Archive for the 'Allgemein' Category

Fr. 14.02. Tanzpalast Eden + Stressbenzin

Tanzpalast Eden (Punk, Köln)
Wenn du 90er DIY-Punk magst, dann magst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch Tanzpalast Eden. Die KölnerInnen kommen am 15. Februar nach München. Lauter bekannte Gesichter aus guten Bands.

Stressbenzin (Punk, München)
Den Abend eröffnen Stressbenzin, die orientieren sich musikalisch eher an den 80ern. Neue Anarchopunk-Combo aus München. Hört mal ins Demo rein.

Offen ab 20 Uhr

Film HAMBURGER GITTER am Donnerstag, 14.02. um 20 Uhr in der Ligsalz8

Das Netzwerk lädt ein zu einem gemütlichen Filmabend über ein höchst ungemütliches Thema:

Beginn 20:00 Anschließende Diskussion, Eintritt gegen Spende.

HAMBURGER GITTER

Mit dem Film möchten wir sensibilisieren für ein Thema, dessen Dimension sich mensch oftmals gar nicht vorstellen kann, wenn er nicht direkt damit in Berührung gekommen ist.
Die Doku demaskiert auf faktische Art und Weise ein System, das sein wahres Gesicht erst in Kontexten wie dem G20 Gipfel zeigt. Kriminalisierung von politischem Protest, Polizeigewalt, Missachtung demokratischer Grundrechte bis hin zu Menschenrechtsverletzungen als strategische Grundlagen eines repressiven Apparats.

ÜBER DEN FILM:

170 Ermittler_innen arbeiten an hunderten Verfahren gegen militante Demonstrant_innen und Menschen, die sich an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligten. Harte Strafen wurden gefordert und in bisher über 40 Fällen auch verhängt. Der Staat verlor im Sommer 2017 die Kontrolle in Hamburg und versucht sie nun zurück zu gewinnen.

Die Dokumentation konzentriert sich auf den Umgang mit den Protesten und die staatliche Sicherheitspolitik. Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und Pressefreiheit spielen in den Betrachtungen eine ebenso große Rolle wie die Veränderung der polizeilichen Strategien. Konnten während der Proteste Grundrechte außer Kraft gesetzt werden? Gibt es in der Judikative und Legislative Akteure und Überzeugungen, welche auf gewaltsame Proteste anders reagieren als in der Vergangenheit? Welche Methoden der „Ausnahmesituation G20″ in Hamburg könnten zur Normalität werden?

ÜBER DIE FILMEMACHER:

Leftvision ist eine Gruppe freier Journalist_innen und Filmemacher_innen, die in Hamburg bereits Videobeiträge produziert hatten und sich anschließend entschlossen einen Dokumentarfilm über die Konsequenzen des G20-Hamburg-Komplexes zu produzieren. Das umfangreiche Bildmaterial aus den Tagen in Hamburg soll, in Kombination mit der Expertise von Interviewpartner_innen aus den Bereichen Forschung, Justiz, Publizistik und Aktivismus, ein fundiertes Zeugnis deutscher Zeitgeschichte zur Folge haben.

Beginn 20:00 Anschließende Diskussion, Eintritt gegen Spende.  

Mi. 13.02. Vorstellung der Broschüre „Informationen für Trans*menschen im Knast“

Heute ist das trans*Ratgeber-Kollektiv eingeladen, die ihre neu erschienene Broschüre „Informationen für trans*Menschen in Haft“ vorstellen wird. Damit soll nicht nur auf die besondere Situation von trans* und nicht-binären Menschen im Knast in Deutschland und auf den damit verbundenen Informationsmangel entgegenarbeitet werden, sondern auch ein grösseres Netzwerk aufgebaut werden, um trans* und nicht-binäre Menschen zu unterstützen. Anschließend soll auch eine Diskussion mit dem Schwerpunkt „Knastkritik und trans*“ stattfinden.

Die Broschüre könnt ihr hier bestellen. Das dadurch eingenomme Geld soll dazu dienen die Kosten zu decken und Gefangenen die Broschüre kostenlos zur Verfügung stellen zu können. Außerdem freut sich die Initiative über Unterstützung bei der Übersetzung und ihrer Finanzierung.

Eine Veranstaltung von Queerthing2019, QTies und Beyond Color.

Mi. 06.02. Autonomie und transformierte Herrschaft in Zeiten digitaler Selbstbestimmung

Info- und Diskussionsveranstaltung mit Capulcu
Technologiekritik ist Herrschafts- und Zivilisationskritik – kein Primitivismus!

Wir fällen nicht das lächerliche Urteil, dass die Technologie „schlecht“ ist. Aus welcher – ohnehin historisch bedingten – Ethik heraus denn auch? Wir sagen, sie ist Gewalt und sozialer Krieg.

Unsere Kritik macht sich fest an der technologischen Aneignung von Lebensprozessen. Unsere Positionierung gegenüber spezifischen technologischen Innovationen orientiert sich an einem anzustrebenden Abbau von Macht, Ungleichheit und Fremdbestimmung. Unser sozialrevolutionärer Autonomie- und Freiheitsbegriff geht hier weit über die zugestandene „Freiheit“ der „User*innen“ hinaus, die als Konsument*innen und Datenlieferant*innen zwischen verschiedenen vordefinierten Produkten wählen dürfen.

Wir verteidigen nicht pauschal „die Arbeit“ gegen jede Form von Roboterisierung. Menschliche Arbeit versus Nicht-mehr-Arbeit sind wenig aussagekräftige, statische Kenngrößen einer zudem makroskopischen Betrachtung. Ohne eine mikroskopische Sicht auf gesellschaftliche Auseinandersetzungen beschreiben sie weder die Dynamik der gesellschaftlich-technologischen Umwälzung noch geben sie Einblick in ihren Disziplinierungs- und (Selbst-) Unterwerfungscharakter.

Umgekehrt halten wir die Position, Technologie als „segensreichen Fortschritt“ zu glorifizieren, den wir lediglich aus den Klauen des Kapitalismus befreien müssen, für naiv. Weder Lenins noch Trotzkis (damalige) Zukunftsvisionen einer tayloristischen Fließbandgesellschaft nähren die Hoffnung auf eine progressive Verhaltenssteuerung. Und wir sehen ebenfalls im sozialistischen Vorläufer der Industrie 4.0, dem chilenischen Cybersyn-Projekt (Proyecto Synco) Anfang der Siebziger Jahre unter Salvador Allende, keine Referenz für eine heilsversprechende Kybernetik. Denn auch dort hat sich der Vermessungseifer längst nicht mit einer automatisierten Selbstregulierung der Produktion in Chile begnügt, sondern nach Methoden einer kleinteiligen Verhaltensökonomie seiner Inhabitant*innen gesucht. Eine Perspektive, die wir heute sowohl sowohl in dem „sozialen Punktesystem“ Chinas als auch in Googles Vorstellungen vom „Buch des Lebens“ (selfish ledger) wiederfinden. Diese Programme sind ihrem Anspruch nach totalitär: Der Kybernetisierung des Sozialen wohnt die Vorstellung sich selbst regulierender Individuen inne, die durch ein von außen vorgegebenes Selbstoptimierungsprinzip maximal fremdbestimmt agieren.
Daher reicht eine Vergesellschaftung der digitalen Plattformen, ja sogar eine Vergesellschaftung der digitalen Infrastruktur nicht aus. Wir müssen die soziale Kybernetik – also die feinstgliedrige Zerlegung unseres Lebens in Mess- und Steuerkreise – als solches zurückweisen. Die Technologie lediglich vom Kapitalismus befreien zu wollen – als vermeintlich „äußerem Verhältnis“ –, ist leider eine wenig hilfreiche, unterkomplexe Vereinfachung.
Wenn wir die Transformation des Kapitalismus in Richtung eines digitalen Plattform-Kapitalismus mit neuen nicht-staatlichen Playern samt historisch neuem Ausmaß von Abhängigkeiten und Machtungleichgewichten analysieren und kritisieren, dann lässt sich daraus kein positives Verhältnis zum Staat mit dem Wunsch nach Regulierung ableiten. Das wäre ein reformistischer Kurzschluss.

90 minütiger Vortrag + anschließende Diskussion
https://capulcu.blackblogs.org

Brunch am 03.02.

Wie immer am 1. Sonntag des Monats öffnen wir von 11-15 Uhr unsere Türen und laden ein zu unserem phänomenalen, unvergleichlichen, kulinarisch hochwertigen und gemütlichen Brunch.

*****Wir freuen uns auf euch*****

Do. 07.02. Antifa-Café

Frauen auf den Barrikaden
Petra Gerschner und Michael Backmund über Frauen in der Münchner Revolution und Räterepublik

Im April des Jahres 1919 marschierten die Truppen der Konterrevolution, rechte Freikorps und Reichswehrsoldaten auf München um die Räterepublik niederzuschlagen. Revolutionärinnen stellten sich den „weißen Garden“ in Dachau, wo die Freikorpsverbände zunächst zurückgeschlagen werden konnten, und auch in den Straßen Münchens entgegen. Wie schon bei den großen Streiks der Vorjahre, beteiligten sich Frauen aus den Münchner Arbeiter*innenvierteln massiv an Revolution und Räterepublik 1918 und 1919. Frauen wirkten im Revolutionstribunal und stritten im Rätekongress auch gegen die – in patriarchalen Mustern verhangenen – männlichen Revolutionäre.
Welche Rolle Frauen spielten, als die Rote Fahne an den Türmen der Frauenkirche wehte, werden uns Petra Gerschner und Michael Backmund erzählen. Sie hatten Ende der 80er Jahre die Gelegenheit mit Protagonistinnen der Münchner Räterevolution zu sprechen. Wir werden dabei auch Videomaterial aus den Interviews zu sehen kriegen. An diesem Abend werfen wir einen historischen Rückblick auf feministische Kämpfe in München und stimmen uns damit auf den kommenden Frauenstreik und Frauenkampftag am 8. März ein.

Beginn: 20 Uhr | Vortrag: 21 Uhr

Fr. 01.02. Johnny Campbell

Der Alt-Folk-Singer-Songwriter Johnny Campbell aus Yorkshire besucht uns im Rahmen seiner Tour. Und sonst so: Gemütlicher Kneipenabend mit gewohnt guter Musik aus der Konserve, leckerem veganem Essen und günstigen Getränken. Der Eintritt ist frei, Johnny freut sich aber über eure Spenden in den Musikerhut.

Johnny Campbell (Trad-Folk, Yorkshire)
„A fast, ruthless, uncompromising sound which lends its influences from far and wide. Johnny is also a humorous storyteller and recalls stories of touring from twenty countries and counting where he’s plied his trade. Embracing traditional music from Europe and sometimes frantic Bluegrass style picking, Johnny performs mostly self penned inspiring songs of protest, migration and debauchery.“

Offen ab 20 Uhr

Mi. 30.01. Infoabend zur solidarischen Landwirtschaft Donihof

Die Solidarische Landwirtschaft am Donihof sucht für das kommende Erntejahr ab März 2019 weitere Beteiligungen.

Als Solawi am Donihof haben wir 2016 begonnen, einen kleinbäuerlichen Betrieb in Mammendorf (zwischen Augsburg und München) nach den Prinzipien der solidarischen Landwirtschaft wiederzubeleben. Wir sind eine Gruppe aus momentan rund 40 Ernteanteilen und streben ab dem kommenden Erntejahr eine Erweiterung auf 50 Anteile an. Die Produktion von ökologischem Gemüse, Obst und Kräutern wird gemeinsam organisiert und finanziert – auch Risiken werden zusammen getragen. Grundsätzliche Entscheidungen treffen wir gemeinsam auf regelmässigen Mitgliederversammlungen. Wöchentlich versorgt uns das Hof-Team mit der Ernte, die bedarfsgerecht und solidarisch aufgeteilt wird.

Mit dem Erntejahr 2019 vergrößern wir unsere gepachtete Ackerfläche auf 3,5 Hektar, das entspricht der Fläche von knapp fünf Fussballfeldern. Es steht somit genug Anbaufläche für rund 50 Ernteanteile (etwa ausreichend für je zwei bis drei Personen) zur Verfügung. Das gibt auch Dir die Möglichkeit, bei uns mitzumachen! Wir sind mit unserem Projekt auf einem guten Weg, aus dem Acker ein landwirtschaftlich genutztes ökologisch wertvolles und lebendiges Biotop mit Obstbäumen, Wildhecken und Blühflächen zu formen. Als nachhaltige und sinnvolle Unterstützung der Handarbeit und Alternative zum Traktor werden auf dem Acker auch unsere Großesel mitarbeiten.

Offen ab 20 Uhr

Fr. 25.01. Funk & So(u)lidarity

Am 25. Januar laden wir zur Funk and Soul Party. Neben guter Musik (Bob von Bob&Al) gibt es leckeres veganes Essen und günstige Getränke. Die Einnahmen sollen die Kampagne „Solidarität sichtbar machen“ supporten. Kommt vorbei und feiert mit uns für den guten Zweck!

Offen ab 20 Uhr

Aufruf zur Protestkundgebung gegen die antisemitische Desensibilisierung

Kommt heute zur Protestkundgebung anlässlich der Verleihung des Ernst-Hoferichter-Preises an den Karikaturisten Dieter Hanitzsch! Kein Preis für antisemitische Karikaturen! Gegen jede Desensibilisierung; antisemitische Propaganda muss ehrabschneidend bleiben!

2018 Jahr verlor der Karikaturist Dieter Hanitzsch aufgrund einer von ihm angefertigten antisemitischen Zeichnung und seiner anschließenden Haltung sein Engagement bei der Süddeutschen Zeitung (sz). Heute soll er von Vertretern der Stadt einen Preis für seine publizistische Tätigkeit erhalten. Bislang stritt Hanitzsch den antisemitischen Gehalt seiner Karikatur ab, die er anlässlich einer Twitter-Botschaft von Benjamin Netanjahu bewerkstelligt hat. Der israelische Präsident hatte 2018 der israelischen Sängerin Netta über Twitter gratuliert, als diese den Eurovision Song Contest (ESC) gewann. Das empörte die sz und ihren ehemaligen Zeichner.

Warum betreffende Zeichnung antisemitisch war und ist:
Öffentliche Glückwünsche von Staatsoberhäuptern bei internationalen Wettbewerben gibt es zuhauf. Und keinem wurde bislang unterstellt, den ESC aufgrund seiner öffentlichen Glückwünsche „für seine Zwecke“ zu missbrauchen. Außer es handelt sich um den Präsidenten des jüdischen Staates. Die sz und Hanitzsch haben mit der Skandalisierung der Glückwünsche Netanjahus an Israel einen doppelten Standard angelegt. Das ist ein Indiz für eine antisemitsche Motivation, aber noch kein Beweis.

Was hatte Netanjahu also getwittert? Als die israelische Sängerin Nette live im Fernsehen ihren Sieg feierte, rief sie: „Next year in Jerusalem!“ ins Publikum. Netanjahu wiederholte ihre Worte auf Twitter umgehend beglückwünschend: „Next year in Jerusalem!“. Sie drückten damit beide zum einen ihre Freude darüber aus, dass der ESC 2019 aufgrund von Nettas Top-Platzierung in Israel stattfinden wird.

Zum anderen benutzten sie mit „Next year in Jerusalem“ dafür eine stehende Redewendung. Sie wird von Jüdinnen und Juden seit Jahrhunderten am Ende des Jom Kippur-Fastens und nach dem Pessach-Essen gesungen. Sie ist Teil eines Rituals, das Hoffnung und Freiheit ausdrückt. Die sz und Hanitzsch haben das traditionalistische Ping-Pong zwischen Netta und Netanjahu auf Twitter hingegen in ein politisches Statement umgelogen, das angeblich den Hauptstadt-Charakter Jerusalems bekräftigen solle.

Hanitzsch hob dann das auch in Deutschland bei jüdischen Feierlichkeiten übliche Ritual, „Nächstes Jahr in Jerusalem“, ins Zentrum seiner boshaften Karikatur, die in der sz erschienen ist. Netta und Netanjahu verschmolz er zeichnerisch zu einer Person, als ob die israelische Künstlerin nur eine Hülle sei, durch deren Körper in Wahrheit der israelische Präsident agiere. Schlussendlich legte Hanitzsch eine mit dem jüdischen David-Stern markierte Rakete in den Hände seiner Netta-Netanjahu-Mutation.

Wer in diesem Statement und der anhängigen Karikatur keinen Antisemitismus erkennen kann, ist Teil des Problems. Mit der Verleihung des Ernst-Hoferichter-Preises an Hanitzsch werden Jüdinnen und Juden erneut verletzt! Mit den vorsichtigen Worten Charlotte Knoblochs gesprochen, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern:

„Mit dieser Preisvergabe erweisen die Beteiligten dem Engagement für ein gedeihliches Miteinander in unserer Stadt einen Bärendienst.“

Hanitzsch’s Fürsprecher treiben den Protest auf die Straße:
Seit Tagen schwadronieren Hanitzsch’s Fürsprecher in den Medien und ziehen gegen jene zu Felde, die die Preisverleihung an Hanitzsch kritisieren. Der ehemalige Oberbürgermeister Ude und heutige Laudator warnte gegenüber dem Berliner Tagesspiegel vor „einem sehr kleinen Kreis, der versucht, Druck auf die Stadtpolitik auszuüben“. Knobloch selbst sei eine Getriebene dieser Gruppe, phantasiert Ude.

Der Kabarettist Helmut Schleich sah sich umgehend berufen, der jüdischen Gemeine Tipps zu geben. Diese sabotiere nachgerade mit ihrer Kritik an der Hanitzsch-Preisverleihung den Kampf gegen Antisemitismus. Gegenüber der Münchner Abendzeitung (az) gibt sich Schleich einerseits gönnerhaft. Es verstehe sich von selbst, wenn die jüdische Gemeinde „hochgradig achtsam ist gegen jede Form des Antisemitismus“, bemerkt er. Wo hingegen kein Antisemitismus sei, so Schleich weiter, aber „danach zu schreien, ist vielleicht nicht gerade dem Kampf gegen den Antisemitismus förderlich“, rät der Kabarettist den Juden.

Der Autor Hans Pleschinski wirft den Kritikerinnen und Kritikern gar „Freizeit-Hass“ vor, Hans Well (Ex-Biermösl-Blosn) gab gegenüber der az aktuell zu verstehen, dass bereits die Begründung der sz für den Rauswurf von Hanitzsch „an den Haaren herbeigezogen“ gewesen sei.

Hoferichter-Preisträger Sigi Zimmerschied stellt die Kritik an der Preisverleihung gar in eine Reihe mit religiös motivierten Protesten gegen religionskritische Karikaturen: „Wenn religiöse Eiferer meinen, sie müssen wieder mal Satire kicken, dann können sie das versuchen – das liegt im Wesen dieser Menschen. Aber sollte das wirklich gelingen, dem Hanitzsch diesen Preis wegzunehmen, dann werde ich meinen Hoferichter-Preis zurückgeben.“ Hanitzsch sei, bricht es aus ihm heraus, ein „Opfer von Kleingeistern, die glauben, sie müssen wieder irgendwas schützen, wofür sie sowieso zu winzig sind.“

Ebenfalls zu Wort meldete sich der Journalist Tillmann Spengler (Hoferichter-Preisträger 2013) der 2017 zu den 23 Erstunterzeichnern der erfolglosen Initiative „Hände weg von der Meinungsfreiheit in München!“ gehörte, die in Reaktion auf das Israelboykott-Verbot in städtischen Einrichtungen gegründet wurde. Hanitzsch zähle zum „Kreis der Anständigen“, bezeugte Spengler vor wenigen Tagen gegenüber der az.

Auf zur Kundgebung: „Kein Preis für antisemitische Karikaturen“!
Die Verächtlichmachung unserer Kritik an antisemitischer Propaganda bestätigt ein ums andere Mal die Notwendigkeit kritischer Intervention. Christine Wunnicke sollte heute ebenfalls den Hoferichterpreis erhalten. Die Autorin lehnte aber unter anderem mit der Begründung ab, sie wolle sich nicht für einer „kritikresistente Solidaritätsveranstaltung vereinnahmen lassen“. Chapeau!

Das kritikresistente und abgehalfterten Spektakel darf nicht geräuschlos vonstatten gehen. Zeigen wir Jüdinnen und Juden unsere Solidarität, die sich jeden Freitag vor Schabbat an den az-Kästen mit der Headline „Exklusiv in der az – heute wieder mit Hanitzsch!“ vorbeizudrücken haben und unweigerlich daran denken müssen, dass Hanitzsch diese prominente Platzierung im Stadtbild maßgeblich seiner antisemitischen Karikatur zu verdanken hat.

Schließt euch dem Aufruf des Verbands der Jüdischen Studenten in Bayern, dem Jungen Forum der DIG München sowie dem Linken Bündnis gegen Antisemitismus München an und kommt heute zur Kundgebung!

Ebenfalls aufgerufen dürfen sich alle Freizeit-Hasser fühlen, alle dem Kampf gegen den Antisemitismus nicht Förderlichen, die An-den-Haaren-Herbeizieher und die Kleingeister, die nicht zum Kreis dieser Anständigen gehören wollen sowie alle zu Winzigen. Und natürlich auch der sehr kleine Kreis, der Druck auf die Stadt ausübt.

Kommt alle heute, Donnerstag, um 18:30 Uhr an den Salvatorplatz 1 vor dem Literaturhaus und bringt Schilder, Banner und Israel-Fahnen mit!