Archive for the 'Allgemein' Category

Liebessause in der Vernichtungspause: tz ziert Zeitungskästen mit nettem Wehrmachtsonkel

Wie unverkrampft man in Münchner Schreibstuben inzwischen mit dem deutschen Vernichtungskrieg zwischen 1941 bis 1945 umgeht, konnten sich die Münchnerinnen und Münchner letzten Montag an jedem Zeitungskasten der Münchner tz ansehen.

Neben dem netten alten Ehepaar Kiesling, das seinen 75. Hochzeitstag feierte, platzierte die Zeitung das historische Hochzeitsfoto der Kieslings. Darauf erscheint Walter Kiesling allerdings nicht annähernd nett, sondern in Wehrmachtsuniform mit allerhand Orden.

Es sind neben Verwundetenabzeichen das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse zu sehen, sowie die Auszeichnung „Winterschlacht im Osten“ (Gefrierfleisch-Orden), die damals als „Würdigung des heldenhaften Einsatzes gegen den bolschewistischen Feind während des Winters 1941/42“ vergeben wurde. Dazu das obligatorische Hakenkreuz. Die 79. auf den Schulterklappen ist ein Hinweis auf die Regiments-Zugehörigkeit.

Fest steht jedenfalls, dass sich Kiesling in einem brutalen Vernichtungskrieg der deutschen Wehrmacht hochverdient gemacht hat. Während die Wehrmacht quer durch Osteuropa den Weg freimordete und die Dörfer niederbrannte, zog die SS die Konzentrationslager in ihrem Windschatten hoch.

Herzig mit Hakenkreuz
Im Artikel in der tz werden seine Einsätze am Mordwerkzeug mit einer Liebesgeschichte verrührt. Nach seiner ersten verletzungsbedingten Auszeit im Lazarett habe er die „hübsche Dunkelhaarige“ dann „auf einem Tanzvergnügen für die Verwundeten“ kennengelernt. „Kaum war ich draußen, hat’s mich wieder erwischt“, zitiert ihn die tz. Aus Russland habe er „seiner Inge Liebesbriefe“ geschrieben.

Im April 1945 sei Kießling an der Donau ein drittes Mal verwundet worden. „Doch alle Wunden – Granatsplitter in Handgelenk und Becken, Durchschüsse durch Hand, Bein und Zehe – verheilen.“ Mehr fällt den Verfassenden des Artikels nicht dazu ein. Kein Wort über Verbrechen der Wehrmacht. Kein Wort über das Leid, das diese Leute über Millionen Menschen in Osteuropa gebracht haben. Alles was von der Barbarei geblieben ist, ist die Liebe, so scheint es – und ein schickes Hochzeitsfoto mit Hakenkreuz und Hitlers Ehren-Klimbim.

Höchste Form des Vergessens
In München leben nicht wenige Nachkommen der Opfer – und sogar einige, die die Barbarei der Deutschen noch selbst miterlebt haben. Diesen mutete die tz am Montag an jedem Zeitungskasten eine Abbildung zu, das einen zufriedenen Wehrmachtsangehörigen zeigt, der stolz Hakenkreuz und Orden trägt, die auf eine sehr engagierte Beteiligung am Vernichtungskrieg hinweisen.

Erinnerung stelle in Deutschland die höchste Form des Vergessens dar, kommentierte der Gesellschaftskritiker Eike Geisel einmal in einem anderen Zusammenhang. Passt auch hier gut drauf.

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Fr. 28.06. James Bar Bowen + Jacopo De Nicola + Kirsty & Cory Call

Das Freitagskafe präsentiert:

JAMES BAR BOWEN (Folk, Huddersfield)
Politischer Folk aus Huddersfield, diesmal in Trio-Besetzung mit SAM BELL (The Roughneck Riot) und MAC.

JACOPO DE NICOLA (Folk, Philadelphia)
Folk mit Kazoo aus Turin bzw. Philadelphia.

KIRSTY & CORY CALL (Acoustic, München)
(Dollars For Deadbeats, Little Teeth, Arliss Nancy) aus München bzw. Colorado

Eintritt frei, die Musiker*innen würden sich aber über Hutgeld freuen!

Offen ab 20 Uhr

Radl-Werkstatt und Lidloop (do, 27.6.) und Tag der offenen Tür (so, 30.6.)

Yea yea yea!

Diese Woche machen wir bei den Stadtteilwochen mit!

Am Donnerstag bei uns: Selbsthilfe-Fahrrad-Werkstatt und Konzert von Lidloop!
Fahrrad schrauben beginnt um 17 Uhr, also bringt eure Draht-Lieblinge vorbei. Wir haben ein paar Ersatzteile und etwas Know-How. Zusammenschrauben müsst ihr aber (unter Anleitung) selber!
Ab 20 Uhr gibts Lagerfeuer und Musik von Lidloop – dem Soloprojekt des Stattparkbewohners Martin Lidl (improvisierte Musik mit Loopmachine, www.lidloop.de).

Am Samstag könnt ihr uns mit einem Infostand im Neuhofer Park treffen. Und am Sonntag machen wir einen Tag der offenen Tür! Ab 16 Uhr öffnen wir unsere Wagentüren und wer immer schon mal wissen wollte wie es sich auf einem Wagenplatz so lebt, ist herzlich eingeladen. Kommt und bringt eure Fragen mit!

Dann bis bald,
herzlichst eure Olga

Fr. 21.06. fällt aus!

Heute bleibt das Freitagskafe zu. Wir sehen uns nächste Woche mit einem Folk-Abend mit dem James Bar Bowen Trio aus UK und die Woche darauf mit unserem großartigen Jubiläumsfest! Dann erwarten euch Kaye (Bass/Rap, Berlin), Kaput Krauts (Punk, Berlin), Piefke (Punk, Leipzig), Sur l‘ Eau (Screamo, München), Novichoks (Punkrock, München), Beatpoeten (Elektropunk, Hannover), 70 cm³ of Your Chest (Screamo, Vilnius), Knarre (Skramz-Pop, Berlin), Scherben (Punk, Krefeld), Rötten Shock (Corazon Anarchopunk, M)…

No Kafe Marat today! See you next week.

Last-Minute-Platzcafé (do, 20.6.)

Sodihou liebe Leute!

Langes Wochenende, schon wieder so ein Feiertag, ab in die Mini-Ferien !!! Last-Minute Angebote auf Olga !!! Kurz vor knapp kündigen wir euch hier das pure puristische Platzcafé an. Für alle daheimgebliebenen. Zwischen Klee und Weidenstrauch könnt ihr hier abseits von Freizeit Stress die Seele baumeln lassen und enthasten. Kommt und genießt Hyper Öko ohne Flugscham oder Konsumzwang einen kleinen Urlaub mitten in der Stadt auf Olgonien. Ab 20 Uhr!

Hach das Leben kann so schön sein!

die OLGA

Mi. 19.06. Oakhands + I Saw Daylight

I Saw Daylight (Melodic Hardcore, Ulm)

„I SAW DAYLIGHT sind fünf Menschen, die nicht nur einen Proberaum, sondern auch ihr Leben miteinander teilen. Seit 2011 spielen ISD jede Show, die ihnen möglich ist: sowohl auf europaweiten Touren als auch im JUZE um die Ecke. ISD stehen für pathetische Authentizität fernab jeder Maniertheit, die von ihnen live wie auf Platte ungehemmt gelebt wird und allen Zuhörenden spürbar ist.“

Oakhands (Sturm & Drang | München)

„Die Münchner Band Oakhands liefert eine zeitgemäße Interpretation des Sturm & Drang zwischen Indie, Emo & Post-Hardcore.“

Einlass 20.00 | Beginn 21.00

Fr. 14.06. bleibt zu!

Diesen Freitag ist hitzefrei! Kein Freitagskafe, der Laden bleibt zu, wir lümmeln draußen irgendwo rum.

No Kafe Marat this friday. It’s too hot.

Do. 13.06. Autoritarismus und Unterwerfung – Zur Geschichte und Aktualität psychoanalytischer Konzepte

Vortrag und Diskussion mit Jenny Willner

Wie politisch, wie emanzipatorisch kann Psychoanalyse sein? Vom Positivismus als Pseudowissenschaft verschrien, vom Vulgärmaterialismus als bürgerliche Ideologie oder Flucht ins Private, lässt sich ihre Geschichte vom Beginn an auch als Versuch lesen, zu einem genaueren Verständnis von Subjektivität in gesellschaftlichen Gefügen zu gelangen: vom autoritären Charakter über Ansätze einer Theorie des Antisemitismus hin zur Analyse des unternehmerischen Selbst neoliberaler Vergesellschaftung. Die Referentin wird den Diskussionsabend mit der Vorstellung verschiedener psychoanalytischer Konzepte einleiten, die explizit auf ein Verständnis von Subjektivität in sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Gefügen zielen. Neben den berühmten Ansätzen von Freud bis Adorno sind nicht zuletzt die Beiträge Sándor Ferenczis zur frühen psychoanalytischen Theoriebildung für ein Verständnis des Zusammenhangs von Autoritarismus und Unterwerfung zentral. Sowohl das ausgeprägte Gespür Ferenczis für Machtverhältnisse als auch seine Analysen der Introjektion und der Identifizierung mit dem Angreifer tragen zum Verständnis der libidinösen Dimension des Politischen bei.

Offen ab 20:00 Uhr, Beginn 21:00 Uhr.

Für Essen und kühle Getränke ist gesorgt.

Solidarity City München ! ? (do, 13.6.)

Tag!

Diese Woche zum Platzkafe haben wir eine Infoveranstaltung zu einem Kongress dessen Inhalt uns sehr am Herzen liegt. Es geht um die Utopie einer solidarischen Stadt, mehr dazu unten im Einladungstext. Wir freuen uns auf euch!

Zack die Wurschd,
Eure OLGA

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Infoveranstaltung Solicity am 13.Juni auf der OLGA um 20 Uhr

SOLIDARITY CITY MÜNCHEN?!
Konferenz im Bellevue

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Liebe Freundinnen und Freunde,

vom Freitag den 28. bis Sonntag den 30. Juni 2019 veranstaltet ein breites städtisches Bündnis die Konferenz zu Solidarität City München?! Mit neun Workshops, einer Podiumsdiskussion und einem öffentlichen Abschlussplenum wollen wir der Frage nach gehen, wie aus einer Stadt eine solidarische Stadt werden kann. Dazu haben wir zahlreiche, sehr unterschiedliche Expert*innen, Praktikerinnen und Aktivist*innen eingeladen, die in ihren Städten bereits erfolgreiche Projekte für ein solidarisches Zusammenleben realisieren konnten. Hierzu möchten wir Euch besonders herzlich einladen und empfehlen sich schon zeitig für die gewünschten Workshops anzumelden, da unsere Teilnehmerzahl beschränkt sind.

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Die Grundidee einer Solidarity City, also einer solidarischen Stadt, ist bestechend einfach: Die Stadt ist für ALLE da, ganz unabhängig von finanziellen Möglichkeiten, Aufenthaltsstatus, Herkunft und Geschlecht. ALLEN ihren Bewohner*innen soll Teilhabe am städtischen Leben möglich sein. Auf der ganzen Welt haben sich Städte zu progressiven Orten entwickelt, die ganz im Gegensatz zu den Nationalstaaten jetzt schon aufzeigen, dass sie bereit sind, neue Wege zu beschreiten und mutiger und pragmatischer an die gesellschaftlichen Herausforderungen heranzugehen. Unter dem Überbegriff Solidarity City zeigen heute schon Städte wie Palermo, New York, Berlin, Barcelona oder Toronto wie ein solidarischeres Zusammenleben praktiziert werden kann.

Hier setzt die Konferenz Solidarity City München ?! an. An drei Tagen widmet sich eine Vielzahl von Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden der Frage, wie aus einer Stadt eine solidarische Stadt werden kann. Dabei diskutieren wir unter anderem die Themen Arbeit, Wohnen, Mobilität, City-ID, Aufnahme von Geflüchteten aus Seenotrettung, Ankerzentren, Einrichtung von Bürger*innen-Asyl und Umgang mit Illegalisierten.

Diese unterschiedlichen Themenbereiche werden vorgestellt und deren rechtliche, politische und gesellschaftliche Herausforderungen und Möglichkeiten reflektiert. Eingerahmt wird die Konferenz im Vorfeld von einem bunten Filmprogramm (20. – 27.6.2019 im Werkstattkino) und dem Theaterstück „PUSH BACK“ (am 27.6.2019 Bellevue di Monaco).
Die Konferenz steht allen offen. Die Teilnahme an den Workshops und Diskussionsveranstaltungen ist kostenlos. Beteiligt euch und macht mit uns München zu einer solidarischen Stadt.

Sa. 08.06. Kafe Marat Straßenfest

Nach vielen, vielen Jahren erwartet euch am 8. Juni endlich mal wieder ein Straßenfest.

Um 13 Uhr geht es los mit gemütlicher Auflegerei von Lamborghetta, im Anschluss entern Leo Turd (Akustikpunk), Harry Gump (DIY Singer-Songwriter), Lidloop (Gitarre + Loopmachine), Deep n Dope (Hip Hop), Rötten Shock (Corazón Anarco-Punk), Black Cat Dub Federation (Anarcho Dub) und die Xpress Brass Band (Brass) die Bühne. Außerdem: Essen und Trinken, Kinderprogramm und Infos über Aktivismus in München. In einer so teuren Stadt wie München und in einer Gegend wie dem Schlachthofviertel, das sich immer weniger Menschen leisten können, wollen wir mit einem unkommerziellen Fest im öffentlichen Raum einen Gegenpol zu dieser Entwicklung darstellen.

Von 13 bis 21 Uhr in der Zenettistraße Ecke Thalkirchnerstraße. Bei schlechtem Wetter am 22. Juni!