Archive for the 'Allgemein' Category

Programm

Unter Programm 2018 findet ihr die Ankündigungstexte und Infos zu den Vorträgen, Workshops, Podiumsdiskussionen, dem Zeitzeuginnengespräch, der Stadtführung, der Gedenkveranstaltung, zu Party und Kulturteil. Neu im Programm ist ein Vortrag von Regina Wamper zu Geschlechterpolitik und der extremen Rechten.

Sa. 20.10. Paradise Calling

21:00: Lesung von Marc Villon zu „Über Haschisch“ von Walter Benjamin
22:00: Konzert von Elvis de Sade (Wave/Postpunk, München)
23:30: Konzert von GrGr (Gameboypunk, München)
01:00: Techno:
-M4sch4 b2b Iso E Super
-Ephraim & Nilszzz
-Nico Haas / Joshua Schalk / Lukas Drexler

Es gibt günstiges veganes Essen und Getränke, kommt vorbei, tell your friends.

Parteijugend-Verbände stehen hinter Israel

Laut einer Befragung der Jugendverbände bayerischer Parteien stehen die meisten der befragten Jugendorganisationen hinter Israel – und kritisieren unter anderem die Israel-Darstellung der Süddeutschen Zeitung. Mit Ausnahme der Jungen Alternative.

Nahezu alle der befragten Jugendverbände – von Linksjugend über Grüne Jugend, Junge Union bis Bayernpartei – sind der Ansicht, dass die Süddeutsche Zeitung seit „vielen Jahren Israel-Bashing“ betreibe. Das hat eine vor der bayerischen Landtagswahl 2018 durch das „Junge Forum“ der DIG München veranlasste Befragung ergeben. Die Jugendorganisation der Grünen bemerkte darüber hinaus, dass in einzelnen Artikeln der sz auch „antisemitische Züge“ erkennbar seien.

Ebenfalls nahezu einstimmig wünschen sich die befragten Jugendverbände eine Ausweitung des Münchner Stadtratsbeschlusses gegen Israelboykott (BDS) auf ganz Bayern. Die Bayernpartei mit der Einschränkung, dass jede Kommune selbst entscheiden solle. Bis auf eine Ausnahme schätzen alle Jugendverbände den Kampf gegen Antisemitismus als „sehr wichtig“ ein, votieren für eine staatliche Unterstützung des Israeltags und für ein Eingreifen der Polizei, wenn auf Kundgebungen antisemitische Parolen gerufen werden sollten.

„Wird an bayerischen Schulen ausreichend über die Verbrechen des Holocausts informiert?“
Der Landverband der Linksjugend ist laut Befragung der Ansicht, über den Holocaust sollte in bayerischen Schulen zeitlich länger und sachlich breiter informiert werden. Außerdem sei dem „deutschen Opfermythos“ entgegenzuwirken. Die Grüne Jugend wünscht sich in diesem Zusammenhang eine stärkere Behandlung der antisemitischen Ideologie. „Viel zu spät – und langweilig aufbereitet“, empfindet das Thema „Die Partei“ an den Schulen. Auch die Bayernpartei und der Landesverband der Jungen Union teilen laut Befragung die Ansicht, der Holocaust werde an bayerischen Schulen „viel zu wenig“ behandelt. Nahezu alle Parteien wünschen sich eine Unterstützung der Ausstellung „1948“ durch die Kommunen, die über die israelische Staatsgründung informiert.

Klar auf Höcke-Kurs – die Junge Alternative in Bayern
Ein ganz anderes Bild gab die Junge Alternative laut Befragung ab. Die bayerische Jugendorganisation der AfD gab an, der Anti-BDS-Beschluss des Münchner Stadtrates sei „falsch“ gewesen; ein jahrelanges Israel-Bashing habe sie aus der Süddeutschen Zeitung nicht herauslesen können und dem Holocaust werde in der Schule „zu viel Aufmerksamkeit gewidmet“. Außerdem sei der Israeltag „Privatsache“ und solle laut Junge Alternative nicht staatlich unterstützt werden; eher unwichtig sei der Kampf gegen Antisemitismus, so die Jugendorganisation.

Mit Abwesenheit glänzen die Jungsozialisten
Als einziger größerer Parteijugendverband nahm die Jugendorganisation der SPD nicht an der Befragung des „Jungen Forums“ der DIG teil. Das passt ins Bild. Die Jungsozialisten sind auch nicht Teil des „Linken Bündnisses gegen Antisemitismus München“, dem unter anderem Linksjugend, Grüne Jugend, DGB Jugend oder die Falken München angehören. Deshalb aber auf eine antiisraelische Haltung zu schließen, wäre verfehlt. Die Teilnahmslosigkeit liegt allem voran daran, weil die Jungsozialisten in Bayern zuvörderst mit sich selbst, ihren Ritualen und ihrer Partei beschäftigt sind und deshalb allerhand Debatten an ihnen vorbeigehen.

Bewertung von Junge Alternative und Linksjugend
Bemerkenswert ist die klar proisraelische Haltung der Linksjugend in Bayern, was für etliche, aber lange nicht für alle Landesverbände der Linksjugend selbstverständlich ist. Beispielsweise pflegen die Landesverbände NRW oder Hamburg ein dezidiert antizionistisches Profil. Außerdem geht die bayerische Jugendorganisation mit ihrem Wunsch nach Ausweitung des Anti-BDS-Beschlusses auf Distanz zu ihrer Mutterpartei in München, die den Beschluss des Stadtrates bis zuletzt bekämpft hat (verlinkte Stellungnahme als Screenshot, weil von Homepage entfernt).

Ebenfalls konträr zu Teilen der Mutterpartei verhält sich die Junge Alternative. Während der AfD-Fraktionsvorsitzende, Alexander Gauland, proisraelische Sonntagsreden im Bundestag zu platzieren vermag, erinnert sich die bayerische Jugendorganisation in Bayern noch daran, wer den brüchigen Weltfrieden gefährdet.

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Programmübersicht

Eine Programmübersicht für den Antifaschistischen Kongress Bayern 2018:
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DONNERSTAG

Ab 20:00 (Kafe Marat)

  • Abendessen

21:00-22:30 (Kafe Marat)

  • Collage zur Utopie des kommunistischen Begehrens (Janis Walter, Katharina Vitt, Ann-Katrin Lebuhn und Fabian Blunck)

Ab 22:30 (Kafe Marat)

  • Antifaschistischer Kongress goes Antifacafe

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FREITAG

14:00-18:00 (Am Stadtmuseum)

  • Stadtführung „Revolution in Bayern“ und Führung durch die Ausstellung „Ehem. jüdischer Besitz” – Erwerbungen des Münchner Stadtmuseums im Nationalsozialismus

19:00-21:30 (DGB-Haus)

  • Podiumsdiskussion: Was ist „Rechtsruck“ und wie werden wir ihn los? Mit: Saskia Anders, Jerome Trebing und Regina Wamper

Ab 22:00 (Kafe Marat)

  • Gemütlicher Abend

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SAMSTAG

Ab 9:00 (DGB-Haus)

  • Frühstück

10:00-11:30 (DGB-Haus)

  • Deutschland – Kaltland. Aktuelle rechte Mobilisierungen (tba)
  • Feministische Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen* (Tanja Sachs)
  • Faschisierung der Gesellschaft (Klaus Weber)
  • Einheitsgewerkschaft und Antifaschismus: Der Zugang der Gewerkschaften zum Antifaschismus (Wolfgang Veiglhuber)

12:00-13:00 (DGB-Haus)

  • Mittagessen

13:00-14:30 (DGB-Haus)

  • Zeitzeuginnengespräch zur NS-“Euthanasie“ (Antje Kosemund)
  • Kybernetik, Politik, Polizei und der Schwarze Block (Hans Christian Dany)
  • Antisemitismus und die AfD (Stefan Dietl)
  • Open Space zur Auswertung der bayerischen Landtagswahl

15:00-16:30 (DGB-Haus)

  • Podiumsdiskussion: Kein Schlussstrich! – Aber wie weiter? (Alexander Hoffmann, Caro Keller, Patrycja Kowalska)
  • Neue Klassenpolitik statt Rechtsruck und Neoliberalismus (Sebastian Friedrich)
  • Was tun? (Straßen aus Zucker)
  • Digitale Selbstverteidigung (Kristian Glockner)

17:00-18:30 (DGB-Haus)

  • Podiumsdiskussion: Arbeitskämpfe im Zeitalter der Digitalisierung (Nina Scholz und John Malamatinas)
  • Antifeminismus (tba)
  • Die christliche Rechte in Deutschland (Lucius Teidelbaum)
  • Workshop Social-Media (Medienkollektiv Wien)

18:30-20:00 (DGB-Haus)

  • Abendessen

20:00-22:00 (DGB-Haus)

  • Podiumsdiskussion: Utopien (Raul Zelik, Carolin Wiedemann, Roger Behrens, Gisela Notz)

Ab 22:00 (Kafe Marat)

  • Kaye (Rap/Bass), Tiger Magic (Postpunk, Leipzig), Bad News (Love Techno Hate Germany), Sturm&Zimmer (bushbash), Weissenburger, Maexwelt (Isarbass)

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SONNTAG

Ab 9:00 (Kafe Marat)

  • Frühstück

10:00-11:30 (Kafe Marat)

  • Vom „Untergang“ zur „Befreiung“- Zur Geschichte und Gegenwart deutscher Erinnerungspolitik (Nina Rabuza)
  • Antisemitismus im Rap (David Häußer)

Ab 13:00 (Gedenkstätte Dachau)

  • Gedenkveranstaltung der DGB-Jugend Bayern zu den Novemberpogromen.

Do. 18.10. Antirep-Tresen

Not alone, out of action, die Rote Hilfe und die Demosanis Muc laden ein:

Von den Cops verprügelt, von der Staatsanwaltschaft angeklagt und von Gerichten verurteilt. Das Leben von politisch aktiven Menschen ist manchmal nicht leicht. Zum Glück gibt es Strukturen, die sich um euer emotionales und körperliches Wohlbefinden kümmern, euch mit Rat und Tat sowie finanziellem Support zur Seite stehen. Diese stellen sich vor und beantworten eure Fragen.

Film: A Punk Tribute to Bewegung 2. Juni/Haschrebellen

Mike Spike Froidl presents

„A Punk Tribute to Bewegung 2. Juni/Haschrebellen“

– Schöne Bankraube und ein Peter Diebstahl- R: Mike Spike Froidl , D 2018, 65 min.

Bewegung 2. Juni – 1972 aus den Westberliner Haschrebellen und Tupamaros hervorgegangen. Zusammengeschweißt durch die Erschießungen von Schelm, Rauch und Weissbecker durch die Polizei. Die Anarcho-Chaoten-Alternative zur Roten Armee Fraktion. Bewegung 2. Juni – Dargestellt von ihren Anarcho-Punk-Nachfahren !

Trailer: https://vimeo.com/265455164

Freitag 12.10.18 um 20 Uhr im IRRland, Bergmannstr.8, 80339 M.

Samstag 13.10.18 um 20 Uhr im S.PACE, Schweigerstr.6, 81541 M.

Sonntag 14.10.18 um 16 Uhr in der Ligsalz8, Ligsalzstr.8, 80339 M.

Der Film-Autor ist anwesend

Fr. 12.10. Vortrag: Kohleabbau und die Rodung des Hambacher Forstes.

Der Hambacher Forst ist zum Symbol des Widerstandes gegen den Braunkohleabbau in Deutschland geworden.
Aktivist*innen von Ende Gelände München erklären, warum es sich gerade jetzt notwendig ist, Widerstand gegen die Kohle zu leisten. Der Vortrag informiert zudem über die vom 25.-29.10.2018 geplante Massenaktion von Ende Gelände gegen den Kohleabbau im Rheinischen Braunkohlerevier und die Rodung des Hambacher Forstes.

Offen ab 20 Uhr, Vortrag gegen 21 Uhr.

Kommendes Wochenende Umzugs-Räumaktion auf OLGA

Hallo ihr lieben Umzugshelfer×innen,

die Zeit wird knapp.

Noch drei Wochen, dann müssen wir unseren Platz geräumt haben.
Wo es dann hingeht?
Noch ist das nicht klar, aber sicher ist dass wir weiter abbauen müssen.

Am Wochenende geht der Abbau weiter.
Dieses mal wird unser Veranstaltungsbereich abgebaut.
Auch die Beete werden weiter zerlegt und ein paar Sperrmüllfuhren stehen an.
Bei all diesen schönen Aufgaben freuen wir uns auf eure Unterstützung.

Los geht es Samstag sowie am Sonntag jeweils um 11 Uhr.

Für Essen und Getränke ist gesorgt. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch.

Der lange Arm der Mullahs: Prozess gegen Kazem Moussavi in München

Am Dienstag beginnt die öffentliche Hauptverhandlung gegen den irankritischen Blogger und Sprecher der Green Party of Iran, Kazem Moussavi, in München. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, er verbreite auf seinem Blog „Iran Appeasement Monitor“, „Hass auf alles, was im Iran aktiv ist“. Ferner habe Moussavi das Ziel, „die iranische Regierung zu stürzen“, heißt es in der Anklageschrift. Dazu führe der israelsolidarische Blogger eine „Kampagne mittels Blogeinträgen durch, um sich anbahnende Entspannungen der Beziehungen zum Iran zu verhindern“.

Die Klage führt Dawood Nazirizadeh, Vorstandsmitglied der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS), der sich von Moussavi nicht als regimetreuer Wirtschaftslobbyist dargestellt sehen möchte – und deshalb wegen angeblicher Verleumdung klagt. Als Anwalt hat Nazirizadeh ausgerechnet Michael Hubertus von Sprenger engagiert. Von Sprenger vertrat bereits den türkischen Präsidenten Erdogan gegen Jan Böhmermann, Jürgen Elsässer gegen Jutta Ditfurth, Milli Görus und den Holocaustleugner David Irving.

Dawood Nazirizadeh mit Hamidreza Torabi (IZH/IAD), Ali Majedi (Mullah-Botschafter in Berlin) und Abdolhassan Nawab (Mitglied des Expertenrates der IRI und Qomer URD-Chef), 2017 im Auswärtigen Amt

Kazem Moussavi wird hingegen von Norman Nathan Gelbart verteidigt, der unter anderem die Präsidentin der IKG Oberbayern und München, Charlotte Knobloch, gegen Abi Melzer erfolgreich vertrat. Der „Aufruf zur Solidarität mit Kazem Moussavi“ wird durch zahlreiche Prominente unterstützt, darunter Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jungsozialisten, Seyran Ateş, Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee sowie der Vorsitzenden der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane.

Das Münchner Gericht dürfte deshalb ein beliebter Ort für solche und ähnliche Klagen sein, da viele der letzten Urteile den Verdacht nährten, dass in München die Meinungsfreiheit tiefer und die Ehrverletzung höher hängt als anderswo. Die bayerische Wirtschaft befindet sich auf Betreiben der Politik wieder im engen Austausch mit iranischen Staatsbetrieben. Ein denkbar ungünstiges Pflaster für die Meinungsfreiheit.

Die Hauptverhandlung findet am Dienstag, den 9.10.2018 um 09:30 Uhr im Landgericht München im Sitzungszimmer 223, 2.Stock, Prielmayerstr. 7, statt.

Do. 11.10. Film: Gespräch mit Herbert Marcuse

Schon früh kam Herbert Marcuse zum Institut für Sozialforschung in Frankfurt und arbeitet mit an der Entwicklung der sog. kritischen Theorie. 1932 verließ er Deutschland, wurde 1940 amerikanischer Staatsbürger und lebte zuletzt bei San Diego in Kalifornien. Marcuse hat an verschiedenen amerikanischen Universitäten gelehrt und seine Schriften haben unter anderem die Studentenbewegung von 1968 wesentlich beeinflusst. Auch die Bürgerrechtsbewegung in den USA hat er mit seiner Theorie gestützt. Herbert Marcuse steht in der Tradition jener europäischen Philosophie, deren Grundthema die Freiheit des Menschen ist.

Offen ab 20 Uhr