Archive for the 'münchen' Category

„Millis Erwachen“ im Werkstattkino

Frauenstudien München in Kooperation mit ADEFRA Schwarze Frauen RG München und dem Werkstattkino e.V. zeigt

MILLIS ERWACHEN

Von und mit NATASHA A. KELLY

Wir befinden uns in Dresden und schreiben das Jahr 1911. Eine Schwarze Frau räkelt sich nackt auf dem Divan des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner. Er malt ein erotisierendes Bild von ihr, reduziert sie zum Objekt der Begierde. Das Gemälde trägt später den Namen „Schlafende Milli“. Und Milli – falls das überhaupt ihr Name ist – bleibt stumm. Von ihr ist nichts bekannt. Nicht einmal, ob sie tatsächlich Milli hieß. Mit ihrem 2018 uraufgeführten Film MILLIS ERWACHEN gibt die Kommunikationssoziologin Natasha A. Kelly der schlafenden Milli eine Stimme. Es kommen acht Schwarze deutsche Künstlerinnen verschiedener Generationen zu Wort und berichten von ihren Auseinandersetzungen mit der andauernden kolonialen Kontinuität Deutschlands. Sie alle haben durch ihre künstlerische Praxis eine selbstbestimmte Position in der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft gefunden. Milli ist nicht mehr Objekt, sondern wird durch den Film, der die Vielfältigkeit und Verwobenheit der portraitierten Geschichten zeigt, zum Subjekt.  

Mit einleitenden Vortrag der Regisseurin, Aktivistin und Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Natasha A. Kelly.

Im Anschluss Publikumsgespräch u.a. mit den Organisatorinnen
Modupe Laja, Helen Keller und Elisabeth Beuttel

http://www.frauenstudien-muenchen.de/event/filmclub-millis-erwachen/
Sonntag, 26.5. um 11.30 h (Matinée), Werkstattkino, Fraunhoferstr. 9 (U2- U-Bahnstation Klenzestraße, Nähe Sendlinger Tor)
Eintritt: 5 Euro, 4 Euro ermäßigt.

Sitzplatzreservierung über info@frauenstudien-muenchen.de.
Einlass: 11.00 Uhr, Beginn 11:30 Uhr.

Wir bitten, die reservierten Karten bis spätestens 11:20 Uhr abzuholen.

„Exotisierte Unterhaltung“ – Buchvorstellung und Museumsführung im Münchner Stadtmuseum

Mittwoch 10. Juli, 18.00 Uhr, großer Saal, Eintritt frei

Buchvorstellung und Gespräch

Geteilte Welten. Exotisierte Unterhaltung und Artist*innen of Color in Deutschland, 1920–1960

Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war das Unterhaltungsgewerbe einer der wenigen Bereiche, in denen Angehörige der kleinen Minderheit von People of Color in Deutschland Arbeit fanden – und zwar nicht trotz, sondern vielmehr gerade wegen der auf sie gerichteten rassifizierenden und exotisierenden Zuschreibungen. In ihrer Ende 2017 im Böhlau Verlag erschienenen Dissertation untersucht Susann Lewerenz, in welcher Weise sich die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Präsentationsstrategien von Artist*innen of Color im Zirkus, Varieté und Schaustellergewerbe in Deutschland niederschlugen. In der dialogischen Buchvorstellung wird Susann Lewerenz dieser Frage anhand verschiedener Beispiele aus der Münchener Unterhaltungskultur nachgehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit des Nationalsozialismus: Welche Handlungsspielräume blieben Unterhaltungskünstler*innen of Color angesichts der zunehmenden rassistischen Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen, die das NS-Regime als „artfremd“ ansah?

Moderation und aktuelle künstlerische Positionen: Betiel Berhe und Sandrine Kunis, Diversity-Trainerinnen, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.

Samstag 13. Juli, 15.00 Uhr, Treffpunkt Foyer, Tagesticket/+Führung: 3 €

Museumsrundgang mit Dr. Susann Lewerenz

Perspektivwechsel: Exotisierte Unterhaltung und postkoloniale Erinnerungskulturen im Museum

Der deutsche Kolonialismus fand sein Ende durch die deutsche Kriegsniederlage im Ersten Weltkrieg. Doch hat er weit darüber hinaus seine Spuren hinterlassen: in Form von Objekten, die bis heute in Museen zu sehen sind, in Denk- und Deutungsmustern, in der Erinnerungskultur – und nicht zuletzt in der Unterhaltung. Wessen Geschichte wird erzählt, wenn im Museum über exotisierte Populärkultur in München berichtet wird? Und welche Bezüge zu Kolonialismus, Migration und Rassismus bleiben dabei unsichtbar?

Diesen Fragen geht die Historikerin Susann Lewerenz bei ihrem Rundgang durch das Münchner Stadtmuseum nach. Anhand von Beispielen aus der Unterhaltung in München ergründet sie die Zusammenhänge von Kolonialismus, Migration und Rassismus zwischen 1920 und 1960.

Münchner Stadtmuseum in Kooperation mit:

NS-Dokumentationszentrum München // [muc] münchen postkolonial // Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.

So war der revolutionäre 1. Mai 2019 in München!

1. Mai, Sonne, Klassenkampf! Den ganzen Tag waren wir in München auf der Straße und haben gemeinsam gefeiert. Am Morgen auf der Gewerkschaftsdemo beteiligten sich über 100 Menschen am revolutionären Block unter dem Motto „In die revolutionäre Offensive!“.

Nach dem Ende der DGB-Kundgebung fand eine Gedenkaktion für die Gefallenen der Münchner Räterepublik statt. Vor genau 100 Jahren, am 1. Mai 1919, umzingelten faschistische Freikorps auf Befehl der abgesetzten SPD-Regierung die Stadt München und zerschlugen den ersten sozialistischen Versuch auf bayerischem Boden. Der Kommandant der Roten Armee Rudi Egelhofer und weitere RevolutionärInnen wurden in den Keller der Münchner Residenz verschleppt, gefoltert und ohne Gerichtsverfahren erschossen. An diesem Ort gedachten wir mit Reden und musikalischen Einlagen der Gefallenen.

1. Mai nazifrei – eine kurzfristig angesetzte AfD-Kundgebung sollte am Nachmittag vor der Paulskirche stattfinden. Nazipropaganda am 1. Mai – das lassen wir uns nicht gefallen! Es sammelten sich zahlreiche AntifaschistInnen und zogen als Spontandemonstration los, um die AfD lautstark zu stören, so dass die RassistInnen schon viel früher als angemeldet ihre Hetze beendeten und ohne Außenwirkung abziehen mussten. Das USK tat wieder alles, um das traurige rechte Häuflein zu schützen. Weil angeblich Heinz Meyer von Pegida München körperlich angegangen worden sein soll, nahm USK noch einen Antifaschisten fest.

Nach soviel Action folgte das schon traditionelle revolutionäre 1. Mai Fest „All power to the people“ in der Glockenbachwerkstatt. Inzwischen ein fester Termin der Linken in München zum Ausklang unseres Kampftages. Mehrere Hundert Menschen feierten bei Livemusik und gutem Wetter im Biergarten bis in die Nacht.

Nach diesem erfolgreichen Tag gehen wir voller Motivation ins nächste Jahr.
Kämpfen, organisieren, in die revolutionäre Offensive!

Mehr Bilder:

München, 20. April 2019 …

Ostermarsch München 2019Ostermarsch München 2019Ostermarsch München 2019Ostermarsch München 2019

Danke, Stephanie
#Ostermarsch #FriedensbuendnisMUC #Fridays4Future

Heraus zum revolutionären 1. Mai!

Der 1. Mai steht an – das heißt für uns nicht Bratwurst, Bier und Beine hochlegen, sondern auf die Straße für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!
Der Tag steht wie kein anderer für den grenzübergreifenden Kampf der lohnabhängigen Klasse für die Durchsetzung unserer gemeinsamen gesellschaftlichen Interessen. Dabei geht es einerseits um konkrete Verbesserungen der Lebenssituation durch höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, die aktive Unterstützung der schwächsten Teile der Gesellschaft und um mehr Mitbestimmung im Wirtschaftsleben und in der Politik. Andererseits werden an diesem Tag, schon seit seinem Bestehen als internationaler Kampftag, Ansätze und Perspektiven für eine sozialistische Gesellschaftsorganisation jenseits der weltumspannenden kapitalistischen
Herrschaft sichtbar gemacht. Auf allen Kontinenten strömen an diesem Tag Millionen Menschen auf die Straßen, um den herrschenden Verhältnissen ihre Entschlossenheit und ihre Solidarität im Kampf um ein besseres Leben entgegenzusetzen. Gemeinsam mit Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet rufen auch wir zu Aktivitäten am revolutionären 1. Mai auf.

In München steht der 1. Mai dieses Jahr zusätzlich unter dem Motto “100 Jahre Räterepublik”. Vor 100 Jahren haben in München die Arbeitenden zum ersten Mal versucht, eine Gesellschaft jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und Krieg zu erschaffen. In der ersten Maiwoche wurde dieser Versuch von Freikorps blutig niedergeschlagen. Wir wollen daher der gefallenen GenossInnen gedenken, in deren Tradition wir uns sehen und deren Kampf wir weiterführen.

Aktionen in München am 1. Mai

Revolutionärer Block auf der Gewerkschaftsdemo, Treffpunkt 9:30 Uhr DGB Haus (Schwanthaler Str 64)

Gedenkaktion für die gefallenen RevolutionärInnen der Räterepublik, 12:30 Uhr, Eingang Residenz Theatinerstr (Aufruf)

Revolutionäres 1. Mai Fest, mit Essen, Live-Musik und Kulturprogramm, ab 16 Uhr, Glockenbachwerkstatt

 
Mobi-Video zum 1. Mai und bundesweiten Mietenaktionstag von Perspektive Kommunismus:

Gedenkveranstaltungen für Cula aus Dahomey/Benin in München und Landshut

1891 brachte der Unternehmer J. Hood eine Gruppe von Frauen aus Dahomey (Benin) nach Paris, die als „Amazonen“ angekündigt wurden. 1892 gastierten sie in München in den Centralsälen und im Gärtnerplatztheater. Die 17-jährige Cula starb an einer Lungenentzündung. Die Beerdigung geriet zum Massenspektakel. Das Grab wurde 1921 aufgelassen und die Gebeine Culas der Anthropologischen Prähistorischen Sammlung überlassen.

https://mapping.postkolonial.net/article/grab-von-cula

Jetzt gibt es in München und Landshut Gedenkveranstaltungen mit Künstler*innen aus Benin:

4. Mai, 20 Uhr in der Alten Kaserne in Landshut
5. Mai, 14 Uhr im Ampere -Muffatwerk in München

Flyer für die Veranstaltungen am 4. und 5. Mai

Eine Gesellschaft ist nur so frei wie ihre Frauen – Demo zum 8. März in München

Am 8. März gab es in München eine bunte und kämpferische Demo zum internationalen Fraunkampftag sowie viele kleine Aktionen zum bundesweit ausgerufenen Frauenstreik. (Aufruf)

Ca. 1000 Menschen, davon eine Mehrzahl Frauen, viele mit Kindern und aus unterschiedlichen Zusammenhängen wie Frauengruppen, Gewerkschaften und Geflüchteteninitiativen, nahmen an der Demo teil. In der Demo wurde ein größerer antikapitalistischer Block gebildet. Im Gegensatz zu letztem Jahr, in dem die Demo von einem Polizeispalier begleitet wurde und es zu Angriffen und einer Festnahme kam, hielt sich die Polizei dieses Jahr erfreulicherweise sehr zurück.

Hier ein paar Eindrücke!

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Solidarität ist eine Waffe! Silvester zum Knast!

In guter linker Tradition wollen wir auch dieses Jahr Silvester vor den Knästen feiern und so unseren Genoss*innen in Haft unsere Solidarität zeigen.

Vor 100 Jahren wurde in München die Räterepublik niedergeschlagen. Hunderte Genoss*innen wurden nach Stadelheim verschleppt und ermordet. Auch der deutsche Faschismus nutzte den Knast um Widerstandskämpfer*innen und andere Menschen, die nicht in ihr reaktionäres Weltbild passten, zu verfolgen.

Auch heute sitzen wieder Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugung hier im Gefängnis. Deshalb gilt unsere Solidarität besonders denjenigen, die gerade in München nach §129b angeklagt werden. Die zehn Genoss*innen wurden im April 2015 mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der TKP/ML verhaftet. Im Laufe diesen Jahres kamen nun einige von ihnen endlich frei. Noch bevor der Prozess zu einem absehbaren Ende kommt, verbrachten sie mit über drei Jahren länger in Haft, als von der Staatsanwaltschaft gefordert wird. Obwohl die Anklagepunkte eine Farce und offensichtlich politisch motiviert sind, wird der Prozess fortgeführt. Bei drei der Angeklagten wird auch die Haft aufrechterhalten.

Unsere Genoss*innen sollen so in ihrem politischen Kampf zermürbt und gebrochen werden. Mit lauten Solidaritätsbekundungen wollen wir deshalb an Silvester den Knastalltag in Stadelheim durchbrechen. Zeigen wir unseren Freund*innen, dass unsere politischen Kämpfe durch ihre Gefangenschaft nicht entzweit werden. Als Teil der Solidaritätsbewegung rufen wir alle linken Organisationen zur Solidarität mit den angeklagten Genoss*innen auf.

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Wann & wo? Am 31.12. um 19 Uhr am Giesinger Bahnhof.

Gedenkaktion für die RevolutionärInnen von 1918/1919

Am Samstag den 10.November kamen über 50 Menschen auf dem Ostfriedhof zusammen, um gemeinsam den gefallenen RevolutionärInnen von 1918 und 1919 zu gedenken. Mit vielen roten Fahnen zogen wir zum Revolutionsdenkmal, wo in Musik, Redebeiträgen und einer Schweigeminute an die Toten erinnert wurde. Anschließend ging es in der Trinkstube Balan mit Kulturprogramm aus Lesungen, Live-Musik und einer Ausstellung von Originaldokumenten der Revolutionszeit weiter.

In Bayern stürzte schon in der Nacht des 7. November eine friedliche Massenbewegung die Monarchie und schuf ArbeiterInnen- und Soldatenräte, die sofortige Verbesserungen wie z.B. das Frauenwahlrecht umsetzten. Diese Revolution verlief komplett unblutig. Die in den folgenden Frühlingsmonaten unter großen Widerständen und Schwierigkeiten ausgerufene Münchener Räterepublik wiederum wurde von der Konterrevolution blutig niedergeschlagen, mehrere Tausend revolutionäre ArbeiterInnen und Soldaten wurden von reaktionären Freikorps ermordet. Diese wiederum waren beauftragt von der rechten SPD-Führung und bestanden teilweise aus Vorläuferorganisationen der NSDAP wie der Thule-Gesellschaft.

Die Toten leben in unserem Kampf weiter! Wir erinnern uns an die Ereignisse von vor 100 Jahren und versuchen aus den Erfahrungen von damals zu lernen, damit ihr Opfer nicht umsonst gewesen ist!

Eine tiefere inhaltliche Auseinandersetzung mit der Novemberrevolution wollen wir am 28.11. mit einem Vortrag und anschließender Diskussion anbieten. (100 Jahre Revolution – Was bleibt?)

Hier ein paar weitere Bilder der Aktion:

100 Jahre Novemberrevolution

Die Novemberrevolution in Deutschland 1918

Vor 100 Jahren beendeten revolutionäre Bewegungen die deutsche Beteiligung am Ersten Weltkrieg. Anteil daran hatten eine Vielzahl verschiedener AkteurInnen – Soldaten, ArbeiterInnen, FrauenrechtlerInnen und revolutionäre SozialistInnen. Zum Jubiläum des Aufstandes wollen wir die Erinnerung an die revolutionären Ereignisse wieder aufleben lassen. Darüber hinaus wollen wir uns einen historischen Überblick verschaffen und vor allem fragen: Wie kam es zum großen Aufbegehren und warum ist die Bewegung hin zu einem Rätesystem gescheitert? Wie konnte aus dem kurzen Moment der Hoffnung eine politische Ordnung hervorgehen, die einige Jahre später den Faschismus hervorbringen sollte? Was können wir auch 2018 noch aus den Ereignissen vor 100 Jahren lernen und welche Schlüsse für den Aufbauprozess einer revolutionären Bewegung heute ziehen?

Unsere Broschüre zum 100. Jahrestag als PDF

Veranstaltungen  zur Novemberrevolution in München:

Gedenkaktion

Samstag 10. November, 15.00 Uhr Ostfriedhof
(Eingang gegenüber Tegernseer Landstraße Nr. 10 / Tramhaltestelle Ostfriedhof)
Im Anschluss in der Trinkstube Balan (Balanstr. 21)
warmes Essen und Getränke sowie weiteres Kulturprogramm

Vortrag & Diskussionsveranstaltung

100 Jahre Revolution – Was bleibt?
Mittwoch, 28. November, 20:00 Uhr, Kulturladen Westend