Feierabend 2.0

Newsletter aus der Versenkung #2

Die zweite Nummer vom Newsletter aus der Versenkung ist da.

Inhalt:

1) Support your friendly tech collective
2) #LeaveNoOneBehind: Seebrücken-Aktionstag
3) Let‘s stay united
4) Quarantäne-EP von GrGr
5) Dequarantize Me: DIY Punk Live Stream
6) Stream A Little Stream
7) Neues Album von Akne Kid Joe
8) Spotify-Playlist
9) Im Marat vor 10 Jahren

1) Support your friendly tech collective
Beim freundlichen Technik-Kollektiv Systemli findet ihr eine Reihe von Möglichkeiten, trotz räumlicher Distanzierung mit Leuten in Kontakt zu bleiben. Also Videokonferenzen, Gruppentelefonate, Messenger und so weiter. Projekte wie Systemli bieten uns so viel und verlangen so wenig. Warum also nicht mal den Gegenwert eines Konzerteintritts und einiger Kaltgetränke bei den Leuten lassen. Systemli

2) #LeaveNoOneBehind: Seebrücken-Aktionstag
Die Seebrücke setzt sich für die sofortige Evakuierung aller Menschen aus den überfüllten Lagern an der EU-Außengrenze ein. Nach der Online-Demo letzte Woche ruft sie diesmal zu einem Aktionstag am 5. April auf. Auf den Websites der Seebrücke gibt es einige Quarantäne-kompatible Aktionsideen: Seebrücke und Seebrücke München

3) Let‘s stay united
Let‘s stay united ist eine Initiative gegen ruhige Innenstädte und für brodelnde Vorstädte. Mit einem Online-Shop für Soli-Merch und anderen Schnickschnack sollen coole Projekte, die aufgrund von der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind, unterstützt werden. Let’s stay united

4) Quarantäne-EP von GrGr
GrGr hat in der Quarantäne mit zwei Gameboys, Laptop und Handymikro vier neue Songs zusammengebastelt und für jeden davon jeweils ein eigenes Cover gekritzelt. Seit dem 1. April hat er täglich einen davon auf Bandcamp gestellt. Weniger Wave, mehr 8-Bit-Techno, wie in der frühen Schaffensphase. Hört mal rein: Bandcamp

5) Dequarantize Me: DIY Punk Live Stream
Dequarantize Me bietet DIY-Streams mit Acts, die sich gut auf dem Freitagskafe-Fest machen würden. Bisher sind schon Pyro One und Babsi Tollwut aufgetreten, die beide auch schon im Marat geliefert haben.
Facebook

6) Stream A Little Stream
Niemand trampelt euch auf den Fuß oder rempelt euch das Spezi aus der Hand, ihr könnt die Lautstärke nach Geschmack regeln. Wenn euch das Konzept mit den gestreamten Geisterkonzerten gefällt, guckt mal beim Bierschinken vorbei. Das Punk-Online-Zine mit dem unappetitlichen Namen sammelt Live-Shows aus dem Punk-Bereich. Bierschinken

7) Neues Album von Akne Kid Joe
Die Nürnberger*innen haben ein neues Album rausgehauen. Die große Palmöllüge heißt das Teil und sei nicht nur denjenigen ans Herz gelegt, die Akne Kid Joe schon bei ihrem Auftritt mit Oidorno gebührend gefeiert haben. Zu Hören gibt es beschwingten Keyboardpunk, der mit viel Hingabe Geschlechterverhältnisse im Punkkosmos, den garstigen Nachbarn und andere unangenehme Zeitgenossen ins Visier nimmt. Sogar ein Feature mit Ravegott HC Baxxter ist drauf. Das Album könnt ihr euch auf Bandcamp anhören: Bandcamp

8) Spotify-Playlist
Die Spotify-Playlist kommt diese Woche vom Plattenladen Black Wave Records. Der Laden ist zwar dicht, bestellen geht natürlich weiterhin. open.spotify.com

9) Im Marat vor 10 Jahren
Das asab_m lud zur Party Against Patriarchy mit Cocktailparty, Djane Cherguevara, Dj Escepé, Lady Bitchin‘ und Dj Affeundkuchen. Mit dem Stempel gab’s dann noch freien Eintritt beim Volxvergnügen. Außerdem spielten Suckinim Baenaim aus Tel Aviv und drei Hardcorebands mit den hardcorebandhaften Namen Mindtrap, Memorial und Infected.

Feierabend 2.0 ist ein kleiner Newsletter in den großen Fußstapfen des Feierabend-Heftchens, dass uns früher auf dem Laufenden gehalten und mit coolen Tipps und Tricks versorgt hat.

Bis nächste Woche

Feierabend 2.0

Newsletter aus der Versenkung # 1

Einigen dürften die kleinen Heftchen noch in Erinnerung sein, die früher im Kafe Marat auslagen. Das Feierabend bot ein bisschen Lesestoff, die nächsten Demo- und Konzert-Termine und praktische DIY-Tipps im Hosentaschenformat.
Jetzt, wo so einige Leute kulturell, sozial und aktivistisch auf dem Trockenen sitzen, kommt das Feierabend zurück, zunächst als eine Art wöchentlicher Newsletter. Mal sehen, was daraus wird…

Inhalt:

1) Online Demonstration: #LeaveNoOneBehind
2) Solidarische Nachbarschaft München
3) Scherben Live aus dem Proberaum
4) Be My Carantine
5) Evacuate island hot spots immediately
6) Spotify Playlist
7) Im Marat vor 10 Jahren

1) Online Demonstration: #LeaveNoOneBehind
Die Lage an den EU-Außengrenzen ist weiterhin katastrophal. Um trotz Corona den Protest gegen die untragbaren Zustände öffentlich sichtbar zu machen, ruft die Seebrücke zu einer #LeaveNoOneBehind-Aktionswoche auf. Am 29. März soll es um 16 Uhr eine Online-Demo geben. Dabei wird ein Livestream neben Redebeiträgen und Musik zahlreiche Möglichkeiten bieten, sich direkt zu beteiligen. Eine virtuelle Demo-Route soll dafür sorgen, dass die Forderungen direkt bei den politischen Verantwortlichen ankommen. Mehr dazu erfahrt ihr hier: Online-Aktionen

2) Solidarische Nachbarschaft München
Die Supportstruktur Solidarische Nachbarschaft München möchte Unterstützung für von Corona Betroffene und Risikopatient*innen leisten!
Mittlerweile gibt es fast 20 Stadtteil- und Ortsgruppen, die sich über Telegram vernetzen. Ihr könnt also in eure jeweilige Stadtteilgruppe eintreten um dort Unterstützungsgesuche und -angebote auszutauschen. Außerdem könnt ihr euch in verschiedenen Gruppen zu Arbeit und Krise, solidarischen Betrieben oder rechtlichen Fragen besprechen. Wie das mit dem solidarischen Support funktioniert, ohne am Ende noch zur Verbreitung von CoViD 19 beizutragen erfahrt ihr auf:
solidarischesmuc.noblogs.org

3) Scherben Live aus dem Proberaum
„I Want You To Stream!!!“ Unter diesem Motto haben Scooter am Freitag mit einem Livestream-Konzert ihre Fans verzaubert. Diesem Vorbild folgen jetzt auch Scherben. Die Krefelder haben beim letzten Freitagskafe-Jubiläum für allerbeste Stimmung gesorgt. Heute Abend (29.3.) habt ihr die Chance zu verfolgen, was die Punks im Proberaum so treiben. Die Rehearsal-Show läuft zugunsten der Mission Lifeline und startet um 21 Uhr auf Youtube: Scherben Rehearsal-Show
Mehr Info zu #visualattackshows – das Soli-Bewegtbild-Erlebnis: gofundme.com/f/mission-lifeline-support

4) Be My Carantine
Corona bedeutet auch eine existenzielle Bedrohung für Konzertläden, Clubs, Kneipen, Bands und natürlich auch für viele einzelne Menschen die da drinstecken. Letztlich ist also auch unser aller kulturelles Leben nach dieser Krisenzeit bedroht. Einige Kulturschaffende haben sich zusammengeschlossen, um unter dem Motto „Be My Carantine“ gemeinsam chices Merch anzubieten. Ihr könnt mit dem Kauf bestimmen, welchen Lieblingsläden oder -künstler*innen das Geld zugute kommt. Guckt doch mal rein: bemyquarantine.tourhafen.de

5) Evacuate island hot spots immediately
Diese griechische Petition fordert leer stehende Hotels zu nutzen um die Aufnahmezentren zu evakuieren, in denen die Lebensbedingungen desaströs und die nötigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen praktisch unmöglich sind. Petition

6) Spotify-Playlist
Die Spotify-Playlist kommt diese Woche von unseren Dauergästen den Beatpoeten, die ein kleines musikalisches Stimmungsbild zusammengestöpselt haben: open.spotify.com

7) Im Marat vor 10 Jahren
Vor zehn Jahren trumpfte das Queerkafe gleich mit zwei Veranstaltungen auf. Der großartige Martin Büsser kam mit seinem Buch: „Der Junge von Nebenan“ zu Besuch und auf einer Soliparty für das Ladyfest gab es Cocktailbar, Visuals und Musik von Dj_ane Stigmartha, Vj_ane Augensülze und Quasipong. In der gleichen Woche veranstaltete die Karawane einen „Soli-Abend für den Flüchtlingsstreik in bayerischen Lagern“.

Bis nächste Woche

Zur aktuellen Situation im Übernachtungsschutz der Bayernkaserne

Seit dem 28.3.20 hat der Übernachtungsschutz in der Münchner Bayernkaserne ganztags geöffnet und bietet auch Verpflegung an. Bisher hatte der Übernachtungsschutz nur nachts einen Schlafplatz für diejenigen (meist Migrant*innen) angeboten, die von regulären Unterkünften für Obdachlose ausgeschlossen sind. Am 18.03.20 haben obdachlose Personen in München eine ganztägige Unterkunft gefordert, die den Schutz vor Corona erlaubt und Mindeststandards genügt. Während die Stadt nun lobenswerterweise – und auch schnell — allen obdachlosen Menschen ein Dach über den Kopf anbietet, erhalten nur vulnerable Gruppen (Familien, Kranke, Alte) Zimmer in einem Hostel. Bisher gibt es noch kein Internet im Übernachtungsschutz, das für die Nutzer*innen in der derzeitigen Situation essentiell wäre, um mit ihren Familien in Kontakt und informiert zu bleiben. Hygieneartikel etc. sind immer wieder knapp. Größere Gruppen müssen nach wie vor einzelne Zimmer teilen. Nutzer*innen des Übernachtungsschutzes berichten auch über unzureichende Unterstützung durch Sozialarbeiter*innen, um etwa Ansprüche auf soziale Leistungen geltend zu machen oder finanzielle Hilfe für Reisen zu ihren Familien zu beantragen. Viele Erwerbstätige, die in München in prekären Jobs auf dem Bau, in der Reinigung etc. gearbeitet haben, sind nun ohne Einkommen und in existenziellen Notlagen. Viele haben Angehörige, denen sie nun kein Geld mehr schicken können, so dass diese keine Lebensmittel etc. mehr kaufen können.
Wir halten es für dringend notwendig, derzeit ohnehin leerstehende Hotelzimmer für alle obdachlosen Personen bereitzustellen, um ihnen zu ermöglichen, physische Distanz zu wahren und dadurch sich und andere zu schützen. Darüber hinaus sollten alle Menschen unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft und anderen Kriterien Anspruch auf existenzsichernde Leistungen haben und mehrsprachige Unterstützung bei der Antragstellung erhalten. Unabhängig von der derzeitigen Corona Situation wäre die Stadt ohnehin verpflichtet, alle in München (unfreiwillig) Obdachlosen nach Mindeststandards unterzubringen, die im Übernachtungsschutz der Bayerkaserne nicht gegeben sind (siehe z.B. unsere Berichte zur Kampagne Wir Wollen Wohnen! und zur erforlgreichen Klage von Hristo V. auf Unterbringung).

und jetzt … “Die Anstalt” aus dem Homeoffice ..

.. las ich schon in der Vorankündigung, heute habe ichs (downladed) angeschaut - ich finds brilliant, gerade auch mit viel Kurzfristigem ("2 Sendungen hatten wir schon geschrieben , waren dann Makulatur .., ")

(Dazu passte es natürlich, dass ich selbst gerade erst mit Jitsi Meet anfing ...)

Petition: Umbenennung von nationalsozialistischen und Kolonialstraßennamen in München

Bitte Petition unterzeichnen: „Mit oder ohne Erläuterungstafeln verdient kein Massenmörder einen Straßennamen.

Mit dieser Petition fordere ich die Stadt München auf, nicht nur Straßen mit nationalsozialistischen Namen, sondern auch mit belasteten Kolonialnamen in München umzubenennen.“

Für mehr Infos über die Kolonialstraßen in München siehe hier: http://www.migrationsbeirat-muenchen.de/aktu.htm

Kein Shutdown im Klassenkampf!

Als Antwort auf die rasante Ausbreitung des Corona-Virus organisieren die Herrschenden hierzulande und weltweit einen Ausnahmezustand, den es in dieser Dimension seit 1945 nicht mehr gab.

Wir können an dieser Stelle keine abschließende medizinische Bewertung des Virus und der Folgen der Masseninfektion geben, die großen Teilen der Bevölkerung zweifellos bevorsteht – WissenschaftlerInnen gehen von mindestens 70% der Bevölkerung aus. Dabei kann die Lungenkrankheit verschieden verlaufen: Von leichten Symptomen, die wenig auffallen oder einschränken, bis hin zur tödlichen Lungenentzündung. Zentral ist allerdings, dass die Folgen der Infektion für zahlreiche Menschen fatal sind. Vorerkrankungen und Alter sorgen für eine konkrete Lebensgefahr durch das Virus. Es steht außer Frage, dass die Situation ernst ist und dass es ungemein wichtig ist, die Ausbreitung zu verlangsamen und soweit wie möglich einzudämmen. Aber was gerade in unserer Gesellschaft passiert ist nicht einfach nur die vernünftige Reaktion auf einen gesundheitlichen und medizinischen Notstand. Es ist der Notstand, den die Herrschenden dieses Gesellschaftssystems organisieren – diejenigen, die dafür sorgen, dass 50% der deutschen Bevölkerung nur 1,4% des gesamten Reichtums in Land besitzen, dass hier der größte Niedriglohnsektor Europas errichtet wurde, dass Klimaschutz hinter Konzerninteressen gestellt wird und Waffen in Kriegsgebiete geliefert werden. Sind das diejenigen, die so sehr an dem Wohlergehen der einfachen Bevölkerung interessiert sind, dass sie die gesamte Gesellschaft dafür auf den Kopf stellen? Nein!

Ein krankes System!

Warum erzittert das deutsche Gesundheitssystem vor der Aussicht, dass hunderttausende Infizierte behandelt und isoliert, und noch wesentlich mehr Menschen, getestet und im Verdachtsfall in kontrollierter Quarantäne gehalten werden müssen? Weil es schon seit langem nach Profitinteressen ausgerichtet wird und nicht nach den Bedürfnissen der Bevölkerung! Das ist schon seit Jahrzehnten Regierungsprogramm. Private Konzerne betreiben immer mehr Krankenhäuser und Praxen und auch die staatlichen Einrichtungen müssen betriebswirtschaftlich rentabel sein. Das heißt: Private Krankenhäuser werden auf lukrative Behandlungen zugeschnitten und ansonsten zusammen gekürzt. Die Finanzierung der öffentlichen Einrichtungen richtet sich nach der Anzahl von Patientenfällen – pro Kopf gibt es eine Pauschale vom Staat.

Auf dieser Grundlage lässt sich kein flächendeckendes Versorgungsnetzwerk bereitstellen, das sowohl in abgelegenen, als auch in stark bevölkerten Gegenden immer genug Personal und Infrastruktur bereithält, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Im Gegenteil: Es geht darum die Einrichtungen immer voll ausgelastet und am Limit zu halten. Unterbesetzung, Stress und Überlastung beim Personal sowie Krankenhausschließungen wegen schlechter wirtschaftlicher Bilanzen sind schon seit Jahren die Folgen. Sie rächen sich jetzt. Es gibt zu wenige Betten in den Intensivstationen, ungenügende Reserven an medizinischem Material und zu wenige Pflegekräfte. Die Beschäftigten und die PatientInnen leiden gleichermaßen darunter, dass Krankheit zur Quelle von Profit gemacht wurde. Was über Jahrzehnte kaputtgespart wurde, kann jetzt nicht in wenigen Wochen wieder aufgebaut werden. Wie die Situation heute aussehen würde, wenn tatsächlich, wie die kapital-freundliche Bertelsmann Stiftung erst kürzlich forderte, ca. 50% der Kliniken aus Kostengründen geschlossen worden wären, will man sich gar nicht erst nicht ausmalen.

Medizin für‘s Kapital!

Die Bundesregierung sorgt sich aber um etwas ganz anderes: Die Unternehmen und Konzerne sollen bloß keinen Schaden nehmen. Unternehmen, deren Lieferketten gestört werden oder deren Produktnachfrage zurückgeht, sollen unbegrenzte (!) Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden und mit Steuererleichterungen begünstigt werden. Mit der Vereinfachung und schnelleren Genehmigung von Kurzarbeit und staatlichen Zuschüssen in Form von Kurzarbeitergeld wird den Unternehmen weiter unter die Arme gegriffen. Sie können so die Arbeitszeiten von Beschäftigten kürzen und damit Produktionskosten einsparen. Damit Unternehmen ihren eigenen Arsch retten können, werden wir dann mit 60 Prozent unseres Lohns abgespeist. Wenn ein Kind mit im Haushalt lebt, kommen wir auf ganze 67 Prozent. Das ist ein harter Schlag – gerade in den schlecht bezahlten Branchen, in denen vor allem Frauen arbeiten. Diejenigen, die in den letzten Jahren etwas beiseite legen konnten, werden an ihre Ersparnisse gehen müssen, alle anderen stehen vor der viel kritischeren Frage wie sie künftig ihre Miete und sonstige nötige Ausgaben tätigen sollen. Besonders hart wird es für die unzähligen prekären ArbeiterInnen und (Schein-)Selbstständigen, die nun vor der Existenznot stehen. Das Geld, das laut Olaf Scholz für die Rettung von Unternehmen ausreichend zur Verfügung steht, wird verweigert, wenn es um die Gesundheit und die Existenzsicherung der ArbeiterInnen geht.

Bevölkerungsschutz oder Schutz vor der Bevölkerung?

Doch wir sind nicht nur diejenigen, auf deren Rücken die Unternehmen am Leben gehalten werden sollen. Wir müssen nun auch das staatliche Versagen im Gesundheitssystem ausbaden und unsere Freiheitsrechte werden immer weiter eingeschränkt. Weil das deutsche Gesundheitssystem mit einer größeren Anzahl an Corona-Infizierten maßlos überfordert wäre, muss nun versucht werden mit der Abriegelung immer größerer Teile des öffentlichen Lebens die Ausbreitung des Virus einzudämmen – eine Maßnahme, die wie in Italien zu sehen ist, ohne ein gut ausgebautes Gesundheitssystem nicht zwingend zum Erfolg führt. Parallel zum Lock-Down müssen die Beschäftigten in den geöffneten Betrieben mit mangelnden Schutzmaßnahmen weiterarbeiten, was die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wiederum absurd erscheinen lässt.

Für die Umsetzung übernimmt die Polizei die Kontrolle über das öffentliche Leben: Bereitschaftspolizei um Bars zu schließen und Spielplätze zu leeren wäre noch vor kurzer Zeit nicht denkbar gewesen. So sehr der Schock über die neuen Einschränkungen uns aktuell im persönlichen Alltag trifft: Es ist der schärfste Angriff auf unsere Rechte, den es seit langer Zeit gab! Alle Möglichkeiten, unsere Rechte und Interessen vorzubringen und umzusetzen, sind nun über den Haufen geworfen: Arbeitskämpfe, gewerkschaftliche und betriebliche Organisierung, öffentlicher Protest, unabhängige politische und soziale Initiativen und Gruppen – nichts wird sich mehr entfalten und artikulieren dürfen, das abseits der politischen und ökonomischen Interessen der Herrschenden steht. Hinzu kommt eine mediale Berichterstattung, die uns in erster Linie vorhält, wie wir uns am besten an die ständig neuen Verordnungen anpassen sollen. Mal als Panikmache, mal angeblich ganz vernünftig mit Begriffen wie „Solidarität“ und „Verantwortung“. Wie lange das so bleibt ist unklar, genauso unklar ist allerdings, wie der „Normalzustand“ nach Corona aussehen wird. Die neuen Befugnisse passen perfekt zur, schon lange erstarkenden, rechten „Law-and-Order“ Politik. Diejenigen, die sich dagegen gewehrt haben oder in kommender Zeit dafür bereit wären, sind erst einmal neutralisiert. Die großen Banken und Konzerne bekommen ein politisches Programm für ihr Krisenmanagement serviert, das ihnen auch nach dem Virus unter die Arme greifen wird.

Die Macht der staatlichen Stellen wächst ins Unermessliche und privilegierte PolitikerInnen bestimmen, wem Schutz gebührt und wer sich selbst überlassen bleibt: Menschen, die über keinen festen Wohnraum verfügen oder in Großeinrichtungen leben – wie in Altenpflegeheimen, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung, in Wohnungslosen- oder Geflüchtetenunterkünften, Frauenhäusern etc. – haben gar nicht die Möglichkeit sich durch Isolation vor dem Virus zu schützen. Tafeln zur Nahrungsmittelversorgung von Menschen in Armut werden geschlossen. Für Frauen, die bis heute auch in Deutschland von partnerschaftlicher Gewalt betroffen sind, kann eine Quarantäne in den eigenen vier Wänden tödlich enden. Das lahmgelegte öffentliche Leben ist nicht nur für die Beschäftigten im Einzelhandel, in den sozialen Einrichtungen, Bildungseinrichtungen usw. ein Problem. Während der Staat sich bei der Einschränkung sozialer Kontakte und vor allem für die Unterstützung der Wirtschaft groß ins Zeug legt, sind unsere gesellschaftlichen Interessen plötzlich die Probleme der Einzelnen. Wenn Eltern sich zwischen der Betreuung ihrer Kinder und Lohnarbeit entscheiden müssen, wenn die Entlassenen der Gastro-Betriebe ihre Miete nicht weiter bezahlen können, wenn alte Leute, die ja am besten ganz zu Hause bleiben sollen, nicht mehr an Essen und Medikamente kommen, dann wird bestenfalls an die Solidarität aller appelliert. Auf internationaler Ebene sind es die Geflüchteten, die nun mit der vollständigen Schließung der europäischen Außengrenzen konfrontiert sind. Besonders in den Lagern z.B. auf der griechischen Insel Lesbos ist die Situation dramatisch – sie sind völlig überfüllt und die hygienischen Standards sind auch unter normalen Bedingungen menschenunwürdig. Ihnen verwehrt die EU das Recht auf Infektionsschutz. Die Aussetzung des Asylrechts in Griechenland und das dreckige Spiel des türkischen Präsidenten Erdogan, der mit seiner Taktiererei an der griechischen Grenze tausende Geflüchtete unsäglicher Gewalt aussetzte und in eine humanitäre Katastrophe trieb, scheint im Angesicht der Virusgefahr in Politik und Medien keine Rolle mehr zu spielen.

Kein Kampf ist auch keine Lösung!

Das Corona-Virus ist eine Bedrohung für uns alle. Ganz besonders für uns, die von unserem Lohn und von den Entscheidungen der gesellschaftlichen Eliten abhängig sind. Natürlich müssen wir zur Virus-Eindämmung Maßnahmen treffen, die unser soziales Leben einschränken. Aber dabei dürfen wir uns nicht entmachten lassen! Die langfristige Bedrohung, auf die wir uns einstellen müssen, kommt nicht von einem Virus. Sie geht aus von all den, im Kampf gegen das Corona-Virus zunächst sinnvoll erscheinenden, Einschränkungen unserer Freiheitsrechte. Ob Ausgangssperre, wie sie in vielen europäischen Ländern bereits verhängt ist, die massenhafte Auswertung von Handydaten, wie in Österreich beschlossen oder auch der Einsatz der Bundeswehr im Inneren – Wer garantiert uns, dass diese Maßnahmen mit einem Ende der Pandemie wieder zurückgenommen werden?

Das Corona-Virus wird zwangsläufig eine wirtschaftliche Krise auslösen, die schon seit längerem bevorsteht – die bereits vor dem Virus angekündigten Massenentlassungen in der Metall- und Elecktrobranche sind nur die aktuellsten Hinweise darauf. Die Folgen dieser Krise sollen auf uns Beschäftigte abgewälzt werden, die angekündigte Kurzarbeit ist ein erstes Anzeichen, massenhafte Entlassungen, Stellenabbau usw. werden folgen. In diesen Zeiten dürfen wir unsere Kampfkraft nicht verlieren. Solidarität und das gemeinsame Einstehen für unsere Interessen sind gerade jetzt unbedingt notwendig! Gerade deshalb, müssen wir Wege finden, uns zu organisieren und zu vernetzen. Das gilt in unseren Stadtteilen und Nachbarschaften, wo solidarische Netzwerke aufgebaut werden können. Über die Solidarität untereinander, gegenseitige Beratung und der Unterstützung derer, die ihr Haus nicht verlassen können oder sollen, können wir die Isolation und den Individualismus durchbrechen. Das ist nicht nur notwendig, um das aufzufangen, was der deutsche Staat nicht leisten kann und will. Die Herausforderung, in den Gemeinden und Stadtvierteln neue Formen der Kommunikation und Kollektivität aufzubauen ist eine wichtige Gegenentwicklung zur Vereinzelung und dem Rückzug in Familien und kleine soziale Klüngel, die den Alltag der meisten bestimmen.

Wenn wir allerdings bei der reinen Nachbarschaftshilfe bleiben, ohne sie mit den sozialen Kämpfen in den Betrieben zu verknüpfen, werden die richtigen Initiativen wieder verebben. Dann fangen wir zwar einige Symptome der Krise ab, können uns aber gegen die eigentlichen Angriffe auf unsere Arbeitsbedingungen und unseren Lebensstandard nicht wehren. Kurzarbeit, Massenentlassungen, radikale Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen in allen Branchen und die im Frühjahr anstehende Tarifrunde im Metall- und Elektrobranche stehen uns bevor. Wir müssen zusammen nach Möglichkeiten suchen, uns trotz Pandemie zusammenzuschließen. Streiks, Aktionen und vor allem praktische Solidarität zwischen den verschiedenen Branchen und Betrieben gegen die Angriffe auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen, müssen jetzt erarbeitet und geplant werden. Gerade die Straße als Ort, an dem unser gemeinsames Handeln zur greifbaren Gegenmacht wird, wo wir zusammenstehen und den Herrschenden Kontra geben können, dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Auch in diesen Zeiten können wir Wege finden: Dann tragen wir eben Masken und Handschuhe und nutzen große Plätze, Kreuzungen und ganze Innenstädte, um uns nicht zu dicht aneinander drängen zu müssen… Je länger wir uns dem Burgfrieden unterordnen, desto weniger werden wir laut und stark für unsere Rechte kämpfen können, wenn es wieder unbedenklicher sein wird, gemeinsam auf die Straße zu gehen. In Italien haben ArbeiterInnen gerade wegen der aktuellen Lage dort in zahlreichen Betrieben spontane Streiks gegen Arbeitszwang trotz Virusgefahr durchgeführt. Mit dem nötigen Willen und etwas Kreativität ist es möglich!

Alle Menschen, die sich bis jetzt engagiert und eingesetzt haben dürfen nicht stillhalten! Wir brauchen noch viele mehr! Wir müssen Kontakte halten, neue Verbindungen herstellen, Erfahrungen austauschen und sammeln, unseren Mut und unsere Motivation nutzen. Wir sind keine Szene, kein Klüngel und keine BesserwisserInnen, wir sind lohnabhängig wie der Großteil der Bevölkerung und kämpfen Tag für Tag mit den gleichen Problemen. Gerade in der soziale Krise, in die wir aktuell hineingeworfen werden, werden unsere Gemeinsamkeiten sichtbar. Der Bruch mit diesem kranken System ist keine Phrasendrescherei, sondern die einzige Aussicht auf ein Leben in Gesundheit, Solidarität und Wohlstand – und das für alle!

Liebe Freundinnen und Freunde von OLGA

Wir haben uns auch dazu entschlossen, alle unseren geplanten Veranstaltungen für einige Zeit einzustellen.

Als Veranstaltungsfreiraum ist es absolut grundsätzlich, dass wir bereit sind, Verantwortung für- und miteinander zu übernehmen und stets
solidarisch für marginalisierte Gruppen einzustehen. Diese Haltung erschöpft sich nicht im Kampf gegen Rassismus, Sexismus oder Homophobie. Übertragen auf die aktuelle Corona-Pandemie heißt das für uns auch, dass wir Verantwortung übernehmen für Personen, die durch eine Infektion ernsthaft gesundheitlich gefährdet werden könnten.

Bleibt gesund!

Sobald sich an der Lage etwas ändert bekommt ihr über den Newsletter bescheid.

Viele Grüße

eure OLGA

Corona: Was obdachlose Menschen in München fordern

Für obdachlose Menschen ist es nahezu unmöglich, den offiziellen Empfehlungen zur Bekämpfung des Coronakrise Folge zu leisten. Sie sind nicht in der Lage, sich wirkungsvoll gegen das Virus zu schützen. Das Leben auf der Straße erschwert die Teilnahme am Kampf gegen die Pandemie. 

Am 17. März 2020 formulierten etwa 15 Nutzer*innen der tagsüber geschlossenen Münchner Notschlafstelle für Obdachlose in der Bayernkaserne nachvollziehbare Vorschläge, um gegen die Pandemie anzukommen:

1. Jede wohnungslose Person sollte eine ganztägige Unterkunft haben und größere Gruppen meiden können. Die Zimmer in der Bayernkaserne sollten nach einer bestimmten Ordnung zugewiesen werden, welche zulässt, dass Menschen ihre Zimmergenoss*innen selbst auswählen dürfen. Vorzuziehen ist eine Zimmerbelegung mit 2–4 Personen. Jede*r sollte einen bestimmten Spind nutzen können und dafür einen eigenen Schlüssel erhalten. Das heißt, dass Personen dasselbe Bett und denselben Spind durchgängig nutzen können und nicht jedes Mal willkürlich neue in Anspruch nehmen. Dadurch entstünde eine Kontinuität.       

2. Es  sollte durchgehende medizinische Unterstützung durch Fachpersonal in der Kaserne gewährleistet sein.         

3. Hygienematerial sollte für die Nutzer*innen sachgerecht in den Badezimmern sowie an weiteren Orten zur Verfügung gestellt werden (Desinfektionsmittel, Seife, Papierhandtücher  usw.).       

4. Die Unterkunft sollte immer ordentlich rein sein. Die Bayernkaserne ist derzeit sehr unordentlich und schmutzig.   In den Waschräumen sollten Abstellmöglichkeiten für Körperpflegeprodukte, Zahnbürsten, Handtücher usw. während des Duschens oder Nutzung der Wascheinrichtungen installiert werden 

5. Personen ohne Ausweispapiere und/oder ohne Krankenversicherung sollte ebenfalls der Zugang zu Gesundheitsfürsorge innerhalb und außerhalb der Kaserne gewährt werden.         

6. Warmes Essen und richtige Mahlzeiten sollten für alle in der Unterkunft bereitgestellt werden.

7. Einige Personen haben Sorge, dass sie München nicht mehr verlassen können. Für alle, die München verlassen möchten, sollten Fahrkarten kostenlos zur Verfügung gestellt werden.


Für den Fall der Quarantäne in der Unterkunft:  

8. Bewohner*innen der Unterkunft sollten die Möglichkeit haben, mit ihren Angehörigen zu kommunizieren. Vor allem ein funktionierender Internetzugang ist wichtig.  

9. Dinge des alltäglichen Bedarfs sollten zur Verfügung gestellt werden (so etwa richtiges Essen, Zigaretten und Hygieneartikel). Zur Beschäftigung der Bewohnerinnen und Bewohner in der Quarantäne wären auch Freizeitangebote  gut – zumindest TVs, Spiele und Bücher sollten bereitgestellt werden. Für die physische und psychische Gesundheit sollte ausgebildetes Personal vor Ort sein.  

Diese Forderungen sind wichtig für den gemeinsamen Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus und damit für die Gesundheit aller, mit oder ohne Wohnraum.

Viele Hotels und Pensionen stehen derzeit leer. Sie könnten als kostenfreie Unterkünfte für diejenigen Menschen genutzt werden, die sie benötigen um physische Distanz zu anderen zu wahren und gesund zu bleiben – so wie es von offizieller Seite dringend empfohlen wird. 

Kampagne Wir Wollen Wohnen 

Dieses Statement in weiteren Sprachen:

Türkçe, български, românesc, English

Ein paar Worte zur Corona-Krise

Mittlerweile sind in München Bars und Boazn dicht, die Gottesdienste fallen aus. Es ist Katastrophenfall, das Robert Koch Institut stuft das Gesundheitsrisiko durch das Coronavirus in Deutschland inzwischen als “hoch” ein. In der Social-Media-Bubble sind die betont unbesorgten Blödeleien längst Hashtags gewichen, die dich auffordern zuhause und nach Möglichkeit deinem Job fern zu bleiben. Vielen, die Berichte von Freund_innen und Genoss_innen aus Italien verfolgt hatten, war das Lachen schon einige Tage vorher im Halse stecken geblieben.

Tatsächlich scheint es gerade das Gebot der Stunde, den Kontakt zu anderen im Real-Life einzuschränken so gut es nur irgendwie geht, damit Behandlungskapazitäten im kaputtgesparten Gesundheitsbereich nicht über’s Limit gehen. Wie das bewertet wird, fällt – wenig verwunderlich – sehr unterschiedlich aus. Eigene (Nicht-)Betroffenheit und in wie weit die Leute im sozialen Umfeld besonders gefährdet sind, spielen dabei natürlich eine große Rolle, aber eben nicht die einzige.

Und tatsächlich ist die Sache ja so einfach nicht, mit diesem Zuhausebleiben. Für viele Menschen bedeutet die soziale Isolierung eine große Gefahr, wieder andere sind in den vermeintlich sicheren vier Wänden patriarchaler Gewalt ausgesetzt. Nicht alle haben die Möglichkeit ihrer Lohnarbeit fernzubleiben, zum Teil auch weil sie in Krankenpflege und Co. gesellschaftlich wichtige Arbeit leisten. Und Rechnungen, Beiträge und Miete? Die Scheiße läuft ja einfach weiter. Für Viele ist es gar nicht so easy in der engen Wohnung zu bleiben wenn die Kinder Radau machen. Und überhaupt: Zigtausend Menschen allein in München haben gar keine Wohnung, hocken in Unterkünften, kommen bei Bekannten unter oder müssen auf der Straße schlafen.

Was also tun?

Wie in vielen anderen Städten werden auch in München gerade solidarische Strukturen aufgebaut um in den Vierteln Unterstützungsangebote zu schaffen. Die “Solidarische Nachbarschaft München” ist eine solidarische Vernetzung via Social Media und bietet eine Plattform, um Nachbarschaftshilfe zu organisieren: https://t.me/solidarischenachbarschaftmuc

Über die konkrete Unterstützung hinaus, stellt sich die Frage welche Handlungsmöglichkeiten sich ergeben, um nicht auf die Zuschauerposition am Fensterbrett oder in der Timeline festgelegt zu bleiben. Die Anlässe werden nicht weniger.

Die Meldungen über Grenzschließungen, Versammlungsverbote und Ausgangssperren überschlagen sich. Was passiert eigentlich wenn die ganzen Ausnahmezustands-Regelungen nicht einfach wieder einkassiert werden? Maßnahmen nach denen sich die Posterboys der CSU sonst die Finger lecken. Die Gelegenheit wäre günstig, und dass die Fans von Law-And-Order sie nicht ergreifen, wird sicher kein Selbstläufer.
Auch wenn die Situation an den EU-Außengrenzen aus den Schlagzeilen gerutscht ist, so liegt das nicht daran, dass sich die Situation dort beruhigt hätte. In Moria, wo zum Schutz des europäischen Menschenrechtsparadieses Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht werden, wo sich Tausende ein paar abgefuckte Waschbecken teilen müssen, eskaliert die Lage.

Es gibt viel zu diskutieren und vieles wird auf uns zukommen, was wir jetzt vielleicht noch nicht erahnen. Dennoch bereiten wir uns vor. Fragen, die sich uns heute stellen, sind z.B.:

- Welchen Einfluß und Reichweite kriegen rechte Verschwörungsideologien? Was lässt sich dem entgegensetzen? Was glauben die Leute, die wochenlang alleine vor dem Rechner Push-Nachrichten lesen – und was wollen sie glauben?

- Wie lassen sich die solidarischen Netzwerke auch über die Phase erster Euphorie und nach Wochen der Quarantäne zu organisieren?
- Welche politischen Aktionsformen sind gerade angemessen und wirkungsvoll? – oder überhaupt möglich?

- Wie gehen wir mit den zu erwartenden rassistischen Anfeindungen und Angriffen um?
- Wie lassen sich auf die bevorstehenden gesellschaftlichen Transformationen post-Corona linke Antworten finden, wie können wir die rechten und autoritären Lösungen zurückdrängen?

- Wie können wir aus der Quarantäne solidarisch handeln gegen Lagerzwang, Grenzregime und systematische staatliche Verwundbarmachtung von Refugees und Migrant_innen?

- Wie gehen wir damit um, wenn Menschen eine angemessene medizinische Versorgung im Ernstfall verwehrt bleiben wird – und dabei Rassismus und Kriterien der Verwertbarkeit noch viel deutlicher als im Normalbetrieb des Gesundheitssystems ausschlaggebend werden?

Es gibt also einiges zu besprechen. Systemli präsentieren einige Tipps, wie ihr euch trotz der Corona-bedingten Einschränkungen vernetzen, diskutieren und in Kontakt bleiben könnt: Solidarische Infrastruktur für solidarische Aktionen

Hier noch ein bisschen Lesestoff:

- Ein Beitrag aus Italien: To our friends all over the world from the eye of Covid-19 storm
- Was tun gegen die kapitalistische Bankrottpolitik gegenüber dem Sozialen: Viraler Kapitalismus
- Unsere Genoss*innen von Plan C aus England stellen zur weltweiten Corona-Pandemie lesenswerte Forderungen auf.
- Dossier von medico international

Aktuell – homeoffice für Communities mit freier Software!

da:
https://sfconservancy.org/blog/2020/mar/17/remotetools/

das ergänzt denke ich hervorragend das:
https://digitalcourage.de/blog/2020/corona-homeoffice-tipps