Ich hab da mal nen Screenshot der offiziellen Homepage des Wiener Korporationsrings, die heute zum WKR-Ball in Wien laden, gemacht <3
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Woher rührt die subversive Kraft von Graffitis und das nicht erlahmende Verfolgungsinteresse staatlicher Repressionsorgane? Was Street Art (einst?) ausmachte, war und ist die politische Dimension in Form von Illegalität und der Aneignung von Stadt – viel mehr noch als ihr künstlerisches Erscheinungsbild.
In Hamburg wurde Walter F. alias OZ für insgesamt 8 Jahre in den Knast geschickt, nur weil er seine immer gleichen Smiley-Zeichen auf die Rückseiten von Verkehrsschildern oder auf hässlich-graue Bunkerwände sprayte. In Paris verzierte Miss.Tic mit poetischen Pochoirs Häuserwände ganz in der Tradition des Situationismus. Auch sie wurde dafür angeklagt, um sich nur wenig später als hip-angesagte Künstlerin in ihrem Ansinnen, sich einen Platz in der Kunstgeschichte zu erobern, bestätigt zu fühlen.
Jorinde Reznikoff und KP Flügel haben in der Edition Nautilus das Buch „Bomb it, Miss.Tic“ herausgegeben und sowohl die widersprüchliche Karriere der Graffiti-Künstlerin als auch den Prozess gegen OZ journalistisch verfolgt. Im Rahmen der Veranstaltung wird zu diskutieren sein, inwieweit Street Art ihren rebellischen Ursprungscharakter als ?Aufstand der Zeichen“ noch bewahren kann, oder ob sie sich dem Verwertungsinteresse des kapitalistischen Kunstbetriebs nicht mehr widersetzen kann.
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Beginn: 20:30 Uhr
Wie immer mit köstlichem Essen und nach dem Vortrag Aufgelege.
Die Resonanz der Medien auf die Propagandaveranstaltung „Zum Gedenken an ‚OPERATION GEGOSSENES BLEI‘“ in München fiel erfreulich leise aus – ohne den üblichen Beifall von Süddeutsche und Co. Der „Freigänger aus Gaza“ (Zitat: Salam Shalom) hatte nur die bereits Überzeugten zu überzeugen.

Dass Simon Siam die Welt nach streng religiösen Vorstellungen zugerichtet sehen möchte, ist ihm nicht anzusehen. Der Fotograph wirkt eher so, als wäre er gerade von seinem Surfboard gestiegen, pflegt eine jugendliche Sprache, die dem Hip Hop entlehnt ist. Ein wenig gedrungen aber im Grunde lässig schlurft er durch die neu eröffnete „Galerieflash“ in der Blumenstraße, die seine Bilder „Zum Gedenken an ‚OPERATION GEGOSSENES BLEI‚“ zeigt. Über 1.400 Menschen sind bei der Operation gestorben, „ein Grund zu gedenken, finden Sie nicht?“, fragt die Mutter der absenten Galeristin stellvertretend. Den ausgestellten Bildern ist die Radikalität ihres Schöpfers nicht anzusehen, sie zeigen Ausschnitte des alltäglichen Lebens in Gaza; u.a. eine Tankstelle, Kinder am Straßenrand, ein schrottiges Auto. Auf die Darstellung von „Zerstörung und Einschüssen“ habe er bewusst verzichtet, erklärt Siam sein Konzept, mit vieldeutigem Augenaufschlag. Beim Blick weg von den Bildern hin zu seinen Internetaktivitäten wird jedoch eine kritikwürdige Weltanschauung deutlich. Dass Siam die Facebook-Umfrage, wer in der alten und modernen (!) Geschichte die bedeutendste Persönlichkeit ist, mit „Mohammed, der Gesandte Gottes“ beantwortet, kann noch als Zeichen für religiöse Überidentifikation gewertet werden. Er hält es aber gleichwohl für eine „Sehr gute Entscheidung“, Szenen mit Umarmungen und Küssen in ägyptischen Filmen zu zensieren,¹ womit schon ein erstes Moment begründeter Skepsis nahe liegt.
Was die „Palästinenser“ zu tun haben
Die Skepsis bestätigt sich zunehmend Eingedenk von drei Facebook-Seiten, die der sogenannte „Freigänger aus Gaza“ jeweils als Administrator befüttert. Neben einer vergleichsweise wertneutralen Seite, die der Promotion seiner eigenen Bildwerke dient und einer weiteren, die er „Abbas“ nennt, ist er als alleiniger Administrator der Facebook-Seite „Target Productions“ gelistet. Dort verlinkt er fast ausschließlich Artikel des gleichnamigen Portals (http://target.ps). Dabei handelt es sich offenbar um eine Propaganda-Plattform, die seit kurzem nicht mehr erreichbar, über den Google-Cache aber weiterhin nachvollziehbar bleibt. „Kristallnacht in Palestine“ titelt eine Überschrift, eine andere: „Zionism: The Real Enemy of the Jews.“ Der Beitrag „How to free Palestine“ ist eine gesonderte Erwähnung wert. Um „Palästina zu befreien“ habe das „Palästinensische Volk“ nämlich die „Palästinensische Autonomiebehörde“ (PA) der Fatah aufzulösen, heißt es darin, da diese ein „verlängerter Arm“ der Zionisten sei. Weiter müsse den „jüdischen Siedlern … mit allen Mitteln“ entgegengetreten werden. Die Länder Jordanien, Ägypten, Syrien und Libanon seien darüber hinaus „notfalls mit Gewalt“ vom „zionistischen Arm“ zu „befreien“, da auch deren Regierungen nur„Marionetten“ Israels seien.

Israel von der Landkarte blättern: aktuelles Bild der Facebook-Site der Palästinensischen Gemeinde München
Zurück in München: Weichspülprogramm
Mitinitiiert hat die Veranstaltung mit Siam in der „Galerieflash“ die Palästinensische Gemeinde München und Amnesty International, sowie rührte der antizionistische Verein Salam Shalom über E-Mail-Verteiler und Website die Werbetrommel. Von Aufrufen zur Gewalt gegen den jüdischen Staat oder gar gegen Jüdinnen und Juden ist auf der Ausstellung nichts zu bemerken. Doch die Bilder über Gaza folgen einer bestimmten Logik. Der Fotograph führt die Besuchenden deshalb selbst durch die Galerie und erklärt den tieferen Sinn der Anordnung. Ein Bild zu einer Brot backenden Frau kommentiert er beispielsweise mit einer Geschichte über die von Israel und Ägypten angeblich stundenweise gesperrte Gasversorgung, ein an sich wenig aussagekräftiges Bild von einer Tankstelle folgt die Erläuterung der durch die Blockade des Gaza-Streifens bedingten höheren Benzinpreise. Die Bilder sind im Grunde nach Begehrlichkeiten sortiert, am Ende der Runde steht die Spendenbox. „Wer ist das?“ frage ich, mit dem Finger auf das Konterfei von Ahmad Yasin zeigend, das im Hintergrund eines Bildes zu sehen ist. Das ist „The wise guy of Hamas“, erklärt Siam. Braver Junge, die Funktionäre Zuhause werden stolz auf dich sein.
[1] Hierbei wird auf die Google-Übersetzung aus der arabischen Sprache Bezug genommen. Sollte der folgende Inhalt widererwarten eine andere Bedeutung haben, bitte über das Kontaktformular mitteilen:
* ما رأيك في قرار حذف مشاهد الاحضان والقبلات من الافلام في التلفزيون المصري؟
قرار سليم جدا
Die Resonanz der Medien auf die Propagandaveranstaltung „Zum Gedenken an ‚OPERATION GEGOSSENES BLEI‘“ in München fiel erfreulich leise aus – ohne den üblichen Beifall von Süddeutsche und Co. Der „Freigänger aus Gaza“ (Zitat: Salam Shalom) hatte nur die bereits Überzeugten zu überzeugen.

Dass Simon Siam die Welt nach streng religiösen Vorstellungen zugerichtet sehen möchte, ist ihm nicht anzusehen. Der Fotograph wirkt eher so, als wäre er gerade von seinem Surfboard gestiegen, pflegt eine jugendliche Sprache, die dem HipHop entnommen ist. Ein wenig gedrungen aber im Grunde lässig schlurft er durch die neu eröffnete „Galerieflash“ in der Blumenstraße, die seine Bilder „Zum Gedenken an ‚OPERATION GEGOSSENES BLEI‚“ zeigt. Wir haben die Ausstellung kurzerhand „hineingeschoben“, erklärt die Mutter der absenten Galeristin stellvertretend. Über 1.400 Menschen sind bei der Operation gestorben, „ein Grund zu gedenken, finden Sie nicht?“, fragt sie die Gäste. Den ausgestellten Bildern ist die Radikalität ihres Schöpfers nicht anzusehen, sie zeigen Ausschnitte des gewöhnlichen Lebens in Gaza; u.a. eine Tankstelle, Kinder am Straßenrand, ein schrottiges Auto. Auf die Darstellung von „Zerstörung und Einschüssen“ habe er bewusst verzichtet, erklärt Siam sein Konzept, mit einem vieldeutigen Augenaufschlag flankiert. Beim Blick auf seine Internetaktivitäten bricht sich jedoch eine kritikwürdige Weltanschauung Bahn. Dass Siam die Facebook-Umfrage, wer in der alten und modernen (!) Geschichte die bedeutendste Persönlichkeit ist, mit „Mohammed, der Gesandte Gottes“ beantwortet, kann noch als Zeichen für religiöse Überidentifikation gewertet werden. Er hält es aber gleichwohl für eine „Sehr gute Entscheidung“, Szenen mit Umarmungen und Küssen in ägyptischen Filmen zu zensieren,¹ womit schon ein erstes Moment der Skepsis nahe liegt.
Was die „Palästinenser“ zu tun haben
Die Skepsis bestätigt sich zunehmend Eingedenk der drei Facebook-Seiten, die der sogenannte „Freigänger“ aus Gaza jeweils als Administrator befüttert. Neben einer Seite, die der Promotion seiner eigenen Bildwerke dient und einer arabischsprachigen Site, die er „Abbas“ nennt, ist er als einziger Administrator der Facebook-Seite „Target Productions“ gelistet. Dort verlinkt er Artikel des gleichnamigen Portals http://target.ps. Bei „Target Productions“ handelt es sich offenbar um eine Propaganda-Plattform, die seit kurzem nicht mehr erreichbar, über den Google-Cache aber noch nachvollziehbar bleibt. „Kristallnacht in Palestine“ titelt eine Überschrift, eine andere: „Zionism: The Real Enemy of the Jews.“
Es folgen des Weiteren u.a. Falschaussagen über die israelische Staatsgründung, romantisierende Beschreibungen der Intifada und Verweise auf antisemitische Cartoons und T-Shirts. Der Beitrag „How to free Palestine“ , den Siam ebenfalls auf dieser Facebook-Seite verlinkt hat, ist einer gesonderten Erwähnung wert. Um „Palästina zu befreien“ habe das „Palästinensische Volk“, die „Palästinensische Autonomiebehörde“ (PA) der Fatah aufzulösen, heißt es darin, da diese ein „verlängerter Arm“ der Zionisten sei (Anm.: Das klingt diese Tage besonders absurd, nachdem erst am 09. Januar Muhammad Hussein, ein Oberhaupt der Palästinenser und Gründer der regierenden Fatah, im palästinensischen Fernsehen zur Gründungsveranstaltung der Partei zum lückenlosen Judenmord aufgerufen hat – über die Volkstümlichkeit der Partei also eigentlich kein Zweifel bestehen kann.) Weiter heißt es in dem von Siam verlinkten Artikel, müsse den „jüdischen Siedlern … mit allen Mitteln“ entgegengetreten werden. Die Länder Jordanien, Ägypten, Syrien und Libanon seien „mit Gewalt“ vom „zionistischen Arm“ zu „befreien“, da deren Regierungen„Marionetten“ Israels seien.

Israel von der Landkarte blättern: Aktuelles Foto der Facebook-Site der Palästinensischen Gemeinde München
Zurück in München: Weichspülprogramm
Mitinitiiert hat die Veranstaltung mit Siam in der „Galerie flash“ die Palästinensische Gemeinde München und Amnesty Internnational, sowie rührte der antizionistische Verein Salam Shalom über E-Mail-Verteiler und Website die Werbetrommel. Von Aufrufen zur Gewalt gegen den jüdischen Staat oder gar Jüdinnen und Juden ist auf der Ausstellung zwar nichts zu bemerken. Doch die auf den ersten Blick harmlosen Bilder von Gaza folgen einer bestimmten Logik. Der Fotograph führt die Besuchenden deshalb höchstselbst durch die Galerie und erklärt den tieferen Sinn der Anordnung. Ein Bild zu einer Brot backenden Frau kommentiert er beispielsweise mit einer Geschichte über die von Israel und Ägypten angeblich stundenweise gesperrte Gasversorgung, ein an sich wenig aussagekräftiges Bild von einer Tankstelle folgt die Erläuterung der durch die Blockade des Gaza-Streifens bedingten höheren Benzinpreise. „Wer ist das?“ frage ich, mit dem Finger auf das Konterfei von Ahmad Yasin deutend, das im Hintergrund eines Bildes mit Taxis auf einem Plakat zu sehen ist. Das ist „The wise guy of Hamas“, erklärt Siam. Braver Junge, denke ich mir, du hast dich im Erziehungslager der Hamas zu einem ansehnlichen Deppen formen lassen.
[1] Hierbei wird auf die Google-Übersetzung aus dem arabischen Sprache Bezug genommen. Sollte der Inhalt der Facebook-Seite wider Erwarten eine andere Bedeutung haben, bitte über das Kontaktformular mitteilen:
* ما رأيك في قرار حذف مشاهد الاحضان والقبلات من الافلام في التلفزيون المصري؟
قرار سليم جدا
Rund 800 Antifaschist_innen verhinderten am Samstag, dass Neonazis vor das selbstverwaltete Zentrum "Kafe Marat" ziehen konnten
Viele entschlossene Antifaschist_innen blockierten am Samstag den Natiaufmarsch
München. Gut 80 Neonazis aus dem Umfeld des "Freien Netz Süd" (FNS) wollten am vergangenen Samstag gegen das selbstverwaltete Zentrum "Kafe Marat" und "für ein patriotisches Begegungszentrum" demonstrieren und dabei vom Hauptbahnhof vor das "Marat" ziehen. Doch bis zu 800 Antifaschist_innen ließen den Naziaufmarsch nach mehrere Blockaden am Sendlinger Tor zum Stehen kommen.
Bereits am Morgen war es in der Nähe einer antifaschistischen Kundgebung vor dem selbstveralteten Zentrum im ehemaligen Tröpferlbad zu Auseinandersetzungen mit Neonazis gekommen, die nach Aussage mehrerer Teilnehmer_innen mit "Totschläger" und "Teleskopstangen" bewaffnet waren. Mittags startete eine weitere Kundgebung am Stachus.
Als sich die Nazis um Norman Bordin und den verurteilten Rechtsterorristen Karl-Heinz Statzberger gegen 13 Uhr am Hauptbahnhof trafen, hatten sich bereits zahlreiche Antifaschist_innen vor dem Bahnhof eingefunden, es gab erste Blockadeversuche. Mit einem Pfeifkonzert und Schneeballwürfen begann der braune Aufmarsch, wurde jedoch in der Bayerstraße von der Polizei unterbrochen. Beamte nahmen einen 22-jährigen "Musikwart" aus Ebersberg fest, nachdem dieser als Referenz an die rechte Terrorgrupppe "Nationalszialistischer Untergrund" das "Paulchen-Panther-Theme" abgespielt hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen "Billigung einer Staftat".
Kurz darauf gelang es Antifaschist_innen, die Sonnenstraße an der Ecke Schwanthalerstraße zunächst in südlicher, dann auch in nördlicher Richtung zu blockieren, erneut kam der Aufmarch des FNS zum Stehen. Die Polizei wirkte teils überrascht ob des zügigen und flexiblen Agierens Hunderter Antifaschist_innen. Da es ihnen anfangs nicht gelang, die Nazidemonstration an den beiden Blockaden vorbei zu schleusen, drängten schließlich Polizist_innen vom Unterstützungskommando mit bekannter Brutalität die erste Blockade in die Schwanthalerstraße ab.
Doch nur wenig später gelang es den Antifaschist_innen erneut, den Aufmarschweg zu blockieren. Innerhalb kurzer Zeit war die Lindwurmstraße in beiden Richtungen dicht, die Polizei spricht von rund 300 Gegendemonstrant_innen. Die überwiegend aus dem Spektrum der "autonomen Nationalisten" stammenden Neonazis hielten währenddessen wie geplant, wenn auch unter höhnischem Spottgesang ihre Zwischenkundgebung am Sendlinger Tor ab. Diese zog sich jedoch länger und länger hin, während die Polzei die Blockierer_innen zum Freimachen der Straße aufforderte. Doch die hatten es sich trotz der Kälte schon gemütlich gemacht. Gegen viertel vor Vier legten die Polizeiketten die Helme ab und es zeichnete sich ab, dass aus der Zwischen- eine Abschlusskundgebung werden würde. Um 17 Uhr brachen Bordin und Gefolgschaft ihre ursprünglich bis 18 Uhr geplante Demonstration ab. Einer der bewaffneten Neonazis wurde erst am Ende der Kundgebung festgenommen, obwohl die Polizei bereits frühzeitig informiert worden war.
Während die Neonazis zur U-Bahn geleitet wurden, entschlossen sich viele Antifaschist_innen, den Rest der geplanten Nazistrecke zum "Kafe Marat" nun selbst zu gehen. Laut und gut gelaunt liefen rund 150 Leute vom Sendlinger Tor über Goetheplatz und Kapuzinerstraße zu dem erfolgreich verteidigten selbstverwalteten Zentrum - gestört lediglich am Schluss von einer kleinen, offenbar unausgelateten USK-Einheit.
Obwohl nach unterschiedlichen Zählungen sechs bis acht Antifaschist_innen festgenommen und einige verletzt wurden, kann der Tag durchaus als erfolgreich gewertet werden. Angesichts der sehr kurzen Mobilisierung - auch Grüne, Piratenpartei und SPD, nicht jedoch (sichtbar) die Gewerkschaften hatten sich eingefunden - war die Beteiligung auf Seiten der Antifaschist_innen erfreulich. Unerwartet war die starke Beteiligung an den Blockaden, die diesesmal auch die Polizei zu überfordern schien. Während Bordin und andere beim letzten Versuch 2008 bis zur Ecke Kapuziner-/Thalkirchnerstraße ziehen konnten, blieb der Aufmarsch diesmal auf halbem Wege stehen. Der Ärger darüber spricht nicht nur aus jeder Zeile einer Presseerklärung des "BIA"-Stadtrats Karl Richter, der ebenfalls als "Redner" auf der Demonstration war.
SPD, Grüne und einige Medien schießen sich nun auf das "Paulchen-Panther"-Lied ein, manch einer fordert deshalb gar eine Ahndung wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Ohne Frage war das Abspielen des Liedes widerlich, dafür aber die $129a-Keule herauszuholen, kann nicht der richtige Weg sein. Die SPD verurteilt die Angriffe auf das selbstverwaltete Zentrum. Nach SPD-Chef Pfaffmann leiste das "Kafe Marat", "einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus". Das "Kafe Marat" jedenfalls dankt allen, "die sich gestern mit uns dem braunen Mob entgegengestellt haben! Ihr seid großartig!"
Wie wichtig es ist, jedem neonazistischen Auftreten entgegen zu treten, zeigte sich schon am Abend nach der Demonstration, als offenbar ein polizeibekannter Teilnehmer des Naziaufmarsches in Ottobrunn in Begleitung dreier "Kameraden" einen Taxifahrer angriff.
+++Naziaufmarsch nach weniger als der Hälfte der Route blockiert+++mehr als 700 Antifaschist_innen bei Gegenprotesten und Blockaden+++800 Bullen versuchen weniger als 100 Nazis den Weg frei zu prügeln+++mehrere hundert Menschen auf antifaschistischer Spontandemonstration+++
In der Bildungsstätte des "Sudetendeutschen Sozial- und Bildungswerks" im unterfränkischen Bad Kissingen treffen sich seit Jahren extrem rechte Gruppen. Geschäftsführer des "Heiligenhofs" ist der CSU-Ortsvorsitzende Steffen Hörtler.
Wolfgang Ischinger, der Chef der Münchner „Sicherheitskonferenz“, ist für die Militärstrategen in Berlin und Washington, in London und Paris eine geradezu ideale Besetzung. Ischinger, der sich gerne als Krisendiplomat und als entschiedener Verfechter der weltweiten atomaren Abrüstung präsentiert, agiert in seiner Hauptrolle als Sprachrohr der offiziellen Militärpolitik der NATO und Lobbyist der machtpolitischen Führungseliten Deutschlands und der EU. Er steht in der vordersten Front der Kriegstrommler und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, Deutschland und die Europäische Union zu noch größeren Rüstungsanstrengungen zu bewegen.
Ischingers Abrüstungsrethorik: Um der SIKO einen friedenspolitischen Anstrich zu geben, hat er die nukleare Abrüstung zum Tagungsthema im Bayerischen Hof auserkoren. Sein Engagement für die atomare „Null-Lösung“ erschöpft sich allerdings in weitgehend unverbindlichen Ermahnungen an alle Atommächte. Die entscheidenden Hindernisse, die diesem Ziel im Wege stehen, werden von ihm ganz bewusst ausgeblendet und kommen auch auf der SIKO gar nicht erst zur Sprache: Die NATO-Raketenabwehr und die Aufrechterhaltung der globalen militärischen Überlegenheit der USA und der NATO-Staaten gegenüber allen anderen Ländern. Für Ischinger jedoch ist die militärische Dominanz der NATO eine heilige Kuh.
Ischinger der Kriegstrommler: Im Zusammenhang mit der Truppenabzugs-Debatte plädierte er für mehr NATO-Präsenz und für die Aufstockung der Bundeswehrtruppen in Afghanistan. Deutschland dürfe „ein Scheitern der Mission und eine Schwächung der NATO nicht zulassen“, erklärte er. Die Folge davon wäre ein „Debakel und ein Reputationsverlust Deutschlands in der NATO.“ Ein zu früher Rückzug der Bundeswehr sei kontraproduktiv. „Innenpolitische Opportunitätsüberlegungen“, also der Wille der Mehrheit der Bevölkerung dürften „für Rückzugspläne nicht ausschlaggebend sein“. Der Bevölkerung seien bisher die Konsequenzen des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan nicht hinreichend erläutert worden. „Soldaten werden dazu ausgebildet, Andere notfalls umzubringen“ sagt Ischinger. Dies sei ihr Zweck, anderenfalls sollte man „das Technische Hilfswerk und die Polizei schicken“. In der Tat: Soldaten sind Mörder.
Ischingers Credo: Die Kriegsfähigkeit Deutschlands und der EU. Um die Bundeswehr „für die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft fit zu machen“, sagt Ischinger, müssten die Streitkräfte zu einer leistungsfähigen „professionellen Berufsarmee“ umstrukturiert werden. „Der Wegfall der Wehrpflicht könnte damit zugleich auch der Grundstein für eine künftige europäische Armee sein“. Genau darauf kommt es ihm an. Der EU, so seine Kritik, mangele es an einer „glaubwürdigen militärischen Dimension“. Erst wenn die EU- Mitgliedsstaaten die Effizienz ihrer militärischen Fähigkeiten bündeln und mit der europäischen Kleinstaaterei im Verteidigungssektor Schluss machen, erklärt Ischinger, werde „Europa ein allseits glaubwürdiger Akteur auf der Weltbühne sein“. Unverhohlen wendet er sich gegen die im Grundgesetz verankerte parlamentarische Kontrolle von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. „Bestimmte militärische Beiträge“, fordert er, sollten „so sie von EU oder NATO angefordert werden, von einem möglichen Veto der nationalen Parlamente ausgenommen werden“.
Ischinger, glühender Verfechter der NATO-Raketenabwehr. Um ein wirklich optimales Raketenabwehrsystem zu schaffen, plädiert er für eine enge militärische Kooperation zwischen den drei Machtzentren USA, EU und Russland. Die gemeinsame Raketenabwehr mit Russland ist für ihn der „entscheidende Schritt“ für einen zukünftigen NATO/EU/Russland-Pakt – ein Militärpakt gegen den Rest der Welt.
Ischinger zu Libyen: Der NATO-Krieg darf nicht schief gehen. Zu Beginn des NATO-Krieges in Libyen sagte Ischinger: „Die Sache darf jetzt nicht schief gehen (...) ich halte es für richtig, dass die beteiligten Staaten ihr Mandat breit auslegen (...) Es muss jetzt das Ziel sein, die Sache zur Entscheidung zu bringen.“ Seine Rechnung ist aufgegangen – gewaltsamer Regimewechsel und 50.000 Tote.
Wozu Kriege gut sind. Ischinger: „Für den Erfolg unserer Wirtschaft“. Keines der DAX-Unternehmen, sagt Ischinger, verdiene sein Geld heute ausschließlich in Deutschland. Die „Global Player“ seien „davon abhängig, dass z.B. Luft- und Seefahrtstransporte sicher stattfinden können und eine weltweite Investitionssicherheit vorliegt“. Die Bundeswehr, die NATO und die EU sollen das gewährleisten. Ischinger sagt das so: „Die Sicherheitspolitik ist deshalb eine wichtige Rahmenbedingung für den Erfolg, den unsere Wirtschaft auf der ganzen Welt erzielt hat und auch weiter erzielen wird“. Früher nannte man das Imperialismus.
Am Sendlinger Tor war Schluss! Mit einer erfolgreichen Blockade der Aufmarschroute haben aktive Antifaschist_innen am 21.01.2012 den Neonazis einen Riegel vorgeschoben.
Die ca. 80 Nazis wurden die ganze Zeit über von einer gut gelaunten Menge von über 700 Antifaschist_innen mit reichlich Schneebällen und spöttischen Parolen bedacht.
Unser Dank geht an alle, die sich gestern mit uns dem braunen Mob entgegengestellt haben! Ihr seid großartig!
Linke Freiräume verteidigen – kein Fußbreit den Nazis – Kafe Marat Forever!
.. sie kommt doch wieder, die ...
Satirische Demonstration gegen die NATO Kriegskonferenz
Gestern noch am Ballermann, heute schon Afghanistan.
Mach mit beim Work&Travel Programm der NATO
" ... wir veranstalten am samstag den 28.01 um 12 uhr am sendlinger tor die alljährliche jubeldemo,
wir sind ein loser zusammenschluss von nicht organisierten linken ... "
demoroute ist vom sendlinger tor über gärtnerplatz stachus hauptbahnhof und ende am promenadenplatz
Download: FLyer A4 bunt (PDF 700k)