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„Ihn haben sie zum Juden gemacht und mich zur Antisemitin“

Samstag und Sonntag kam es in München zu weiteren antiisraelischen Kundgebungen, veranstaltet von der Palästinsischen Gemeinde München sowie türkischen Verbänden. Eine Enkelin des verstorbenen TV-Moderators Robert Lembke schwang sich zu einer bemerkenswerten Rede auf. Die beiden gruseligen Aufführungen im Überblick.

Etwa 60 Menschen versammelten sich am Samstag, dem 16.12.2017, auf dem Max-Joseph-Platz zu einer antiisraelischen Kundgebung. Als Rednerin trat Linda Benedikt, die Enkelin des TV-Moderators Robert Lembke („Welches Schweinderl hättens denn gern?“) auf. So wie ihr Großvater, dessen Vater Jude war, fälschlicherweise im NS als Jude identifiziert worden sei, sei Benedikt von „diesem Land und dieser Stadt“ zu etwas gemacht worden, was sie ebenfalls nicht sei: „Meinen Großvater haben sie zu einem Juden gemacht und mich zu einer Antisemitin“.

Als Opfer, welches dieser Analogie zufolge ähnlich wie Juden im NS behandelt werde, teilte Benedikt kräftig gegen den jüdischen Staat aus. So würden Zeitungen ihre „Recherchen“ aus Israel und den umstrittenen Gebieten nicht drucken, da Redakteure Angst vor einer Israellobby hätten. Dieser sie es gelungen, „jegliche Kritik an der Politik Israels als antisemitisches Geschmiere zu bezeichnen“. Des weiteren würden „die Juden“ den Palästinensern das Leben „unmöglich“ machen. Jerusalem sei ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Muslime gewesen, bevor es von Israel kontrolliert wurde. Muslime würden heute nicht am Tempelberg beten dürfen.

Auf einer ganzen Reihe der Darstellungen wurde Israel von der Landkarte gestrichen (kleine Auswahl)

„Obwohl ihr auf der Liste von Schindler steht“
Im weiteren Verlauf der Kundgebung spielten die Veranstalter kommentarlos Audioaufnahmen ab. Unter anderem wurde das antisemitische Lied „Freiheit für Palästina“ von Geeflow abgespielt, in dem es beispielsweise heisst: „Ihr Monster, obwohl ihr auf der Liste von Schindler steht, tötet ihr. Es heisst Palästina und nicht Israel“.

Außerdem war ein Ausschnitt eines Radiogesprächs zu hören, in welchem der Moderator einen Anrufer fragte, mit welchem Recht das britische Empire den Juden ein Land geben konnte, das ihnen nicht gehörte. Die Auffassung, Israelis würden in einem Land leben, das ihnen nicht gehört, schienen auch die meisten Teilnehmer zu vertreten. So waren zahlreiche Plakate zu sehen, die die umstrittenen Gebiete sowie den Staat Israel in den palästinensischen Nationalfarben zeigten. Auf einem stand: „Das ist Palästina, nicht (Israel)“. Einige Redebeiträge wurden auf Arabisch gehalten. Während der Begriff bei den deutschsprachigen Ansagen nicht fiel, hörte man „Intifada“ bei den arabischen relativ häufig.

Die Kundgebung fand innerhalb einer etwa 15 mal 15 Meter langen Einzäunung unter relativ großer Polizeipräsenz statt. Gegendemonstranten zeigten ein Transparent mit der Aufschrift „Solidarität mit Israel – Gegen Antizionismus und Antisemitismus“ sowie die Israelische Flagge. Die Kundgebungsteilnehmer bedachten die Israelfreunde mit Rufen wie „Kindermörder Israel“ und „Zionisten raus“. Das „Linke Bündnis gegen Antisemitismus München“ – hauptsächlich ein Zusammenschluss aus Grüner Jugend und Linksjugend München – hatten zu Protesten aufgerufen. Ebenfalls die Gruppe „Project Communism“.

Etwas gezügelt, die türkische Version

Eine zweite, kleinere propalästinensische Kundgebung fand am Sontag an selber Stelle statt. Zu der Versammlung, an der etwa 40 Menschen teilnahmen, hatten türkische Organisationen aufgerufen. Es wurde eine Pressemitteilung der AKP-nahen Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Präsident Trump verlesen. Im Tonfall waren die Redebeiträge deutlich zurückhaltender als die Verlautbarungen am Tag zuvor. Es wurde dazu aufgerufen „die Wahrheit“ über Palästina zu verbreiten. Für die palästinensische Sache müsse man keine Flaggen verbrennen oder Gewalt anwenden. Es wurde der Bundesregierung für „Zurückhaltung“ in der Jerusalemfrage gedankt. Gegenproteste fanden nicht statt.

Mit Hammer&Sichel-Mütze auf der Demonstration türkischer Nationalisten am Sonntag

Eine Woche zuvor hatte es eine deutlich größere Demonstrationen gegeben, die den Veranstaltenden ziemlich aus dem Ruder gelaufen ist. Es kam zu Übergriffen auf die Gegendemonstration, wie ein Video-Mitschnitt von 24mm-Journalism dokumentiert.

Weiterführendes:
Auch Michael Trammer hat einige Bildeindrücke vom Samstag getwittert:

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Münchner Stadtrat fasst Anti-BDS-Beschluss

In der heutigen Vollversammlung hat der Münchner Stadtrat mit großer Mehrheit die Israel-Boykott-Kampagne (BDS) sanktioniert und der Verwaltung die „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ vorgeschrieben. Der Vertreter der NPD-Tarnorganisation BIA, die rechtskonservative ÖDP, die Linkspartei und ein kleinerer Teil der Grünen stimmten dagegen.

Um etwa 16 Uhr konnte Charlotte Knobloch – und mit ihr viele andere – aufatmen. Sie sei dankbar für die Sensibilität des Stadtrates „hinsichtlich der differenzierten Formen von Antisemitismus“ sowie für „die sichtliche Entschlossenheit, ideologischen Aktivisten keinen Spielraum zu lassen“, kommentierte die Präsidentin der IKG München und Oberbayern direkt im Anschluss.

In der nun gültigen Resolution bekennt sich die Stadt München „solidarisch zu Israel“ und „uneingeschränkt zu Israels Recht auf Existenz und Selbstverteidigung“. Die „schärfste Verurteilung“ spreche sie „aller Formen von offenem und verdeckten Antisemitismus“ aus. München und ihre städtischen Gesellschaften haben sich laut Resolution „strikt an diesen Grundsätzen“ zu orientieren. Außerdem solle die Landeshauptstadt die sogenannte „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ der zuständigen EU-Agentur „in ihr Verwaltungshandeln“ übernehmen.

Des Weiteren dürfen Veranstaltungen, welche sich mit den „Inhalten, Themen und Zielen“ der Israel-Boykott-Kampagne (BDS) befassen und diese unterstützen nicht in städtischen Räumlichkeiten stattfinden und nicht bezuschusst werden. Die Stadt kann Zuschüsse außerdem zurückfordern, falls sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass auf einer Veranstaltung doch für den Israel-Boykott geworben wurde.

Ursprungsantrag leider entschärft
Insbesondere die Anerkennung der „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ dürfte der Kritik an antisemitischen Veranstaltungen Auftrieb geben. Zwar ist zu erwarten, dass antisemitische Gruppen ihre Veranstaltungsankündigungen und Förderanträge zukünftig arbeitsdefinition-konform ausgestalten werden. Aber zumindest im Nachgang sind sie haftbar zu machen.

Leider stellt der Beschluss – anders als im Ursprungsantrag von SPD und CSU vorgesehen – nicht auf die BDS-Unterstützer-Organisationen selbst ab, sondern auf jede einzelne Veranstaltung. Es ist also bei jeder geplanten Veranstaltung im Vorfeld nachzuweisen, dass die Israel-Boykott-Kampagne auf besagter Veranstaltung unterstützt werden wird. Und die Beurteilungsgrundlage ist die Veranstaltungsankündigungen der fraglichen Organisation selbst.

Eine überwältigende Mehrheit unterstützte den Antrag. Ein flammendes Plädoyer gegen den Antrag trug hingegen der Stadtrat Karl Richter (NPD) vor, den mit der palästinensischen Sicht der Dinge zwei Ideologien eng verbinden. Zum einen die Blut&Boden-Ideologie, wonach jeder Mensch einem Volk und dieses Volk einem Boden angehört, was auch eine unendliche Vererbbarkeit des Flüchtlingsstatus‘ begründet, zum anderen der gemeinsame Feind.

Auftritt des Botschafters völkischer Freundschaften
Richter prangerte eine angebliche „völkerrechtswidrige Besetzung Palästinas“ an. Deshalb müsse man nicht gleich „die Arme über dem Kopf zusammenreißen“, wenn von BDS die Rede sei, stammelte der NPD-Kader. Derzeit würden wieder „israelische Streitkräfte in Frauen und Kinder hineinschießen“ und die Stadt München stärke hingegen das „städtische Denunziationsnetzwerk“. Ein „Israelhasser oder Judenfresser“ sei er übrigens nicht, erklärte Richter abschließend.

Der letzte Satz sei an „Scheinheiligkeit nicht zu überbieten“, kommentierte der zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) Richters Rede und verwies auf vergangene, abwertende Auslassungen Richters gegenüber dem Stadtrat Marian Offman (CSU), der auch Vorstand der hiesigen IKG ist.

Neben Richter stimmten die rechtskonservative Ökopartei ÖDP und die Linkspartei geschlossen gegen den Antrag. Jedoch distanzierte sich Brigitte Wolf von der Linkspartei vom Redebeitrag Richters. Ihre Partei habe eine andere Kritik und diese bereits im Ausschuss geäußert, betonte sie. Doch die dort geäußerte Kritik war nicht besser.

Linkspartei nimmt Vertreibung von Jüdinnen und Juden in Kauf
Die Linkspartei wollte unter anderem geändert sehen, dass das Recht auf Existenz und Selbstverteidigung Israels nur innerhalb von „international anerkannten Grenzen“ gelte. Würde sich Israel an diese Phantasmagorien der Münchner Linkspartei halten, wären beispielsweise die Dörfer und Kibbuzim auf den Golan Höhen der vom Vernichtungswunsch beseelten Hisbollah schutzlos ausgeliefert. Die Region wäre innerhalb von Stunden so „judenrein“ wie jede Region in den umstrittenen Gebieten, die Israel nicht militärisch kontrolliert (A-Gebiete). Ob die Münchner Linkspartei-Fraktion der Wunsch nach mehr „judenreinen“ Gebieten wirklich umtreibt oder einfach nur die Dummheit, muss an dieser Stelle offen bleiben.

Die Änderungsanträge von HUT und Grünen spiegelten die Kritik der Kulturreferats, das in den letzten Jahrzehnten viele Hunderte antiisraelische Veranstaltungen direkt oder indirekt gefördert hat und offenbar nach einem Weg suchte, dass das so bleiben kann. Allesamt schlugen Änderungen für die Formulierung des Beschluss-Entwurfes vor, dass Veranstaltungen nicht die „Inhalte, Themen und Ziele“ der BDS-Kampagne verfolgen dürfen. Denn die Themen und Ziele der BDS-Kampagne seien „keine verwerflichen Anliegen“, argumentierte beispielsweise das Kulturreferat. Demnach folgten HUT und Grüne in ihrem Antrag dem Vorschlag des Kulturreferats, die Passage in „Inhalte, Maßnahmen und damit verbundenen Ziele“ abzuändern. Die Anträge wurden im Ausschuss allerdings abgelehnt.

Die Grünen waren in ihrem Abstimmungsverhalten gespalten. Einerseits gab es von der letzten grünen Landesdelegierten-Konferenz den Beschluss, der BDS-Kampagne grundsätzlich entgegenzutreten. Aber eine Fraktionsminderheit aus Demirel, Hanusch, Dietrich, Krieger und Bickelbacher stimmten dennoch gegen den Beschluss, was an dieser Stelle hinsichtlich der Schlamassel Muc-Kommunalwahl-Empfehlung 2020 in dieser Ausführlichkeit notiert sei.

Die Grüne Jugend München hatte sich im Vorfeld für den Anti-BDS-Entschluss stark gemacht. Antisemitische Ressentiments würden auch in München vermehrt unter dem „Deckmantel der ‚Israelkritik‘“ geäußert, sagte Sprecherin Lilith Reim. Der Antrag zeige, dass „die Stadt München die Problematik erkannt“ habe. „Die BDS-Kampagne betreibt nichts anderes als Hetze gegen den jüdischen Staat“, ergänzte Grünen-Sprecher Georg Kurz.

BDS National Commitee (BNC) mischt mit
Zuvor hatten die üblichen antizionistischen Gestalten bei der Ausschusssitzung demonstriert und eine Stellungnahme des BDS National Committees (BNC) an die Stadträte versendet. Dem BNC gehören zahlreiche mehr oder weniger offen antisemitische Organisationen an. Zumeist an erster Stelle erwähnt und maßgeblich im BNC ist das „Council of National and Islamic Forces in Palestine“, das wiederum aus Terrorgruppen wie der Hamas oder PFLP, DFLP und Islamischer Djihad besteht. Dass sich diese Gruppen vom Anti-BDS-Beschluss der Stadt München auf den Plan gerufen fühlen, zeigt, dass der Beschluss sie offenbar trifft – oder wie gut die Verbindungen der örtlichen Antizionisten nach Ramallah sind.

Das BNC-Schreiben sollte am 4. Dezember im Stadtcafe gegenüber der Synagoge im Rahmen einer Presseeinladung von Judith Bernstein (Jüdisch Palästinensische Dialoggruppe) vorgestellt werden. Dafür verantwortlich zeigte sich Wolfgang Killinger, Vorstand Humanistische Union Südbayern und Vertreter des Palästina Forums München. Bernstein und Killinger übten bei dieser Gelegenheit offenbar schon den gemeinsamen Auftritt für die geplante Preisverleihung der Humanistischen Union an Bernstein im kommenden Jahr ein.

Jetzt kommt es darauf an, dass die Verwaltung – insbesondere das Kulturreferat – den Beschluss auch ernst nimmt. Er lässt einige Bewertungsspielräume offen, und es wird sich zeigen, ob der Apparat diese Regelungen streng oder lasch auslegt.

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Mi. 13.12. Rebellion und Antirepression

In sich zuspitzenden Zeiten ist es manchmal notwendig den Verhältnissen kräfitg contra zu geben. Die Punklegende DJ Dosenstechen wird genau das unternehmen und euch passend für diesen Tag die besten Punkhits gegen Staat, Repressionsorgane und Langweile um die Ohren hauen. Macht euch gefasst auf die eine oder andere Überraschung an diesem Abend. Allein machen sie dich ein, also komm mit ins Mittwochskafe.

La ZAD bleibt (do, 14.12.)

Olalá….

An diesem Abend wollen wir über die Geschichte und über das Leben in einer großen Landbesetzung in Frankreich, der ZAD (Zone a Défendre) informieren. Wir wollen über den aktuellen Stand der (von der Regierung eingesetzten) Mediation berichten und diskutieren. Von einem zeitnahen Räumungsversuchs bis zu einer Legalisierung der ZAD scheint momentan alles denkbar.

Los gehts um 20:00.

Im Anschluss legen Ingrid & Simon Soul, Blues & Rock-Platten auf.

Weitere Infos: Was ist La ZAD? (Auszug von der ZAD-Homepage)

„Seit über 50 Jahren haben LandwirtInnen und Einheimische sich dem Bau eines neuen Flughafens für die französische Stadt Nantes widersetzt (die im Übrigen bereits einen hat). Heute blüht in diesen reichhaltigen Feldern, Wäldern und Feuchtgebieten, welche das multinationale Vinci mit Beton bedecken will, ein Experiment, das tägliche Leben im Kampf neu zu Erfinden. Radikale aus aller Welt, lokale LandwirtInnen und DorfbewohnerInnen, BürgerInnengruppen, HandelsgewerkschaftlerInnen und NaturalistInnen, Flüchtlinge und AusreißerInnen, BesetzterInnen und Klimarechts-AktivstInnen und viele Andere organisieren sich, um die 4000 Morgen Land gegen den Flughafen und seine Welt zu Verteidigen. RegierungssprecherInnen haben das Land als „für die Republik verlorenes Gebiet“ erklärt. Seine BesetzterInnen nannten es: la zad (zone a défendre), zu verteidigende Zone. Im Winter 2012 haben tausende BereitschaftspolizistInnen versucht die Zone zu räumen, aber ihnen trat ein bestimmter und vielseitiger Widerstand gegenüber. Dieser gipfelte in einer 40.000 Personen starken Demonstration, um Teile dessen, was vom französischen Staat zerstört wurde, wieder aufzubauen. Weniger als eine Woche später sah sich die Polizei gezwungen, das was sie „Operation Cesar“ nannten, zu stoppen. Während der letzen drei Jahre war die zad eine herausragende Forschungsstätte für neue Lebensweisen, die in der Zusammenarbeit zwischen all jenen, die die Vielfalt dieser Bewegung ausmachen, wurzeln.“ https://zad.nadir.org/spip.php?article4026

Broschüre „Verteidigt die ZAD – ein Aufruf zur internationalen Solidarität“ zum Download: (https://constellations.boum.org/spip.php?article194)

Do. 07.12. Antifa-Café

10 Thesen zum Islamismus
La banda vaga zu den materiellen und historischen Grundlagen des Islamismus.

Der Islamismus ist ohne Frage eines der zentralen Themen der Gegenwart. Die journalistische und wissenschaftliche Flut an Interpretationen und Theorien ist kaum noch zu überschauen, lediglich brauchbare materialistische Analysen tauchen wenn überhaupt nur vereinzelt auf. Dies führt, auch unter Linken, nicht selten zu katastrophalen politischen Einschätzungen: Für die einen sind zumindest bestimmte islamistische Gruppierungen Ausdruck eines berechtigten antiimperialistischen Widerstandes, andere wiederum wollen dem Islamismus im Schulterschluss mit Staat und Militär mit „westlichen Werten“ entgegentreten. Beides ist unserer Ansicht nach verfehlt. Darum haben wir den Versuch unternommen, uns dem Phänomen mit einigen Thesen über die materiellen und historischen Grundlagen des Islamismus sowie zu den daraus resultierenden politischen Konsequenzen anzunähern. Diese Thesen, die im neuen Kosmoprolet #5 erscheinen, würden wir gerne mit euch diskutieren.

Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr

NETZWERKFEST am Samstag, 2. Dez. ab 19 Uhr in der Glocke

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Sa. 2.Dezember in der Glocke ab 19 Uhr!

Express Brass Band * SPIKA IN SNÜZZ
Tanz * Speis * Trank * Netz

Eintritt frei

Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt e.V.
Blumenstraße 7

http://www.netzwerk-muenchen.de/

http://www.glockenbachwerkstatt.de/veranstaltungen/2/12/2017

Netzwerk München e.V.
Selbstverwaltete Betriebe und Projekte
Der Verein wurde 1980 im Werkhaus gegründet, nach eingehenden
Vorgesprächen im Ruffini. Sponton zeichnete übrigens damals die
Diskussionen auf. Ziel des Vereins ist die Förderung selbstverwalteter
Betrieb, kultureller, sozialer und politischer Projekte.
Hier hat Netzwerk viel auf den Weg gebracht, unter anderem auch dadurch,
dass es Büro und Infrastruktur für andere Gruppen zur Verfügung stellte
(Volkszählungsboykott, Wackersdorf, Tschernobyl, Weltwirtschaftsgipfel
in München etc.). Sein Geld bekommt Netzwerk von Einzelmitgliedern, die
monatlich eine bestimmte Summe zur Verfügung stellen, und von
Mitgliedsprojekten, wobei fast alle selbstverwalteten Betriebe Münchens
mittlerweile Mitglied sind. Ein Grundsatz von Netzwerk München war es
über die Jahre, finanziell (und damit auch politisch) unabhängig zu sein
und nicht mit Parteien oder kommunalen Stellen zusammenzuarbeiten.

Brunch am Sonntag, 3.12.

Liebe Freundinnen und Freunde des Hauses,

am Sonntag öffnen wir um 11 Uhr wieder unsere Tür für einen gemütlichen Brunch in geselliger Runde!

Wir hoffen, dass es euch nicht zu kalt ist, um das Haus zu verlassen und einen warmen Tee und guten Kaffee bei uns zu trinken.

Kommet zu Hauf,

Eure Ligsalz8

 

Fr. 01.12. Björn Peng + GrGr

Björn Peng (Darkrave, Freiburg)
Björn Peng ist zurück! Kalt, hart und direkt nimmt er auf seinem neusten Release „Nihilist Tunes“ den Faden seines Debüt-Longplayers „Dark Rave“ auf. Der Sound wird eingeschwärzt und gleicht einem musikalischen Amoklauf ohne Rücksicht auf Verluste. Resignation statt Rebellion – der Karren ist im Dreck! Der Soundtrack zu elektronischem Eskapismus in seiner reinsten Form: EBM, Punk, Hardcore und Stadion-Techno teilen sich dabei das Schlachtfeld über dem der Bassnerd sein Soundgewitter aufziehen lässt. Aus dem verdunkelten Himmel prasseln Sägezähne und Gitarrenriffs hernieder und liefern sich ein brutales Gemetzel mit den versprengten Soundresten der Neunziger-Rave-Euphorie. Creepy Vocals, verstörende Samples und markerschütternde Schreie bringen sich ebenfalls in Stellung um sich die Vorherrschaft links und rechts der Bassdrum zu erkämpfen. „Lebendig kriegt ihr mich nicht“, scheint einem der Anarcho-Raver noch entgegenzurufen bevor die Energie von „Nihilist Tunes“ die Boxen explodieren lässt!

GrGr (Gameboypunk, München)
Zu GrGr braucht hier nicht mehr viel geschrieben zu werden: Der Lokalmatador in Hot-Pants gibt dem Müncher Pöbel, was der Müncher Pöbel braucht!

Fr. 24.11. Spontankonzert mit Thomas Tulpe

Wenn unsere Homies vom Freiraum Dachau kurzfristig eine Ausweichlocation brauchen, sagen wir natürlich nicht nein.

Deshalb beehrt uns heute spontan ein Alleinunterhalter im Kafe Marat. Thomas Tulpe heißt er und in seiner Biografie ist von „ungezügelten Auftritten des schreienden Entertainers“, „Humor“ und „hoher Hitdichte im Vintage-Electrosound“ die Rede. Also kommt vorbei.

Solidaritätserklärung der Nutzer des „Haus mit der Roten Fahne“

Zum reaktionären Vorstoß der CSU gegen das „Kafé Marat“

„Es war eine interessante Debatte über den Kampf gegen eine unliebsame politische Institution (…). Wir sagen klar: Um diese Institution ist es nicht schade, wir brauchen keine Kommunisten in dieser Stadt.“ (Manuel Pretzl, CSU, am 15. Februar im Münchner Stadtrat zum „Haus mit der Roten Fahne“)
Werte Nutzerinnen und Nutzer des „Kafé Marat“, mit obigen Worten krönte der CSU-Fraktionsvorsitzende (und Antragsteller gegen Euch) eine Debatte im Münchner Stadtrat, der gegen demokratische Grundrechte im Februar 2017 mehrheitlich die Liquidierung des „Haus mit der Roten Fahne“ im Münchner Westend beschloss, nachdem die Landeshauptstadt monatelang behauptet hat, das Haus müsse verschwinden, um „bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen. Danach wurde seitens der Stadt Räumungsklage gegen uns eingereicht, welche im November vor dem Landgericht verhandelt wird. Das „Haus mit der Roten Fahne“, eine seit über 40 Jahren in der Tulbeckstraße ansässige Institution der Arbeiterbewegung, soll verschwinden, weil sie einer Koalition aus CSU, SPD und offenen Faschisten ein Dorn im Auge ist. Im Zuge einer allgemeinen Mobilmachung, gerade nach der Hamburger Bürgerkriegsübung, gegen alles und jede/n, was/wer nicht in das Weltbild der CSU passt, wundert es wenig, dass auch gegen das „Kafé Marat“ vorgegangen wird – ebenfalls mit Lügen und „ordentlicher Beweisführung“, mit dem Unterschied, dass in Eurem Fall von Anfang an die politische Stoßrichtung benannt wird. Diese Leute scheinen Angst vor einer sich organisierenden antikapitalistischen und antifaschistischen Jugend zu haben. Man hätte ein wahltaktisches Manöver vermuten können, würde die selbsternannte „Sammlungsbewegung zur Rettung des Vaterlandes“ nicht schon seit 1949 das Grundgesetz sturmreif schießen. Lasst uns die Angriffe auf unsere Häuser der Kultur und der politischen Diskussion, wie auch die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit gemeinsam beantworten!
Mit solidarischen Grüßen, die Nutzer des „Haus mit der Roten Fahne“