länger bleibt die Herrschaft der Kapitalbesitzenden gesichert. Rassismus hat eine Funktion für das ­kapitalistische Ausbeutungssystem.

Vor allem Geflüchtete werden uns daher jetzt als das Feindbild Nummer Eins präsentiert: als kriminell, gewalttätig, schmarotzend. CSU, AfD und BILD-Zeitung überbieten sich tagtäglich in menschenverachtender Hetze. Denn das garantiert WählerInnenstimmen, Klicks, Verkaufsprofite. Für Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Elend fliehen, darf es laut herrschender Meinung keine Humanität geben. Für sie ist vorgesehen, dass sie im Mittelmeer ertrinken oder in den Folterlagern Libyens sterben, finanziert von der EU. Oder vom NATO-Partner Türkei an der Grenze erschossen zu werden, mit deutschen Waffen. Hauptsache weit weg. Während sich hier in Europa der Reichtum konzentriert, der aus der weltweiten kapitalistischen Ausbeutung zusammengeraubt wird. Innerhalb der Festung Europa werden Geflüchtete in Lagern interniert und durch nächtliche Razzien terrorisiert. Wenn der deutsche Staat Menschen ins Kriegsgebiet Afghanistan abschiebt, ist das jedes Mal bewusster Mordversuch.

Die Lage ist ernst wie kaum zuvor. Wir erleben eine Welle rechter Gewalt wie seit den 1990ern nicht mehr. Alle vier Stunden wird im Durchschnitt ein Angriff auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte in Deutschland verübt. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Mit der AfD sitzen FaschistInnen wie Björn Höcke in fast allen deutschen Parlamenten, erhalten staatliche Finanzierung und Medienpräsenz. Nazis gründen wieder Terrorgruppen, zünden Sprengsätze in Flüchtlingsunterkünften in Freital und anderswo. Rechte, RassistInnen, „Reichsbürger“ legen Waffendepots an. Auch Angehörige von Polizei und Bundeswehr bildeten bereits Terrorzellen, hatten Todeslisten mit Namen linker PolitikerInnen. Der Bundeswehr-Oberleutnant Franco Albrecht und weitere Soldaten sammelten Waffen, Munition und Handgranaten für Anschlagspläne. Nicht wenige Bulleneinheiten – nicht nur aus Sachsen – haben offenkundig ein geschlossenes faschistisches Weltbild und prügeln Nazi-Demos aus politischer Überzeugung den Weg frei. In Österreich ist die extrem rechte FPÖ bereits Regierungspartei und befehligt jetzt Polizei, Militär und Geheimdienste. Niemand kann eine ähnliche Entwicklung für Deutschland ausschließen. Die CSU radikalisiert sich in rasendem Tempo nach rechts. Wir sind diejenigen, die diese Entwicklung stoppen müssen, indem wir ihr entschlossenen Widerstand entgegensetzen. Alle, die als internationale lohnabhängige Klasse kämpfen. Alle, die sich als Teil der antifaschistischen und antirassistischen Bewegung sehen. Alle, die eine solidarische Gesellschaft wollen, in der alle Menschen gleiche Rechte und gleiche Teilhabe besitzen und ohne Angst verschieden sein können. In dieser Situation helfen keine Appelle an den Staat, etwa nach Abschaffung des Verfassungsschutzes oder Bekämpfung rechter Organisationen. Der NSU hat gezeigt: Der bürgerliche Staat schützt nicht vor faschistischem Terror.

Keine höhere Instanz wird den Rechtsruck stoppen. Wir müssen selbst organisieren, was notwendig ist.

Wir brauchen eine Offensive antifaschistischer Organisierung, die fähig ist, breite Massen zu agitieren. Im Bewusstsein, dass wir damit für die Interessen der lohnabhängigen Klasse kämpfen – gegen die KapitalistInnen, den bürgerlichen Staat und die faschistischen Gruppierungen. Faschismus und andere reaktionäre Ausprägungen des Kapitalismus greifen vor allem die Lebensbedingungen der Lohnabhängigen an, verlangen ihre Unterordnung unter die aggressivsten Teile der Kapitalbesitzenden. Gewerkschaftsfeindlichkeit und Antikommunismus sind Grundlagen jeder rechten Bewegung.

Nur kollektiv und organisiert können wir langfristig einen Gegenpol zur Rechtsentwicklung schaffen. Antifaschistischer Kampf muss in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft praktischen Widerstand ermöglichen und ideologische Orientierung geben: Solidarität, Internationalismus, Klassenkampf.

Wir rufen auf zum Aufbau wirksamer Selbstverteidigung gegen faschistische Gewalt, rassistische Angriffe, Hasspropaganda, Abschiebemaschinerie und Grenzregime – Mit allen Mitteln, die dazu notwendig sind: legal und illegal, friedlich und militant.

Es gibt in der Geschichte immer Situationen, in denen sich entscheidet, in welche Richtung sich die gesellschaftlichen Verhältnisse weiterentwickeln. In einer solchen Situation befinden wir uns jetzt.

Wenn sich nichts ändert, werden die ProfiteurInnen des kapitalistischen Ausbeutungssystems ihre Macht erhalten, in dem sie die VerliererInnen der Gesellschaft aufeinander hetzen: Durch rassistische Hass-Ideologie und autoritäre Herrschaft. Um das zu verhindern, müssen wir die Profitlogik und das Verwertungsprinzip des Kapitalismus durchbrechen. Wir müssen eine menschenwürdige Gesellschaft erkämpfen, in der die produzierten Reichtümer allen zur Verfügung stehen.

Setzen wir unsere internationale Solidarität gegen Ausbeutung und Unterdrückung! Tod dem Faschismus! Kein Vergeben – kein Vergessen! Die antifaschistische Selbstverteidigung organisieren – mit allen Mitteln!

Kommt am ersten Tag der Urteilsverkündung im NSU-Prozess zur antifaschistischen Demonstration in München! Auch in anderen Städten wird es Proteste an diesem Tag geben.

Vorraussichtlich wird es schon Anfang Juli so weit sein. Für den genauen Termin und die geplanten Aktionen schaut regelmäßig auf unserer Seite vorbei und auf:

nsuprozess.net

PAG the Police! Gegen Polizeistaat und Rechtsruck!

[ 10. Mai 2018; 13:00 bis 17:00. ] Kein Freund, kein Helfer Aufruf für den antifaschistischen Block auf der Demonstration gegen das neue Bayerische Polizeiaufgabengesetz Mit den Plänen zu einem neuen Polizeiaufgabengesetz (PAG) will die CSU-Staatsregierung die Befugnisse der Polizei in einem seit 1945 nicht gekannten Maße ausweiten. Neben dem Abbau rechtstaatlicher Schranken, wie Gerichtsurteilen, und dem Ausbau geheimdienstlicher Befähigungen, beinhaltet das neue PAG Pläne [...]

Bayernweite NIKA-Kampagne startet

[ 26. Mai 2018; ] Get active! – Nationalismus ist keine Alternative. Auftaktkonferenz der bayernweiten NIKA-Kampagne. http://bayern.nika.mobi   Bayern 2018: während CSU und Staatsregierung im Wochentakt mit neuen Gesetzesverschärfungen gegen Refugees, Migrant_innen, Menschen mit psychischen Erkrankungen und soziale Bewegungen vorgehen, etabliert sich die AfD mit besten Aussichten auf parlamentarische und gesellschaftliche Macht. Folgen diesen Rechtsrucks sind Ausbeutung, Abwertung, Ausgrenzung und Abschottung. Als radikale und außerparlamentarische [...]

Gemeinsam gegen den Rechtsruck: Pegida Aufmarsch am 17.3. verhindern

 Am Samstag den 17.3. will Pegida es nochmal versuchen, diesmal mit prominentem Gast: Lutz Bachmann aus Dresden. Ein Aufmarsch durch die Innenstadt ist angemeldet. Deshalb haben sich antifaschistische Gruppen aus München zusammengetan und einen Aufruf zu Gegenaktivitäten veröffentlicht.
Es wird eine antifaschistische Demonstration geben und natürlich werden wir auch diesmal mit Mitteln des zivilen Ungehorsams versuchen, den Nazi-Aufmarsch unmöglich zu machen. Kommt um 14:30 zum Gärtnerplatz!
Dass diejenigen Leute, die gern AfD wählen und diejenigen Leute, die gerne bei Pegida mitspazieren, häufig auf einer Wellenlänge liegen ist kein Geheimnis. Bisher sollte jedoch ein Unvereinbarkeitsbeschluss allzu offene Sympathiebekundungen und Gastauftritte von AfD-Promis auf den Pegida-Bühnen verhindern. Der Bundeskonvent der AfD hat diesen Beschluss jetzt offiziell gekippt, damit auch ganz offen zusammenwachsen kann, was zusammen gehört.

Einer, der schon länger seine politischen Ziele bestens in der AfD repräsentiert sieht, ist Michael Stürzenberger. Nachdem dieser jahrelang auf Münchner Plätzen gehetzt und auch am Aufbau von Pegida in München (damals noch unter dem catchy Label „Bagida“) mitgewirkt hatte, beendete er seine politischen Bestrebungen mit seiner Kleinstpartei „Die Freiheit“ mit dem Hinweis darauf, dass deren Inhalte in der AfD bereits gut vertreten seien. Besagter Stürzenberger hat sich nun mit Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz – ihres Zeichens Vorstände des Dresdner Pegida-Originals – zusammen getan, um am 17. März München heimzusuchen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Rechte Wüteriche aus Ost und West kommen an diesem Tag zusammen, um in der Münchner Innenstadt ihre altbekannte Hetze zu verbreiten. Dabei ist zu befürchten, dass sich die zuletzt sehr schwach aufgestellte Pegida-Szene angesichts des prominenten Besuchs zumindest in Teilen wieder mobilisieren lässt. Auch vor dem Hintergrund des allgemein um sich greifenden Rechtsrucks und den Erfolgen der AfD scheint ein erneuter Zulauf zur rechten Sammelbewegung nicht unrealistisch. Dabei ist anzumerken, dass Pegida in München immer schon extrem rechts angesiedelt war und von Anfang an mit Neonazis und sogar verurteilten Rechtsterroristen gemeinsame Sache machte. Gerade aufgrund des offenen Schulterschlusses von Pegida und AfD gilt es, sich dem autoritären Drift nach Rechts entgegenzustellen. Egal ob im Parlament oder auf der Straße.

Kommt am 17. März mit uns auf die Straße: Gemeinsam gegen den Rechtsruck und die Hetze von Bachmann, Stürzenberger und Pegida.

Demo: 14:30 Gärtnerplatz

Sexuelle Belästigung in der Clubszene

2016 wurden laut Polizeistatistik 33.533 Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung begangen, das sind knapp so viele Fälle, wie Buxtehude Einwohner*innen hat. 6476 Fälle hiervon wurden als Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung eingestuft. Dabei werden längst nicht alle Vergehen zur Anzeige gebracht.

Sexismus macht natürlich auch oder gerade vor der Clubtür keinen Halt. Wenn wir feiern gehen wollen, können wir uns dann entscheiden, ob wir unseren Abend in einem Club verbringen, der Frauen freien Eintritt vor 12 Uhr verspricht oder aber in den anderen Club gehen, in dem gerade die Ladies Night läuft, auf der alle erkennbaren und „optisch ansprechenden“ Damen mehrere Freigetränke bekommen. Bei all diesen tollen Angeboten, geht es natürlich nicht darum, eine gute Grrrls*Night oder eine FLTI* Party zu schmeissen, auf denen man für wenig Geld zu gutem Rausch kommt. Nein, bei gerade diesen Veranstaltungen ist das Ziel vor allem die Frauenquote im Club hochzuhalten und somit die Männer auf ihre Kosten kommen zu lassen. Der bekannte Münchner Club P1 bewirbt eine Veranstaltung beispielsweise so: „Ganz nach dem Motto „2 Hot 2 Pay“, gehen alle Cocktails für unsere besseren Hälften aufs Haus, die Herren der Schöpfung gehen [somit] natürlich auch nicht ganz leer aus.“

Selbst wenn es kein von dem Club selbst ausgeschriebenes, in diese Richtung gehendes Partymotto gibt, lassen es sich einige Männer natürlich nicht nehmen, ihr ins Auge gefasstes Zielobjekt, ob gewollt oder ungewollt, mit ein paar über die Theke gehenden Scheinen und Drinks in ein meist unangenehmes Gespräch zu verwickeln. Sich aus dem daraus konstruierten Schuldverhältnis wieder loszulösen, erweist sich als schwierig, dadurch dass das Gegenüber nicht locker lässt, ein eindeutiges „Nein“ nicht akzeptiert und die räumliche Enge für sich ausnutzt.

Aber nicht nur an der Theke, sondern auch auf der Tanzfläche scheinen andere Maßstäbe für die meisten männlichen Besucher zu gelten. Wer nicht explizit und mehrfach sein Desinteresse kund tut und zur Not sogar Gewalt anwendet, wird oft ungefragt angetanzt, angefasst, bedrängt. Wer sich nach so einer Situation beschwert oder nach Hilfe fragt, wird meistens mit einem „stell dich nicht so an!“, „wenn du dich so anziehst, brauchst du dich nicht wundern“ oder „ist doch ganz normal“ abgespeist. Eine solche Grenzüberschreitung wird von den meisten anderen Clubbesuchern als Selbstverständlichkeit verstanden. Die daraus möglicherweise entstehende Ohnmacht lässt der Betroffenen* nicht viele Möglichkeiten offen.
Eine Konsequenz daraus wäre, sich der Clubszene komplett abzuwenden oder ausschließlich Partys mit Awarenesskonzept zu besuchen. Aber auch in den scheinbar so aufmerksamen und reflektierten Kreisen, in denen wir meinen uns hauptsächlich zu bewegen, kann man sich nicht sicher sein, dass Mensch sich unbefangen und frei von Übergriffigkeiten bewegen und eine nice Party feiern kann.

Da wir das alles nicht so hinnehmen wollen, wie es jetzt ist, sollte es jedoch auch an uns sein, Konzepte zu überlegen, wie wir ein angenehmes und sicheres feiern für jede* und jeden* ermöglichen können. Bei bereits existierenden Projekten wie „Ist Luisa hier?“ oder „Wo gehts nach Panama?“ handelt es sich um ein Konzept welches von einem einem Frauen-Notruf entwickelt wurde, um Frauen* in der Feierszene einen konkreten Support zu bieten indem sie sich mit dem Codewort „Luisa“ in Clubs und „Panama“ auf Festivals diskret an das bereits geschulte Personal wenden können und Hilfe erhalten. Städte und deren Locations können sich diesem Projekt anschließen, weder Hannover, noch München sind bisher auf deren Website als Beteiligte Städte aufgelistet.
Wir müssen jedoch nicht warten, bis andere beschliessen tätig zu werden. Eine weitere Möglichkeit wäre es z.B. die Security nicht ausschließlich mit cis-Männer zu besetzten sondern auch mit Türsteherinnen* oder aber auch, ein eigenes Awarenessteam zu bilden um eine weitere Ansprechmöglichkeit zu haben und somit Aussenwirkung zu schaffen.

Übernehmt selbst Verantwortung.
Seid ein Teil von solidarischem und sicherem Feiern.
Achtet auf euer Umfeld, fragt nach, bietet support.
Animiert eure Stammkneipen dazu, sich ein Awareness Konzept zu überlegen.

DONT TELL US HOW TO DRESS, TELL THEM NOT TO RAPE!

8. März: Antifeminist*innen das Handwerk legen!

[ 8. März 2018; 0:00 bis 20:00. ] Aufruf zur Demonstration am Frauen*kampftag - 17 Uhr Marienplatz - Kommt in den antikapitalistischen Block! Das Patriarchat ist alt und umgibt uns überall. Täglich reproduzieren wir es in der Art, wie wir miteinander umgehen und uns gegenseitig wahrnehmen: Entsprechend uns zugeschriebenen Rollen, gespiegelt an der Norm; sei es eine nicht hinterfragte Routine in romantischen Beziehungen oder [...]

Antifeminist*innen das Handwerk legen!

Das Patriarchat ist alt und umgibt uns überall. Täglich reproduzieren wir es in der Art, wie wir miteinander umgehen und uns gegenseitig wahrnehmen: Entsprechend uns zugeschriebenen Rollen, gespiegelt an der Norm; sei es eine nicht hinterfragte Routine in
romantischen Beziehungen oder die flächendeckende Ungleichbehandlung von Frauen* in Jobs. „Ganz natürlich“ wird erwartet, dass Frauen* die Pflege von Kindern, Kranken und Alten in ihrer Freizeit erledigen – beziehungsweise wird diese Arbeit für einen miesen Lohn von Frauen* mit noch weniger wirtschaftlichen Möglichkeiten gemacht.

Eine ungleich härtere Ausbeutung und geplante Doppelbelastung passiert mit einer Selbstverständlichkeit, zu der es auch gehört, dass Frauen* Übergriffe erfahren – und zwar nicht nur die Verbalen.

Feministinnen haben viele Freiheiten, wie die Unabhängikeit einer Frau
von Ehemann und Vater ab 1977, erkämpft. Aber 2017 wird noch immer eine
Ärtzin verurteilt, weil sie Abtreibungen durchführt und darüber
informiert. Ebenfalls 2017 wurde dann das Sexualstrafgesetz geändert.
Dieses hat nun immerhin nicht mehr zur Vorraussetzung, dass die
Betroffene Spuren aus einer körperlichen Auseinandersetzung als Beweis
dafür tragen muss , dass sie sich gewehrt hat. Dennoch steht sie
nachwievor unter einem (vielleicht noch größeren) Rechtfertigungs- und
Erklärungsdruck und die Prämisse Nein-heißt-nein wird einfach immer noch
nicht durchgesetzt. Es liegt also noch viel im Argen, auch wenn eine
gesetzliche Gleichstellung und der Schutz vor Diskriminierung sich
weiter entwickeln.

Stufenweise Entkriminalisierung ist schon mal gut, Gleichberechtigung
wäre noch besser – aber um was es wirklich gehen muss, ist
Selbstbestimmung.

 

Antifeminismus als Teil rechter Ideologien

Antifeminismus stellt sich genau gegen diese Errungenschaften.
Die Frau soll zum Einen der Familie, dem Staat, der Nation unterstehen.
Zum Anderen macht sie eine ganz bestimmten Anforderung quasi zum Objekt
des öffentlichen Interesses – nämlich die der zur Reproduktion
verpflichteten Frau*. In die Selbstbestimmung von Frauen mischt sich die
BRD beispielsweise mit dem Abtreibungsparagraphen 218 ein. Der geht den
rückwärtsgewandten und chauvinistischen „LebensschützerInnen“ mit ihrer
fundamentalreligiösen und völkischen Motivation noch nicht weit genug –
wir kennen sie von ihren (Gebets-)Kundgebungen vor Kliniken und
Beratungsstellen: ALfA, CDL (Christdemokraten für das Leben, CDU/CSU),
„Europäische Ärzteaktion in den deutschsprachigen Ländern e.V.“, „Helfer
für Gottes kostbare Kinder e.V.“ etc.etc.etc. Einen der unzähligen
Knotenpunkte zwischen „Lebensschützer*innenszene“ und der AfD stellt die
Gründerin und Sprecherin der „Zivilen Koalition e.V.“, Beatrix von
Storch, dar. Die AfD biete Homohassern und AbtreibungsgegnerInnen „als
einzige relevante Partei (…) eine Zuflucht“, lobt so auch eine Frau
Kempf aus dem Bundesvorstand ALfA.Denn die AfD versucht,
Gleichstellungsgesetze auf palamentarischem Wege rückgängig zu machen.

Wie ihrem Parteiprogramm zu entnehmen ist, sieht sie nicht nur die
Familie als Keimzelle der Nation, sondern stellt sich explizit gegen
Schwangerschaftsabbrüche, Homosexualität und geschützten
Geschlechtsverkehr. Denn das sei „unvereinbar mit den vitalen Interessen
der Deutschen.“ Ähnlich wie andere Rechte, schwafelt sie von einer
„Schrumpfung der angestammten Bevölkerung“ und einem „naturgegebenen
Unterschiede zwischen den Geschlechtern“: Dem soldatischen Mann und der
fürsorglichen kinderreichen Mutter.
Außerdem möchte sich die AfD mit einer „gezielten Politik für Männer und
Väter“ an MännerrechtlerInnen anbiedern. PöblerInnen gegen
Gendermainstreaming in sozialen Medien haben ohnehin die Tendenz zu
einer rechtsnationalen Weltanschauung. Sie und die Nazis vom 3. Weg
bejubeln gemeinsam einen Höcke, der sagt: „Wir brauchen mehr
Männlichkeit.“ Und ein Bystron, der seiner Parteikollegin erklärt, dass
Frauen wie sie lieber an einer Stange tanzen sollten als Politik zu
machen, ist mit dieser Aussage genau ihr Mann. Wer so über Frauen* denkt
und spricht, hat dann auch kein Problem damit, so zu tun, als würde es
ihm um ihren Schutz gehen – solange es denn dabei hilft,
rassistischen Hass zu verbreiten. Dass dies das übliche Blabla von
Faschos ist und nicht das Geringste mit Feminismus zu tun hat, ist
allgemein bekannt.
Denn Feminismus bedeutet für eine befreite Gesellschaft ohne
Unterdrückung und Bevormundung zu kämpfen.

Feminismus darf sich nicht darauf beschränken, Antifeminismus abzuwehren
und dem allgemeinen sexistischen Backlash entgegen zu treten. Sich für
den Feminismus stark zu machen, ist die gelebte Solidarität unter
Frauen*!

 

Manche bezeichnen den Feminismus als Nebenwiderspruch, andere nennen ihn
eine Ausgeburt der Dekadenz. Dabei ist es doch so, dass der Kapitalismus
die Dynamik patriarchaler Strukturen wohl für sich nutzt, aber mit
seinem Verschwinden diese Ungleichheit unabhängig weiterbestehen kann,
sowie sie schon davor existierte.

 

Das Werkzeug, um sie zu zerlegen, ist der Feminismus.

http://feministsubversion.blogsport.eu
http://deconstructreality.blogsport.eu

Zugtreffpunkt: Solidarität ist kein Verbrechen!

[ 27. Oktober 2017; 14:30 bis 19:30. ] Freiheit für Sercem und alle politischen Gefangenen! Stopp aller Abschiebungen! Gegen jede Polizeigewalt! Zugtreffpunkt zur Antirepressionsdemo in Nürnberg: 27.10. // 14:30 Uhr unter der großen Anzeigetafel im Hauptbahnhof Aufruf: Nürnberg ist überall – überall ist Widerstand Am 31. Mai 2017 wurde aus einer Nürnberger Berufsschule ein Schüler von der Polizei aus der Klasse abgeführt, mit dem Ziel seine Abschiebung nach [...]

Kundgebung: Kein Schlussstrich! Kein VS!

[ 27. September 2017; 18:00 bis 19:00. ] Kundgebung: 27. September - 18 Uhr - Knorrstr. 139 (U-Bahn Am Hart) Von 1999 bis 2011 ermordete der „Nationalsozialistische Untergrund“ zehn Menschen, beging drei Bombenanschläge und zahlreiche Banküberfälle. In der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex wirft ein Aspekt besonders viele Fragen auf: Die Rolle des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Dabei gilt es zu betonen, dass das genaue Ausmaß [...]

Antifa-Kongress Bayern 2017

“2017 kommt der Antifa-Kongress Bayern wieder nach München. Vom 3. bis zum 5. November wollen wir mit euch gemeinsam in Austausch treten, diskutieren, Perspektiven und Strategien entwickeln. In einer Reihe von Vorträgen werden wir uns mit rechten Bewegungen, Ressentiments und Ausgrenzung auseinandersetzen und an Debatten um Kapitalismuskritik, Geschlechterverhältnis und Alternativen zu den herrschenden Zuständen anknüpfen. Auch dieses Jahr soll der Kongress einen Rahmen zum Kennenlernen und Vernetzen bieten.
Außerdem werden wieder praktische Workshops, etwa zu Emotionaler Erster Hilfe, Stop-Deportation- und Demosani-Arbeit, auf dem Programm stehen. Und natürlich wird auch diesmal Party und Abgehänge nicht zu kurz kommen.”